Mieterhöhung nichtig durch Kappungsgrenze

  • Hallo zusammen,

    gerne würde ich auf diesem Wege Rat einholen. Mein Vermieter macht das 1. Mal nach 10 Jahren im Punkt der Kappungsgrenze eine unrechtmäßige Mieterhöhung geltend (19,565% statt 15%).

    Die Grundmiete von 138€ soll auf 165€ aufgestockt werden bzw von 5,11€ pro qm auf 6,11€ pro qm. Meines Erachtens nach ist die Grundmiete recht gering, weshalb ich der Mieterhöhung grundsätzlich zustimmen würde.

    Mich stört im Wesentlichen nur, dass mein VM die Kappungsgrenze überschreitet und somit seine Forderung eigentlich nichtig ist. Allerdings handelt es sich hier um eine geringe Summe und ich möchte natürlich das gute Verhältnis nicht schädigen, sollte ich ihm eine Teilzustimmung zukommen lassen.

    Ich bin etwas hin-und hergerissen. Vielleicht hat jemand eine Meinung dazu.


    Viele Grüße

  • Gilt die niedrigere Kappungsgrenze denn bei Euch überhaupt? Das ist ja nicht bundesweit und flächendeckend der Fall.

    Die Grundmiete von 138€ soll auf 165€ aufgestockt werden

    Das sind nach meiner Rechnung aber nur etwas mehr als 16%.

    Da stellt sich natürlich die Frage, ob man sich wegen dem einen Prozent streitet.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Danke für deine Rückmeldung!

    Ja, die Kappungsgrenze von 15% gilt hier in Bremen. Meines Wissens nach ist die Erhöhung um 19,565% korrekt berechnet.

    Aber generell stellt sich auch mir die Frage, ob bei solch einer geringen Mieterhöhung die Auseinandersetzung mit dem VM überhaupt sinnvoll ist.

  • Aber generell stellt sich auch mir die Frage, ob bei solch einer geringen Mieterhöhung die Auseinandersetzung mit dem VM überhaupt sinnvoll ist.

    Die Frage muss jeder für sich selber beantworten, da kann man nichts empfehlen, denn jeder Fall ist anders.


    Aber allgemein kann man sagen, dass man durchaus ein Teileinverständnis geben sollte, wenn man der Ansicht ist, dass eine Mieterhöhung zwar berechtigt ist, man aber auf einen geringeren Betrag kommt. Der Vermieter wird dann sicherlich nochmal nachdenken, ob er einen Fehler bei der Berechnung gemacht hat, und sein Risiko, bei einer Klage auf den Differenzbetrag zu verlieren, könnte sehr hoch sein.

  • Hallo Erdbeerbouche,


    was ist Dir lieber:

    - Eine Mieterhöhung alle 10 Jahre um 20%

    - Eine Mieterhöhung alle 3 Jahre um 15%


    Wenn mein Mieter so sehr auf auf die Einhaltung der Vorschriften wert legt, würde ich sie als Vermieter zukünftig natürlich auch peinlichst genau beachten. Ich kenne Deinen Vermieter nicht, aber bist Du sicher, dass Du Dir hier nicht ins eigene Fleisch schneidest?


    cu

    Guenni

  • Mich stört im Wesentlichen nur, dass mein VM die Kappungsgrenze überschreitet und somit seine Forderung eigentlich nichtig ist.

    Sicher das die Forderung nichtig ist und nicht bloß materiell unbegründet, soweit die Mieterhöhung über die Kappungsgrenze hinaus geht? Solange die Formalien eingehalten sind, bleibt sowas in der Regel wirksam.


    Das ist ein Unterschied!

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.