Kann ich als Vermieter auserordentlich fristlos kündigen bei Heizung mit Propangas

  • Hallo Zusammen!

    Bin neu hier und hoffe, dass ich dies so richtig mache....

    Wir haben einen neuen Mieter (seit 1. Mai), der innerhalb von 7 Monaten keine 50 € Gas verbraucht hat. Denke dies war für Warmwasser und Duschen. Auf Nachfrage im Oktober, warum seine Fenster (die wir vor seinem Einzug fast alle neu einbauen lassen haben) von innen so nass seien (er luftet NIE) und heizt ja nachweislich nicht, schrieb er uns, dass er mit Propangas und Campingofen heizen würde. Wie haben aber eine intakte Gastherme in jeder Wohnung sowie einen Flüssiggastank. Wir haben ihm das Heizen mittels Propangas verboten, es sei denn er legt uns eine Bestätigung des Schornsteinfegers vor, dass dieses unbedenklich sei. Er weigert sich und heizt weiter so. Wir haben Angst in die Luft zu fliegen, da wir selber auch in dem Haus wohnen. Er versteht nicht, dass er sich selbst und alle anderen Hasubewohner gefährdet. Nun redet er nicht mehr mit uns. Wir haben ihn schriftlich aufgefordert, uns in seine Wohnung zu lasseen um eine Feuchtigkeitsmessung durchführen zu können - hat er handschriftlich ohne Grund abgelehnt "ich lasse niemanden in meine Wohnung - auf gar keinen Fall". Unser Haus ist ein alter Vierkanthof von 1603. Wir haben nun Angst vor Schimmelbildung. Können wir diesem Mieter nun frsitlos kündigen ? Wir haben richtig Angst wegen dem Propangas. Eine Abmahnung Anfang November hat er ignoriert. Würde ihm gerne mit einer Frist von 14 Tagen kündigen. Ist das rechtlich erlaubt, wo unser Leben und das der Bewohner einer weiteren Mietwohnung doch bedroht ist?

    Vorab vielen dank für Eure Antworten !!!!

    Einmal editiert, zuletzt von Vroni1510 ()

  • Hallo,

    ich würde nicht darauf warten dass der Mieter eine Bescheinigung vom Schornsteinfeger vorzeigt sondern selbst umgehend aktiv werden und dem Schorni diese Situation schildern. Der kann mit Sicherheit etwas dazu sagen; ebenso zeitnah eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen.

  • Leider läßt der Mieter uns nicht mehr in die Wohnung und spricht nicht mit uns. Kurz bevor der Wartungstermin mit der Heizungsfirma war, wurde die Heizung angestellt. Bereits am selben Abend war wieder alles aus. Der Mieter leugnet ja, dass er weiterhin mit Gasflaschen heizt. Dieses aber erst nach dem von uns erteilten Verbot. Habe nur eine WhatsApp in welcher er das Heizen mittels Gasflaschen und Campingbrenner zugibt. Wir wissen es : sichtbar an den innen nassen Fenstern, kein Gasverbrauch vom Gaszähler des Flüssiggastankes sowie Auskunft aus dem Geschäft, in welchem er die Propangasflaschen kauft. Dieses ist jedoch ein Freund von uns und er darf uns sowas eigentlich nicht weitergeben. Wir haben also keinerlei handfesten Beweise dafür :-(


    Habe ihm jetzt außerordentlich fristlos gekündigt mit einer Frist 2 Wochen zum Monatsende.


    Glaube zwar nicht, dass er freiwillig auszieht, aber es ist zumindest ein Anfang, dass er sieht, dass wir es ernst meinen und ihn nicht mehr als Mieter haben möchten.


    Leider ist das Propangas Heizen nur der Überlauf gewesen. Es gibt so viele unschöne Sachen, die er macht. Angefangen vom nicht putzen des Hausflures über Beleidigungen uns gegenüber, nicht Trennung des Mülls , nächtelnges Wandern durch die Wohnung (Holzdecken!),....


    Ach ja, und er hat versucht unsere Hunde zu töten. Hat Ihnen Hähnchenknochen in den Garten geworfen :-(


    Es fing bereits gut an, dass er schon vor Einzug sämtliche Sachen erneuert haben wollte. Angefangen von Fenster, dem Einbau einer zusätzlichen Türe, etc..... Dann hat er die Hälfte der Einbauküche zerschlagen weil er nur einen Teil wollte. Den Sperrmüll hat er in Hausflur gestellt mit den Worten "Eure Küche, müsst ihr entsorgen". Aber was ist bei Auszug ??? Er hat eine Einbauküche im Mietvertrag stehen, diese jedoch halb zerstört. Das hätte er eigentlich auch nicht gedurft.


    Habe echt langsam Angst vor ihm.....

  • Habe echt langsam Angst vor ihm.....

    Man kann hier nur empfehlen, dass du dir bereits einen Anwalt für Mietrecht in der Nähe suchst. Nach deiner Beschreibung wird es nicht nur beim Auszug Probleme geben, sondern er wird ziemlich wahrscheinlich nicht freiwillig ausziehen. Du solltest dann nach der Räumungsfrist keinen einzigen Tag warten, um Räumungsklage einzureichen. Und darauf kann sich der Anwalt bereits einstellen bzw. auch eine Kündigung überprüfen, ob diese vor einem Gericht Bestand haben wird. Angst haben ist keine Lösung, denn dabei ist man gelähmt, besser ist es zu handeln.

  • Als Mieter ist man nicht verpflichtet allen Leuten den Zutritt zur Wohnung zu gewähren die diesen Zutritt haben wollen. Es gibt aber auch Ausnahmen, nämlich bei Schornstein-und Abgasüberprüfungen.
    Ich habe in Erinnerung aus einem Gespräch mit unserem Schornsteinfeger, dass auch mal bei vollkommen kooperationsunwilligen Mietern die Polizei hinzugerufen wurde. Daher würde ich den Schorni in das Problem einweihen, ggf. in zeitlichen Abständen die Gasuhr fotografieren um Fakten zu schaffen und dann kann man ja weitersehen.

  • Als Mieter ist man nicht verpflichtet allen Leuten den Zutritt zur Wohnung zu gewähren die diesen Zutritt haben wollen

    Das ist so nicht ganz richtig. Auch der Vermieter kann ein Recht dazu haben, in die Wohnung gelassen zu werden, sofern er einen sachlichen Grund dafür hat. Und wenn er einen begründeten Verdacht hat, dass das Eigentum, als die Wohnung, durch das Verhalten des Mieters Schaden nimmt, dann ist das durchaus ein berechtigter Anlass. Da bist du falsch informiert, dass nur allein der Schornsteinfeger in die Wohnung gelassen werden muss.

  • So, Update!

    Er hat heute die außerordentliche fristlose Kündigung von uns bekommen - und, was ist passiert ? Eben waren beide Hunde von uns am kotzen - er hat wieder Hühner- Knochen in unseren Garten geworfen !!!!

  • Sorry, habe mich missverständlich ausgedrückt. Natürlich hat der Vermieter das Recht in bestimmten Situationen die Wohnung zu betreten aber er ist dabei auf die Kooperation des Mieters angewiesen oder er muss den Zutritt einklagen. Es gibt nicht allzuviel Gründe, gegen den Willen des Mieters den Zutritt zeitnah durchsetzen zu können. Wenn ein Schornsteinfeger jedoch eine Gefahr vermutet kann er, wie mir unser Schorni erzählt hat, mit Hilfe der Behörden den Zutritt erzwingen.

  • Er hat heute die außerordentliche fristlose Kündigung von uns bekommen - und, was ist passiert ?

    Wollen wir mal hoffen das die Kündigung formell und materiell wirksam ist. Nachweislich abgemahnt habt ihr dieses Verhalten?

    Es gibt nicht allzuviel Gründe, gegen den Willen des Mieters den Zutritt zeitnah durchsetzen zu können.

    Das ist richtig, eigentlich nur wenn Gefahr für die Wohnung droht.


    Aber es geht ja nicht darum sich Zugang zu verschaffen, sondern den Mieter zu kündigen und den Zutritt grundlos zu verweigern soweit er berechtigt ist, ist ein Kündigungsgrund.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Ja natürlich. Hat eine Abmahnung erhalten und kein einziger Punkt der Abmahnung wurde von ihm umgesetzt !


    Dann haben wir 2 Briefe mit Bitte um Zugang geschrieben, da wir eine Feuchtigkeitsmessung durchführen möchten. Die nagelneuen Fenster sind von innen klitschnass!!! Er heizt nicht bzw mit Propangas, und bislang hat er seit Mai noch nicht 1 x ein Fenster auf gehabt. Da unser Vierkanthof von 1603 ist, haben wir berechtigterweise nun Angst vor Schimmelbildung !!! Bislang war alles in Ordnung.