Unzureichender Zugangsschutz im Keller durch Gewerbenutzung

  • Sehr geehrte Community,


    Fakten:


    1. Ich bewohne mit meiner Partnerin eine Wohnung in einer der oberen Partien eines Mehrfamilienhauses, mit im Erdgeschoss befindlicher Arztpraxis.
    2. Die Hausordnung erlaubt eine unverschlossene Haustür zwischen 6-20 Uhr, dementsprechend steht die Haustür zur gewerblichen Nutzung, während der Öffnungszeiten der Praxis offen. (Die Arztpraxis verzichtet auf die Klingel)
    3. Eine Tür die den uns im Mietvertrag eingebundenen Kellerraum von dem Gewerbepublikum der Arztpraxis trennt, existiert nicht.


    Problem:


    Durch den oben genannten Mangel einer Kellertür, ist es einem jeden Möglich sich innerhalb eines Augenzwinkerns vom Treppenhaus in die vermieteten Kellerräume zu stehlen.

    In der Vergangenheit habe ich den Fehler gemacht, dort unter anderem mein Fahrrad zu verwahren.


    Gelegenheit schafft bekannter Weise Diebe, sodass im Dezember 2019 in meinen Keller eingebrochen und einiges entwendet wurde, das habe ich zur Anzeige gebracht (Nur um den Vorfall zu dokumentieren, dass ich nichts von meinem Besitz wiedersehe, war mir gleich bewusst.).


    Die Kellerräume sind kleine, einsehbare Parzellen mit Holzumschlag, gesichert durch ein Haushaltschloss.


    Die Polizei meinte damals vor Ort zu mir, ich sollte die Arztpraxis auffordern zukünftig nur noch "per Drücker" zu öffnen, sodass das Fehlen der Kellertür durch den kontrollierten Einlass der Arztpraxis, kompensiert wird. Zumindest bis der Vermieter nachrüstet. (nichts Schriftliches von der Polizei, nur das Aktenzeichen)


    - stand Heute -


    Die Arztpraxis übt (verständlicher Weise) das Ihr in der Hausordnung aufgefasste Recht der "unverschlossenen Haustür" aus.

    Der Vermieter und die Verwaltung äußern sich auch nach wiederholter Nachfrage nicht zum Thema der fehlenden Kellertür.

    Ich befürchte, dass gestern wieder jemand zumindest versucht hat sich an meinem Keller zu bedienen.


    Frage(n):


    Habe ich ein Anrecht darauf, dass der mir vermietete Kellerraum, in dessen Nähe sich auch Stromzähler, Gemeinschaftsraum (offen einsehbar / betretbar) u.ä. befinden auch durch eine Tür abgesichert, beziehungsweise abgetrennt ist?

    Vorallem dann, wenn ein dem Haus fremdes Gewerbepublikum durch die Hausordnung ungehindert und ungesehen jederzeit dort hingelangen kann?

    Wie würdet Ihr euch verhalten?

    Ich bin nicht darauf aus, mich in unnötige Konflikte zu versteifen, ich will nur meine verdammte Kellertür! :D


    Vielen Dank für's Lesen und die eventuell hilfreichen Gedanken.

  • Hallo,


    das ist ein etwas komplizierteres Thema. Denn in aller Regel kann man den Vermieter nicht zwingen, zusätzliche Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Es kommt auch sehr viele Faktoren an. Unter anderem würde es auch eine Rolle spielen, ob der Diebstahl deines Fahhrades ein Einzelfall war oder ob es schon häufiger zum Diebstahl gekommen ist bei anderen Bewohnern. Du könntest mal bei der Beratungsstelle der Kriminalpolizei nachfragen. Die beraten kostenlos und kommen auch ins Haus um sich die Sitaution anzuschauen. Deren Bewertung kann vielleicht ein höheren Gewicht haben.


    Weiterhin wäre wichtig, dass du selber alles unternommen hast, um Diebstahl vorzubeugen. Beispielsweise kannst du innerhalb des Kellers an den Holzlatten Pappe oder ein ein Geflecht anbringen, sodass man nicht mehr rein schauen kann. Oder es kommt einfach nichts mehr Wertvolles in den Keller.


    Wenn du den Vermieter erneut auf das Problem ansprichst, dann sage nichts von der Kellertür, die du dir wünscht, sondern bitte einfach nur um eine Lösung des Problems. Sag, du fühlst dich einfach nicht sicher, da es jederzeit zum Einbruch kommen kann. Und ob er nicht eine Idee hätte. Vielleicht kann er etwas anderes anbieten.

  • Es gibt vereinzelt Gerichte, die einen Mangel darin erkennen, wenn die Haustür nicht verschlossen werden kann. Die Begründung liegt dann darin, dass auch das Sicherheitsgefühl innerhalb der Wohnung/Haus mit zu den berechtigten Interessen des Mieters gehören. Aber man darf nicht verschweigen, dass eine Mehrheit der Gerichte sowas ablehnt, auch wenn es bereits mal zum Diebstahl gekommen war.


    Am Ende entscheidet der Richter nach seiner Überzeugung. Aber niemand kann dir sagen, wie es der Richter sehen wird. Ich würde es nur machen, soweit ich eine Rechtsschutzversicherung hätte ohne Selbstbeteiligung.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Hallo,


    ich habe hier noch ein BGH Urteil gefunden was deinen Anspruch stützen könnte: BGH, Urteil vom 17. 5. 2001 - III ZR 283/00 (KG) Randnummer 21.


    Es bleibt aber dabei, dass hier ein relativ großes Prozessrisiko vorhanden ist.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.