Nebenkostenerhöhung nach 5 Monaten?

  • Hallo,

    wir wohnen nun seit August 2019 in unserer Wohnung und haben heute die Nebenkostenabrechnung für August -Dezember 2019 erhalten. Es gibt eine Nachzahlung der Nebenkosten, was sich meiner Meinung damit erklären lässt, dass wir hauptsächlich zu kalten Monaten in der Wohnung gewohnt haben und keine/wenige Sommermonate in der Wohnung hatten. Entsprechend sind die Heizkosten natürlicher höher.

    Ist es denn gerechtfertigt auf so einer Grundlage die Nebenkosten zu erhöhen? Über ein komplettes Jahr verteilt bin ich mir sicher, gäbe es keine Nachzahlung.

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  • Ist es denn gerechtfertigt auf so einer Grundlage die Nebenkosten zu erhöhen?

    Das ist zulässig, es handelt sich ja nur um eine monatliche Nebenkostenvorauszahlung die zukünftig noch abzurechnen wäre mit den tatsächlich angefallenen Nebenkosten.


    Vermute wenn Du einen vollständigen Abrechnungszeitraum (i.d.R 12 Monate) hinter Dir hast, dass die Nebenkostenvorauszahlung auch wieder nach unten korrigiert werden können bei entsprechenden Verbrauch.

    Um Unklarheiten bzw. Missverständnisse vorzubeugen der Hinweis, meine Antworten und Aussagen stellen keinen Anspruch auf Korrektheit und Vollständigkeit dar und kann auch keine Rechtsberatung ersetzen. Eine Rechtsberatung kann nur von einem Anwalt (Juristische Person) durchgeführt werden.

  • Ja das verstehe ich schon, aber trotzdem müsste ich jetzt für 1 Jahr mit erhöhten Nebenkosten in Vorleistung gehen, gerade in der aktuelle Situation mit Kurzarbeit etc ist das schwierig.

    Für mich ist das halt keine Grundlage zu sagen, die Nebenkosten waren hoch, wenn man nur eine Abrechnung über die Wintermonate hat. Wenn nach einem kompletten Jahr die Nebenkosten zu gering gezahlt wurden lass ich mir das ja noch eingehen..

  • Hallo,


    das mag zwar sein, dass die Grundlage verfälscht worden ist durch den Nutzungszeitraum. Trotzdem hat der Vermieter das Recht die Vorauszahlungen nach jeder Abrechnung entsprechend anzupassen. Nächstes Jahr kann man diese auch wieder entsprechend senken.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Hallo Quikx,


    grundsätzlich hat der Vermieter erstmal vermutlich keinen Fehler gemacht. Eine Vorauszahlung ist ja immer auch enie Schätzung. Eine Schätzung, die sich auf irgendetwas stützt. Der Vermieter hat einmal jährlich (nach der Abrechnung) die Möglichkeit seine Schätzung aufgrund der neuen Erkenntnisse zu aktualisieren. Dies tat er. Für das erste halbe Jahr hat er eine Schätzung abgegeben, die offenbar für den Zeitraum nicht ausgereicht hat. Dementsprechend gab es eine Nachzahlung, um eine angemessene Zahlung zu erzielen hat er die Vorauszahlung erhöht. Das ist sein gutes Recht und bis hierhin erstmal meiner Meinung nach nix ungewöhnliches.


    Aber auch der Mieter hat nach der Abrechnung das Recht die Höhe der Vorauszahlung anpassen zu lassen. Grundlage ist, dass Du nach § 556 II Satz 2 BGB nur angemessene Vorauszahlungen akzeptieren muss. Hierzu sollte (!) von Dir eine Berechnung erfolgen, die aufzeigt, dass die Vorauszahlung nur Betrag X betragen dürfte. Jedoch wird dies vermutlich darin enden, dass der Vermieter wahrscheinlich versucht den von ihm errechneten Satz gerichtlich bei Dir einzufordern. Auf wessen Seite das Gericht sich nun ziehen lässt ist fraglich, ich schätze mal Deine Chance liegt da bei ca 50%. Falls Du da verlierst könntest Du unter Umständen noch damit rechnen, für die Kosten aufkommen zu müssen. Ich würde mir das sehr genau überlegen. Es gibt in dieser schweren Zeit Möglichkeiten Zahlungen auszusetzen (die dann natürlich nachgeholt werden müssen), ggfs gibt es bei Deinem Vermieter die Möglichkeit mit ihm zu reden und einen niedrigeren Satz aufgrund der Situation vorzuschlagen. Am Ende des Jahres gibt es ja eh eine Abrechnung. Solltest Du Dich vertan haben und die Kosten für die Klimaanlage ersetzen die zusätzlichen Heizkosten, sodass Du wieder auf den gleichen Satz kämest, müsstest Du halt nachzahlen.


    Reden ist in den meisten Fällen besser als zu prozessieren. Die Situation kennt doch jeder, Einsicht haben hier viele...


    PS: Nur meine Meinung!