Ruhestörung durch Flügel und arglistige Täuschung (?)

  • Hallo zusammen,


    nach den letzten und ersten 4 Wochen in unserer neuen 120qm Wohnung, haben wir schon wieder beschlossen unsere Sachen zu packen. Aber eins nach dem anderen.


    Wir (meine Freundin und ich) sind in ein Zweifamilienhaus eingezogen. Dies besteht aus einer Eigentümer-Gemeinschaft. Der untere Teil gehört den Nachbarn und der obere Teil unserem Vermieter.

    Erst nach Schlüsselübergabe hatte uns unser Vermieter mitgeteilt, dass die Nachbarn eine "Musikerfamilie" sind und wenn die es mal übertreiben sollten, sollen wir uns an ihn wenden.

    Wir hatten uns damals noch nichts dabei gedacht, aber das sollte sich sehr schnell ändern, denn die Nachbarn haben unten einen Flügel stehen. Dieser Flügel ist so laut, dass wir in dem Zeitraum wo musiziert wird, nichts anderes machen können, als zuzuhören, denn den TV so laut aufzudrehen, dass man es nicht mehr hört, ist dann wirklich schon sseehhrrr laut und auch nicht zielführend.

    Das wäre noch nicht mal das größte Problem, aber wenn man jeden Abend ab ca. 18 Uhr bis 22 Uhr das Geklimper hört, ist es einfach nur noch nervig und anstrengend, besonders weil wir nicht mehr erholen können und schlafen auch schwierig wird (der Wecker geht um 4:20 Uhr), gerade wenn man früher als 22 Uhr ins Bett müsste.

    Das Statement unserer Nachbarn (wir können unserer Tochter (ca. 18-20 Jahre alt) das Spielen nicht verbieten) lässt auch auf wenig Verständnis schließen. Nach dem zweiten Mal, als wir unten waren und uns >freundlich< beschwert haben, wurden wir ziemlich angemacht und wir sollen bitte nicht mehr bei denen schellen.

    Jetzt haben wir vom Vermieter erfahren, dass die Nachbarn auch schon einmal verurteilt wurden (es gab schon vor uns irgendwann mal jemanden, der scheinbar das Gleiche durchgemacht hat) und es wohl eine gerichtliche Regelung gibt (wann gespielt werden darf und ab 18:30 Uhr sollte eigentlich Ruhe sein), die die Nachbarn auch seit Dienstag (11.02.) als Erinnerung von unserem Vermieter vorliegen haben, jedoch geht denen das am Popo vorbei und wir haben weiterhin das Geklimper auszuhalten (zusätzlich wird jetzt unsere Post unter unserer Matte versteckt, es werden die Türen nur noch zugeschlagen, Getrampel in der Wohnung, Zeitung wird über mehrere Treppen zerstreut hingeschmissen, usw....). Man könnte / kann von Mobbing sprechen...

    Wir sind mittlerweile recht verzweifelt und wissen eigentlich nur noch einen Ausweg, nämlich Flucht. Denn ich bin unter anderem chronisch krank und meine Krankheit kann auch durch psychischen Stress wieder ausgelöst werden und jeden zweiten Abend die weinende Partnerin im Arm zu haben bricht mir auch das Herz.

    Wir wollen eigentlich nur unsere Ruhe und haben auch einiges an Geld in die Renovierung und dem Umzug im Allgemeinen gesteckt.

    Ich weiß, dass man das Musizieren nicht gänzlich verbieten kann, das wollen wir auch nicht, aber Abends wollen wir, genau wie viele andere Menschen einfach nur runter kommen und uns erholen und uns nicht noch weiter aufregen müssen.

    Was haben wir für Möglichkeiten?


    Selbst wenn wir das nicht mehr geregelt bekommen, können wir uns unser hart investiertes Geld irgendwie zurückholen (Renovierungskosten, Umzugsunternehmen, neue angefertigte Küche)?

    Bei den Nachbarn, die uns das Leben schwer machen?

    Beim Vermieter, der uns bei der Besichtigung und vor Unterschrift nicht darüber informiert hat und auch nur via Anwalt mit denen kommuniziert, weil die Situation da auch schon total verrannt ist?

    Wir fühlen uns ziemlich belogen, betrogen, veräppelt und ziemlich hilflos....


    Um Hilfe wären wir sehr dankbar.

    Für jede Antwort danke ich im Voraus.


    VG

  • Was haben wir für Möglichkeiten?

    Euch über die in eurem Fall gesetzlichen Ruhezeiten informieren, und darüber hinaus gehende unzumutbare Lärmbelästigung ggfl. auch juristisch klären lassen.

    Evtl. würde auch eine Mietminderung in Betracht kommen, dazu sollte man aber klären ob diese Lämbelästigung im eurem konkreten tatschlich einen Mangel darstellt.

    Ergo Lärmprotokoll führen, und euch dann einen Anwalt suchen.

    Einmal editiert, zuletzt von AJ1900 ()

  • Dass man einen Flügel (oder auch ein Klavier oder andere Instrumente) überall im Haus hört, ist normal. Wie AJ1900 schreibt, informiert euch über die Ruhezeiten. Üblicherweise wird das zwischen 22 und 6 Uhr sowie 13 bis 15 Uhr und an Sonn- und Feiertagen angenommen. Lärmprotokolle mit Datum und Uhrzeit wären bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung sehr hilfreich.


    Wenn die Nachbarn ebenfalls Eigentümer sind, hat der Vermieter relativ wenig Möglichkeiten.


    Ihr könnt euch beim Anwalt beraten lassen, wenn es tatsächlich außerhalb der Ruhezeiten Lärmbelästigungen gibt und diese die Gesundheit gefähren. Dieser kann auch euren Vorwurf der arglistigen Täuschung und ggf. Schadenersatzansprüche prüfen.