Vermieter hat mich bedroht - kann ich außerordentlich kündigen?

  • Hallo,

    ich habe die Miete meines WG-Zimmers gemindert (30% auf Anraten des Mieterbundes) , da ein starker Mangel vorliegt (das Zimmer vibriert, auf Grund einer defekten Lüftungsanlage im Dachboden darüber).

    Mein Vermieter und seine Schwester sind nicht bereit eine Reparatur vorzunehmen und mit meiner Minderung nicht einverstanden.

    Mein Vermieter hat mir im persönlichen Gespräch gesagt, dass er "mich schlägt, bis meine Mutter mich nicht mehr erkennt", falls ich den Minderungsbetrag nicht nachzahle. Ich habe ihn daraufhin bei der Polizei angezeigt.

    Kann ich jetzt kündigen, ohne die Frist von drei Monaten zu beachten?


    Schöne Grüße und danke im Voraus!

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  • Wenn Du einen Zeugen hast, der bezeugt, dass die Drohung ernst gemeint war, glaube ich schon, dass das für eine fristlose Kündigung ausreicht. Schließlich gibt es genügend Urteile, dass der Vermieter bei einer Drohung fristlos kündigen kann, warum sollte das für einen Mieter nicht gelten?


    Fristlos heißt dann aber auch wirklich fristlos, also sofort. Erstmal einen Monat warten und dann wenn man eine neue Bleibe hat fristlos kündigen, dürfte in aller Regel nicht gehen.


    cu

    Guenni

  • Okay, aber es ist logistisch halt unmöglich, dass ich heute ausziehe... Wie macht man das dann?

    Nun, wenn das nicht möglich ist, musst Du warten, dass er "mich schlägt, bis meine Mutter mich nicht mehr erkennt"

  • Erstmal einen Monat warten und dann wenn man eine neue Bleibe hat fristlos kündigen, dürfte in aller Regel nicht gehen.

    Nicht unbedingt. Wenn ein Vermieter fristlos kündigt muss er auch eine Räumungsfrist einräumen. Eine fristlose Kündigung musst nicht sofort ausgesprochen werden, damit kann man sich auch Zeit lassen, jetzt nicht Jahre oder 6 Monate, aber man muss nicht drei Tage später die Kündigung erklären.


    Ob jetzt im Einzelfall eine Kündigung möglich wäre kann man schwer beurteilen, da spielt auch die Rolle wie tritt der Vermieter sonst auf, wie ernst muss man das nehmen usw. Jedoch würde ich tendieren, dass das durchaus ausreichend sein kann, immerhin ist das auch eine strafbare Nötigung.


    Im Zweifel aber immer einen rechtlichen Rat einholen, der den Einzelfall genau analysieren kann.


    Gruß

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Update: Meine Vermieterin (Schwester des Vermieters) hat jetzt doch den Aufhebungsvertrag unterschrieben! Ich darf also zum 31.01. raus! :)