Nebenkostenabrechnung - was ist erlaubt?

  • Hallo liebes Forum,


    ich brauche eure Meinung zu folgendem Fall:


    Wir zahlen Summe X für die Nebenkosten. Laut Mietvertrag ist in diesen Kosten Putz- und Winterdienst enthalten. Allerdings existiert ein Putzplan, den die Mieter ausführen.

    Laut Aussage der Nachbarn, um die Nebenkosten zu reduzieren und zwar auf Betrag X.

    Ich habe nun den Vermieter gebeten, mir mitzuteilen um wie viel sich Summe X reduzieren würde, wenn wir selber putzen würden. Dieser meint aber nur ich würde schon in der Nebenkostenabrechnung sehen, ob sich der Betrag nach oben oder unten bewegen würde. Das ist für mich aber keine befriedigende Antwort.


    Im Mietvertrag steht auch "Nebenkosten werden nach Anfall auf die Mieter umgelegt" - dies ist ja klar, da es schwierig für den Vermieter ist den Bedarf an Strom, Wasser etc. abzuschätzen.


    Meine Meinung:

    Der Vermieter muss alle absehbaren anfallenden Kosten (dazu gehört ja wohl auch die Reinigung des Treppenhauses) in die Nebenkosten inkludieren. Bewusst Kosten aus den Nebenkosten herauszunehmen, um einen günstigeren Betrag anzugeben, ist rechtswidrig. Insbesondere wenn diese Leistungen explizit im Mietvertrag aufgeführt sind.

    Von dieser Seite kann er nicht nachträglich die Reinigungskosten auf die Nebenkosten aufschlagen. Oder doch?


    Wie seht ihr das?


    Vielen Dank.


  • Hallo,


    du musst die Überlegungen von einer anderen Seite her angehen, um zu verstehen, wie es korrekt laufen sollte. Zunächst mal folgendes. Wenn im Vertrag vereinbart ist, dass der Mieter die Pflicht zur Treppenhausreinigung hat, dann hat er gleichzeitig auch das Recht, diese Arbeit zu erledigen. Damit meine ich, der Vermieter könnte zwar eine Putzkraft beauftragen, aber er kann nicht die Kosten umlegen, wenn es doch Pflicht und Recht des Mieters ist. Das würde sich widersprechen.


    Nun zu den Nebenkosten. Der Vermieter kann wie eben erklärt keine Kosten dafür umlegen, was bedeutet, dass Kosten für die Treppenreinigung gar nicht in der Nebenkostenabrechnung stehen dürfen. Sollte es doch drin stehen, könntest du das beanstanden.


    Du kannst jetzt im laufenden Jahr also nichts machen und musst auf die Abrechnung warten. Erst dann kann man die Vorauszahlung anpassen. Und das ist im Gesetz auch so vorgesehen, weil man erst nach einer Abrechnung wissen kann, wie hoch die Kosten tatsächlich sind.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.