Eigenbedarfs Kündigung

  • Hallo,

    Aufgrund einer Eigenbedarfserklärung wurde unsere 5er WG zum März 2019 gekündigt. Der Vermieter hat damit argumentiert, dass er seine altersgebrechlichen Eltern gerne in seiner Nähe hätte (er hat auch eine Wohnung im Nachbarhaus, hat uns gegenüber aber geäußert, dass er seinen Hauptwohnsitz in Luxemburg hat).

    Nach unserem Auszug würde die Wohnung saniert und umgebaut. Ca. am 11.8.2019 wurde die erste Hälfte und am 13.11.2019 schließlich die zweite Hälfte der Wohnung als Ferienwohnung auf einem Internet Portal angeboten. Es ist die siebzehnten Ferienwohnung des Vermieters.

    Besteht die Möglichkeit das wir hier erfolgreich Schadensersatz einfordern können?

  • Hallo,


    Besteht die Möglichkeit das wir hier erfolgreich Schadensersatz einfordern können?

    Ja, das ist durchaus denkbar. Denn ein Vermieter ist schadenersatzpflichtig, wenn sich heraus stellt, dass die Kündigung wegen Eigenbedarf vorgetäuscht und somit rechtsmißbräuchlich war.


    Etwas schwierig ist es aber, einem Gericht glaubhaft darzulegen bzw. nachzuweisen, dass der behauptete Eigenbedarf in Wirklichkeit gar nicht bestand zum Zeitpunkt der Kündigung. Aus diesem Grund solltet ihr die Beratung bei einem Anwalt in Anspruch nehmen, der die Sache genauer prüft. Ich halte es aufgrund deiner Schilderung für nicht ausgeschlossen, dass ein Anwalt auch eine Schadenersatzpflicht sehen könnte.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Etwas schwierig ist es aber, einem Gericht glaubhaft darzulegen bzw. nachzuweisen, dass der behauptete Eigenbedarf in Wirklichkeit gar nicht bestand zum Zeitpunkt der Kündigung.

    Als kleine Ergänzung: Es reicht auch aus, wenn der Eigenbedarf während der Kündigungsfrist entfallen ist und der Vermieter darüber nicht informiert hat.


    Erst wenn der Grund nach dem Ablauf der Kündigungsfrist entfallen ist, bleibt die Kündigung wirksam. Aber hier hat der Vermieter eine hohe Beweislast dafür, dass der Grund wirklich erst nach der Kündigung entfallen ist.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.