Zwischenzähler im Hobbyraum

  • Guten Tag,

    ich miete einen Hobbyraum in einer Tiefgarage eines Wohnhauses mit ca. 16 Parteien. Dort möchte ich ein Trainingsraum einrichten. Der Nachbar welcher direkt über diesem Raum wohnt, hat allerdings ein Problem damit. Der Vermieter und gleichzeitig der Eigentümer, hat damit aber kein Problem. Nun bekomme ich noch Licht und 2-3 Steckdosen installiert, welche über einen Zwischenzähler laufen sollen.

    Nun hatte ich letztens ein Gespräch mit dem Nachbarn. Ich wollte mich nur kurz vorstellen. Nach langer Diskussion meinte er, dass es nichts wird mit meinem Trainingsraum, unteranderem, weil es nicht mit rechten Dingen zugehen würde, da ich ja nur ein Zwischenzähler habe und ich eigentlich einen eigenen Zähler brauche, der angemeldet werden muss. Er meinte, sein Anwalt wird dem Vermieter demnächst schreiben und ich würde wahrscheinlich mit im Boot sitzen.

    Daraufhin habe ich meinen Vermieter angerufen. Er meinte ich soll mir keine Sorgen machen, sein Elektriker meinte, das ist erlaubt.

    Stimmt das? Oder hat mein Nachbar recht? Würde irgendwas auf mich zurückkommen?

    Danke schonmal für eure Hilfe.

    Schöne Grüße

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  • Hier werden mehrere Aspekte vermischt.


    1.

    Grundsätzlich kann der Vermieter die einen beliebigen Kellerraum als Trainingsraum vermieten. Das ist ein Vertragsverhältnis zwischen zwei Parteien und wenn sich diese beiden einig sind, besteht hier kein Problem.


    2. Das Baurecht könnte schon das erste Hindernis darstellen. Damit ein Raum als Aufenthaltsraum genutzt werden darf, schreibt die Landesbauordnung Mindestanforderungen an Licht, Raumhöhe, Fluchtwege und ggf. auch Heizmöglichkeiten vor. Das wird bei Kellerräumen regelmäßig schwierig, wenn diese mindestens fast vollständig unterirdisch sind. Du kannst dann den Raum ggf..nicht so nutzen wie geplant und es kann von offizieller Seite ein Nutzungsverbot als Aufenthalts ergehen. Wo kein Kläger, da kein Richter, aber in eurem Fall gibt es vermutlich einen Kläger.


    3. Allgemeinstromkosten in der Abrechnung. Das betrifft dann den Nachbarn und deinen Vermieter. Ggf. will dann der Nachbar gegen die Umlage des Allgemeinstrom vorgehen. Das ist aber nicht dein Problem. Einen weiteren offiziellen Zähler kann man man meistens nicht ohne weiteres einbauen bzw kostet das in der Installation und im Betrieb viel Geld. Da wäre es einfacher, die Zuleitung zu diesem Kellerraum einfach auf deinen Zähler zu klemmen. Wie gesagt ist das aber nicht dein Problem.

    Elektriker würde ich in Bezug auf eine korrekte Umlage von Allgemeinstrom nicht befragen, genauso wenig wie Sanitärbetriebe der richtige Ansprechpartner für die Ausstattung für Heizkostenabrechnungen sind.

  • Danke schonmal für deine Antwort. Es könnte ein Problem mit der Deckenhöhe geben -2,25m. Ist das im Kellerraum erlaubt? Fenster gibt es, eine Tür auch, hinter der 2 Wege nach außen führen.


    Und was bedeutet "gegen die Umlage des Allgemeinstrom vorgehen"?

  • Ich meinte damit, dass der Nachbar bei der Abrechnung die Position Allgemeinstrom bemängeln könnte, wenn seiner Meinung nach darin Verbrauch enthalten ist, der dir und nicht der Allgemeinheit zuzuordnen ist. Er könnte dann versuchen, diesen Posten zu mindern. Ich persönlich halte das nicht für aussichtsreich, wenn es einen Zwischenzähler gibt, aber man weiß nie, wie das im Einzelfall eingeschätzt wird. Aber das ist letztlich das Problem des Vermieters.

  • Hallo joern,


    wegen dem Stromversbrauch sehe ich keine Probleme. Denn wenn ein Zähler für deinen Raum eingebaut wird, dann werden die anderen Mieter ja um diesen Betrag, der sich daraus errechnet, entlastet. Es hat also kein anderer Mieter einen Nachteil. Aus diesem Grund würde eine Beschwerde der Nachbarn in diesem Punkt im Sande verlaufen.


    Viel interessanter wäre aber noch zu wissen, aus welchem Grund der Nachbar ein Problem mit dem Trainingsraum hat. Das fehlt leider in deinen Informationen. Naheliegend wäre die Vermutung, dass der Nachbar ein entsprechendes Geräuschaufkommen befürchtet, durch das er sich belästigt fühlen könnte. Diese Befürchtung reicht allerdings nicht aus. Beschwerden dahingehend könnte er erst äußern, wenn es tatsächlich solche Beeinträchtigungen für den Nachbarn gibt.


    Ein weiteres Szenario wäre noch denkbar, falls es sich bei dem Haus nicht um ein Mietshaus handelt, sondern um eine Eigentümergemeinschaft. In diesem Fall gibt es dann nämlich eine Vereinbarung zwischen den Eigentümern, welche Bereiche des Gebäudes in welcher Weise und von wem genutzt werden dürfen. Es kann also möglich sein, dass der Vermieter laut dieser Vereinbarung gar keine Erlaubnis hat, den Raum zum beabsichtigten Zweck zu vermieten. Dann können die anderen Eigentümer durchaus etwas dagegen unternehmen.


    Du siehst, manche Dinge sind doch nicht so ganz trivial wie sie erscheinen und lassen sich erst mit weiteren Informationen beantworten.

  • Vielen Dank für eure Antworten, ihr habt mir auf jeden Fall weitergeholfen!



    Er befürchtet, dass es zu laut wird, da er direkt über dem Raum wohnt. Beweise hat er keine. Der Raum befindet sich in der Tiefgarage und das ganze Gebäude ist ein Neubau. Da ist also eine dicke Decke zwischen. Mit der Frau haben wir bereits getestet, ob man oben etwas hört. Man hat weder Musik noch irgendwas anderes gehört. Er befürchtet außerdem, dass wir Dreck hinterlassen werden. Ich wollte ihn vom Gegenteil überzeugen und das alles mit ihm klären, aber er ließ nicht mit sich reden. Und der Herr ist nur Mieter, der Vermieter darf den Raum auf jeden Fall vermieten.


    Zwischenzähler wurde heute eingebaut. Somit ist unser Stromverbrauch schön getrennt von dem Rest.

  • Er befürchtet, dass es zu laut wird

    Dann muss er warten, bis du den Raum nutzt. Und wenn es dann tatsächlich zu laut ist, dann kann er sich beschweren und nicht früher. Das kannst du also ignorieren.

    Er befürchtet außerdem, dass wir Dreck hinterlassen werden

    Auch das kann er erst dann als Anlass für eine Beschwerde nehmen, wenn es tatsächlich so sein sollte. Das musst du jetzt also nicht weiter beachten.


    Bemühe dich nicht weiter um dein Nachbarn. Sei einfach freundlich wenn du ihm begegnest, aber lass dich auf keine Diskussionen ein, die würden zu nichts führen. Du kannst auf deinen Vermieter verweisen, zu dem er bitte gehen möge, wenn es ein Problem gibt.