Mieter kürzt Miete unverhältnismäßig und setzt Mietzahlungen aus

  • Hallo zusammen,


    wir sind mittlerweile seit 25 Jahren Vermieter einer kleinen Wohnung. Bisher auch immer ohne Probleme. Es wurden auch stetig Sanierungsarbeiten geleistet. Doch nun sind wir an sehr unangenehme Mieter geraten. Es ging vor 3 Monaten los, dass die Mieter die Miete um 20% gekürzt haben, aufgrund der Aussage, dass braunes Wasser aus der Wasserleitung im Bad kommt. Wir haben daraufhin einen Handwerker bestellt, der dies kontrolliert hat. Wir waren ebenfalls vor Ort, allerdings war von braunem Wasser keine Spur. Daraufhin sagten die Mieter, dass dies bisher auch nur 2 Mal vorgekommen sei, nachdem sie aus dem Urlaub zurückgekehrt sind. Da es sich hier um ältere Kupferrohre handelt, kann es auch durchaus sein. Das steht außer Frage. Weiterhin haben wir einen Handwerker beauftragt die Rohre zu spülen. Die Termine wurden aber stets von den Mietern abgelehnt. Meine Frage ist eine Mietkürzung von 20% nicht vollkommen unverhältnismäßig, dafür dass bisher 2 Mal nach längerem Nichtgebrauch der Wasserleitung für ca. 4 Sekunden braunes Wasser kam?

    Der nächste Punkt ist, dass die Mieter das Mietverhältnis fristgerecht gekündigt haben und seitdem die Mietzahlung aussetzen mit der Begründung, man können die noch ausstehenden Mieten mit der Kaution verrechnen. Erstes sind noch 3 Warmmieten offen und bei der Kaution handelt es sich lediglich um 3 Kaltmieten und zweitens kann man das als Mieter einfach so einfordern?

    Bisher haben wir uns nur postalisch mit den Mietern ausgetauscht, da wir absolut nicht einverstanden sind und die Schritte der Mieter jeweils ohne Vorankündigungen erfolgt sind.

    Könnt ihr uns irgendwelche Ratschläge geben, was wir hier machen können? Ich weiß, dass den Vermietern nur sehr wenig Rechte zustehen, oftmals auch zurecht, aber wir sind ein wenig am verzweifeln.


    Beste Grüße!

  • Könnt ihr uns irgendwelche Ratschläge geben, was wir hier machen können?

    Gar nicht lange fakeln und schleunigst zum Anwalt. Das was der Mieter da versucht ist eigentlich eine gefundenes Fressen für jeden Juristen und wahrscheinlich kaum zu verlieren. Kann höchstens sein das beim Mieter nichts zu holen ist, aber dann hat man wenigstens eine Lehre für dir Zukunft an wen man vermieten sollte, und an wen nicht.

  • Vielen Dank für deine Antwort. Ja wir werden uns mal beraten lassen, allerdings haben wir keine Rechtsschutzversicherung, was nun leider ein Fehler ist. Aber danke für deine Einschätzung.

  • Der Mieter ist nicht berechtigt, während oder – wie oft praktiziert – kurz vor Ende der Mietzeit auf die Kaution zurückzugreifen, etwa um gegen die letzten Monatsmieten aufrechnen zu können.

    Dagegen steht die Kaution dem Vermieter nicht nur bei Vertragsende oder danach zur Verfügung, sondern auch während des laufenden Vertrages.

    Ließe man diese Aufrechnung zu, könnte ein Mieter – zumal dann, wenn er den späteren Zugriff des Vermieters auf die Kaution befürchtet – grundsätzlich die Mietzahlungen schon vor Ablauf des Mietverhältnisses einstellen und sodann bei einer Geltendmachung der Mietrückstände durch den Vermieter stets gefahrlos mit dem Kautionsrückzahlungsanspruch aufrechnen. Dies würde zu Lasten des Vermieters den Sicherungszweck der Kautionsvereinbarung aushebeln.

    (AG München, Urteil v. 05.04.2016, 432 C 1707/16).

  • allerdings haben wir keine Rechtsschutzversicherung, was nun leider ein Fehler ist

    Es gibt nicht nur Mieterveriene, sondern es gibt auch Vermietervereine, denen man als Vermieter beitreten kann. Die Jahresgebühr ist überschaubar gering im Vergleich zu Einzelberatungen beim Anwalt. Ich möchte keine Werbung für einen bestimmten Verein machen, denn es gibt mehrere. In der Internetsuche wirst du einige finden.

  • Alles klar, wir werden den Mieter erstmal auffordern die Miete weiterhin monatlich zu zahlen sowie die offenen Forderungen aus den Mietkürzungen zu begleichen und gleichzeitig anwältlichen Rat einholen bzw. uns mal bei einem Vermieterverein schlau machen.

    Danke für eure Hilfe!