Kündigung durch den Hauptmieter ohne Angabe von Gründen

  • Liebes Forum,


    meine Freundin hat einen unbefristeten Untermietvertrag. Der Hauptmieter hat ihr ohne Angaben von Gründen mit einer Frist von 3 Monaten gekündigt. Jetzt wurde mir bestätigt, dass dies rechtlich nicht wirksam sein soll. Es steht einfach drin: Hiermit kündige ich den Untermietvertrag für die Wohnung in der ..... zum......

    Sie möchte unbedingt ausziehen, findet aber noch keine Wohnung. Es liegen keine anderen Gründe vor, die eine Kündigung nachweislich rechtfertigen können, sie hat sogar ein Schreiben von ihrem Hauptmieter, dass immer alles störungsfrei verlaufen ist.

    Wie und mit welchem Wortlaut genau sollte sie schriftlich reagieren? Eine Räumungsklage wäre meiner Meinung nach nur zum Nachteil des Hauptmieters.... die dürfte demnach ja nicht mal eingereicht werden dürfen...


    Liebe Grüße,

    Marlene


    Dazu noch eine Frage. Die Info, dass die Kündigung wohl unwirksam ist, hat sie erst jetzt. Kündigungsfrist ist zum 30.6. Sie hat der Kündigung nicht widersprochen. Muss sie das, obwohl sie unwirksam ist? Muss sie den Hauptmieter schriftlich auf den "Formfehler" aufmerksam machen und Widerspruch einlegen? Muss sie oder kann sie?


    Liebe Grüße,

    Marlene

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  • Hallo Marlene,


    es käme darauf an, ob deine Freundin eine WG zusammen mit dem Vermieter hat, der Vermieter (ich meine den Hauptmieter) auch mit in der Wohnung wohnt. Das ist wichtig, denn in dem Fall muss er tatsächlich keinen Grund nennen, jedoch verlängert sich dann die Kündgungsfrist um 3 Monate. Andernfalls ist die Kündigung tatsächlich nur wirksam, wenn ein im Sinne des Gesetzes zulässiger Grund genannt ist.


    Geht es nur um die falsche Kündigungsfrist, kann die Kündigung umgedeutet werden mit Gültigkeit der richtigen Kündigungsfrist. Das wird auch von den Gerichten so gemacht.


    Einer komplett unwirksamen Kündigung kann man widersprechen, muss man aber nicht. Eine unwirksame Kündigung ist so ähnlich wie nicht vorhanden. Es muss jeder Mieter für sich selbst entscheiden, ob er den Vermieter darauf hinweist, oder einfach in der Wohnung bleibt, bis der Vermieter von selbst bemerkt, dass bezüglich Auszug nichts passiert.


    Der Vermieter kann selbstverständlich Räumungsklage einreichen. Das muss er auch, denn gesetzlich gibt es keine andere Möglichkeit, die Wohnung zwangsweise zurück zu bekommen. Aber dazu muss die Kündigung erst mal wirksam und das Mietverhältnis beendet sein, wenn der Vermieter mit der Klage erfolgreich sein will.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.

  • Hallo Fruggel,


    danke für deine Antwort und fürs Gedanken-Machen. Nein, der Hauptmieter wohnt nicht mit in der Wohnung. Demnach ist die Kündigung unwirksam und sie muss den Hauptmieter auch nicht auf seinen Fehler hinweisen. Das ist schon mal hilfreich, weil die Frage noch im Raum steht, ob sie Widerspruch einlegen muss.

    Sie hat keinen Anwalt und nur wegen der Frage, ob Widerspruch eingelegt werden muss oder nicht, wird sie sich auch keinen nehmen. Da ist das Geld zu knapp. Ich gebe ihr das mal so weiter, auch mit der Auskunft, dass du kein Anwalt bist, sondern dass ich diese Info hier aus dem Forum habe. Dann kann sie entscheiden, ob ihr die Gültigkeit dieser Aussage so ausreicht. Oder kennst du noch einen Text oder eine Quelle, wo drin steht, dass man bei einer unwirksamen Kündigung keinen Widerspruch einlegen muss?


    Liebe Grüße,

    Marlene

  • Das ergibt sich aus dem Wortlaut des §573 BGB:

    Zitat

    1) Der Vermieter kann nur kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses hat

    Umgekehrt formuliert also, hat er kein berechtigtes Interesse im Sinne dieses Paragraphen, dann kann er nicht kündigen. Und wenn es keine Rechtsnorm gibt, die es dem Vermieter erlaubt, dann ist das was er erklärt, schlicht nicht existent, gegenstandslos.


    Ich kann nur bezogen auf die gegebene Information antworten, mehr nicht. Ein Anwalt würde sich auch den Vertrag anschauen und daraus möglicherwiese noch andere Erkenntnisse gewinnen. Daher sollte man schon wissen, was man tut oder sich im Zweifel weitergehend beraten lassen.

    Meine Antworten zeigen lediglich meine persönliche Meinung, wie ich eine Sache auf Basis der gegebenen Informationen einschätzen würde. Rechtssicherheit hingegen kann nur ein Anwalt geben.