Vermieter möchte dass Mieter die Garagen tauschen - Rechtslage?

  • Hallo Forum,


    nach einiger Recherche habe ich keine Beiträge gefunden, die hinreichend vergleichbar mit meinem Problem sind. Daher habe ich mich entschlossen, mich anzumelden und einen wie ich glaube nicht uninteressanten Beitrag zu verfassen.:pop

    Folgende Situation:


    Mit meiner Wohnung ist eine Garage am Haus mit angemietet, die auch im Wohnungsmietvertrag mit aufgeführt ist (es gibt also keinen separaten Mietvertrag für die Garage). Die Garage war damals bei der Wohnungsbesichtigung die einzige freie verbliebene Garage (von dreien) des Hauses und wurde seitens des Vermieters entsprechend der Wohnung eindeutig zugeordnet. Allerdings ist im Wohnungsmietvertrag die Garage nicht konkret etwa mit einer Nummer oder gemäß der Lage spezifiziert, sondern es ist lediglich davon die Rede, daß der Wohnung "eine" Garage zugeordnet ist. Die beiden anderen Garagen gehören jeweils zu den anderen beiden Wohnungen des Hauses.


    Nun habe ich neulich durch Zufall entdeckt, daß der Strom in meiner Garage über den Zähler des Nachbarn läuft, und sein Garagenstrom umgekehrt auf meinen Stromzähler. Da ich außer dem Licht beim rein- und rausfahren des Autos in der Garage kaum Strom verbrauche, mein Nachbar aber regelmäßig zwei E-Bikes in der Garage läd und weiß Gott was noch alles macht, habe ich sofort den Vermieter darum gebeten, das zu korrigieren und die Stromleitungen entsprechend an die korrekten Zähler anzuschließen. Die Aussage ist, daß laut herbeigerufenem Elektriker angeblich der Aufwand dafür viel zu groß wäre. Man solle sich irgendwie untereinander einigen, oder man könne ja auch die Garagen tauschen.X(


    Mal abgesehen davon, daß ich den jahrelangen falschen Stromanschluss für einen Mangel halte, würde ich mich weigern die Garage mit dem Nachbarn zu tauschen weil mir meine einfach besser gefällt. Und das von Anfang an. Sie hat im Übrigen auch ein besseres Garagentor.


    Ich wäre ja zufrieden, wenn mir verständlich gemacht wird, welche Stromkosten z.B. diese E-Bikes im Jahr verursachen und mir einmal pro Jahr jemand die XY Euros in die Hand drückt die das ungefähr ausmacht und gut ist.

    Aber der Nachbar tut so als wenn ihn das alles nichts angeht, der Vermieter unternimmt nichts weiter und drängt nun vielmehr darauf daß ich mit meinem Nachbarn die Garage tauschen soll.


    Ich will das nicht. Kann er das? Was meint das Forum?


    Vielen Dank vorab!

    Hollermisch

  • Hallo Hollermisch,


    da im Mietvertrag keine eindeutige Zuordnung getroffen ist, wird das davon abhängen, inwieweit Du dem Richter glaubhaft machen kannst, dass Dir der Vermieter genau diese Garage zugesagt hat. Kann sein, dass das gut geht. Mir persönlich wäre das Prozessrisiko aber viel zu hoch. "Mir gefällt die aber besser" beeindruckt Richter eher selten.


    Ansonsten: so ein e-bike akku hat in etwa 700 Wh. Also selbst wenn das Ding jede Woche einmal komplett leergefahren (50-100 km) und wieder aufgeladen wird, bist Du bei etwa EUR 11 pro e-bike - im Jahr (52 Wochen á 0,7 KWh zu etwa 30 cent pro KWh).


    Musst Du wissen, ob Du für die Paar Kröten einen Aufstand machen willst.


    cu

    Guenni

  • Ich finde die einfachste Lösung ist, dass halt einmal im Jahr die Zählerstände untereinander ausgetauscht werden.


    Die Zähler arbeiten korrekt, es muss eben nur die Zähler getauscht werden. Die Zähler können ja hängen bleiben wo sie sind, Ende des Jahres werden die jeweils abgelesen und fertig. Da muss man doch weder die Garagen noch die Stromleitungen wechseln. Deine Garage hat ein Zähler, der hängt nur in der anderen, das ist doch nicht weiter schlimm.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Es wäre tatsächlich das Einfachste, wenn man sich untereinander durch eine Schätzung des tatsächlichen Verbrauchs ausgleicht, oder über den Vermieter. Wenn sich der Nachbar weigert, eine Lösung zu finden, kann das der Vermieter zumindest vermitteln.


    der Strom in meiner Garage über den Zähler des Nachbarn läuft, und sein Garagenstrom umgekehrt auf meinen Stromzähler

    Mit anderen Worten, der Garagenstrom läuft über den Zähler der Wohnung. Das hat zur Folge, dass es überhaupt nicht erforderlich ist, die Garage im Mietvertrag zu definieren, welche man hat. Denn durch die technische Verknüpfung der Stromleitung bilden Wohnung und Garage eine wirtschaftliche Einheit. Aus diesem Grund kann tatsächlich ein Tausch der Garage verlangt werden, wenn es keine andere einvernehmliche Lösung gibt. Und ein Richter würde durch diese Feststellung auch so entscheiden.


    einmal im Jahr die Zählerstände untereinander ausgetauscht werden

    Das funktioniert nicht, denn laut Information in der Fragestellung gibt es keinen Zähler in der Garage, sondern der Garagenstrom ist am Wohnungszähler mit angeschlossen.

  • da im Mietvertrag keine eindeutige Zuordnung getroffen ist, wird das davon abhängen, inwieweit Du dem Richter glaubhaft machen kannst, dass Dir der Vermieter genau diese Garage zugesagt hat. Kann sein, dass das gut geht. Mir persönlich wäre das Prozessrisiko aber viel zu hoch. "Mir gefällt die aber besser" beeindruckt Richter eher selten.

    Hi Guenni,

    nun ja, zum Zeitpunkt der Wohnungsbesichtigung war nur genau diese Garage frei, die ich letztendlich zusammen mit der Wohnung angemietet habe, und wurde zusammen mit der Wohnung angeboten. Das war die klare Aussage bei der Besichtigung. Die anderen beiden waren vergeben und den anderen Wohnungen zugeteilt. Insofern war für mich klar, daß genau diese Garage der Wohnung zugeordnet ist und nicht etwa irgendeine beliebige der drei Garagen die zum Haus gehören.

    Im übrigen unterscheidet sich meine Garage von der des Nachbarn dadurch, daß meine ein anderes, neueres Rolltor hat. Ich halte die beiden Garagen daher keineswegs für gleichwertig und beliebig austauschbar.

  • Ich finde die einfachste Lösung ist, dass halt einmal im Jahr die Zählerstände untereinander ausgetauscht werden.


    Die Zähler arbeiten korrekt, es muss eben nur die Zähler getauscht werden. Die Zähler können ja hängen bleiben wo sie sind, Ende des Jahres werden die jeweils abgelesen und fertig. Da muss man doch weder die Garagen noch die Stromleitungen wechseln. Deine Garage hat ein Zähler, der hängt nur in der anderen, das ist doch nicht weiter schlimm.

    Das Problem ist, daß der Strom in den Garagen jeweils über die Zähler der Wohnungen läuft. Im Falle meiner Garage aber über den Strom der Nachbarwohnung und umgekehrt. Insofern lässt sich Garagenstrom nicht vom Wohnungsstrom trennen, die Garagen haben keinen eigenen Stromzähler.

    Allerdings wäre das meiner Meinung nach eine saubere Lösung wenn schon nicht der Garagenstom gleich an die richtige Wohnung angeschlossen wird (warum auch immer..): Einfach einen Zwischenzähler in die Garagen und einmal im Jahr den Verbrauch miteinander vergleichen.

  • Mit anderen Worten, der Garagenstrom läuft über den Zähler der Wohnung. Das hat zur Folge, dass es überhaupt nicht erforderlich ist, die Garage im Mietvertrag zu definieren, welche man hat. Denn durch die technische Verknüpfung der Stromleitung bilden Wohnung und Garage eine wirtschaftliche Einheit. Aus diesem Grund kann tatsächlich ein Tausch der Garage verlangt werden, wenn es keine andere einvernehmliche Lösung gibt. Und ein Richter würde durch diese Feststellung auch so entscheiden.

    Ich finde daß die falsche Zuordnung der Garagen an die Stromzähler durch den Vermieter einen Mangel darstellt der zuerst einmal behoben werden sollte. Warum sollte denn nicht zunächst einmal verlangt werden, daß die Garagenstomanschlüsse an den Stromzählern der Wohnungen richtig angeschlossen werden müssen?

    Was wäre denn, überspitzt formuliert, wenn sich z.B. herausstellt daß der Strom in meiner Küche fälschlicherweise auf den Zähler der Nachbarwohnung läuft und umgekehrt? Da würde man doch sicher auch nicht verlangen daß der Nachbar in meiner Küche kocht und ich bei ihm klingeln muss wenn ich mir ein Schnitzel braten will, nur weil durch diese technische Verknüpfung die jeweils andere Küche mit dem Rest der Wohnung eine wirtschaftliche Einheit bildet:) Ich gehe mal davon aus da müsste die Verkabelung der Sicherungen in Ordnung gebracht werden und gut is

    Einmal editiert, zuletzt von Hollermisch ()

  • Hallo,


    da du offensichtlich gewillt bist die Garage um jeden Preis zu behalten und den Vermieter zu etwas bringen möchte, was er strikt ablehnt, solltest du einen Anwalt mit der Durchsetzung deiner Interessen betrauen bzw. prüfen lassen ob deine Forderungen gesetzlich fundiert sind.


    Auch nur ein Anwalt kann rechtlich fundiert aufgrund der Einzelumstände genau bestimmen, ob die Garage zwingend vermietet worden ist oder nur der Anspruch auf eine Garage besteht.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • da du offensichtlich gewillt bist die Garage um jeden Preis zu behalten und den Vermieter zu etwas bringen möchte, was er strikt ablehnt, solltest du einen Anwalt mit der Durchsetzung deiner Interessen betrauen bzw. prüfen lassen ob deine Forderungen gesetzlich fundiert sind.

    gute Idee! Es heißt ja schließlich auch "Mietrecht" und nicht etwa "Mietwillkür" :)