WG: Forderung nach Abschlags-/Ablösezahlung für nicht klar bezeichnetes Inventar

  • Hallo,


    Mein Problem ist folgendes: Ich bin am 1.5. in eine 3er WG gezogen. Der Vormieter meines Zimmers hat bei seinem EInzug damals eine Kaution sowie einen Abschlag, den seine Vormieterin forderte, bezahlt. Laut meiner anderen beiden Mitbewohnern hätte er damals den Abschlag nicht zahlen müssen (beiden haben ihrerseits dies nicht tun müssen), hat dies jedoch getan um Streitereien zu vermeiden.
    Nun möchte er diesen Abschlag von mir haben, da er natürlich sein Geld wiederhaben möchte. Da ich diesem Abschlag nicht klar wiedersprochen habe, bin ich, soweit ich das nach Gesprächen mit befreundeten Juristen verstanden habe, dazu verpflichtet ihn zu zahlen. Allerdings stellt sich mir die Frage, wofür ich diesen Abschlag zahlen soll, da er das damals auch nicht klar wusste. Anscheinend für unser Kücheninventar, dass anscheinend seine Vormieterin gestellt hat (seine Worte: große Küchengeräte wie Herd, Arbeitsplatte, Waschmaschine und Kühlschrank und in einer anderen Mail schreibt er für Teile des Kücheninventars). Muss er das nicht klar belegen können wofür genau der Abschlag ist? Denn sonst könnte ja jeder Vormieter bei einem Einzug einfach so sagen, du musst für "dies und das" "jenes" zahlen. Meine Mitbewohner sagten außerdem noch, dass seine Vormieterin alles mitgenommen hat, was ihr gehört hat, wofür also der Abschlag. Noch dazu argumentiert er damit, dass der Abschlag in einem Untermietvertrag festgehalten wurde. Unsere Immobilienverwaltung sagt jedoch, das alle die hier wohnen Hauptmieter sind, es also keine Untermietverträge gibt.


    Die Situation sah bei seinem Eizug hier anscheinend so aus:


    Seine Vormieterin wollte aus der WG ausziehen und hat fristgerecht gekündigt. Sie wollte jedoch noch früher raus und hat sich für die verbleibenden Monate einen Untermieter (eben meinen Vormieter) in das Zimmer geholt. In dem Untermietvertrag zwischen den beiden ist anscheinend der Abschlag manifestiert. Jedoch hat er nach den drei Monaten in denen er zur Untermiete hier wohnte einen richtigen Nachtrag zu Hauptmietvertrag bekommen.


    Meine hauptsächliche Frage nun:


    Ist ein in einem solchen Untermietvertrag manifestierter Abschlag rechtsgültig (werden Abschläge nicht Mieterintern geklärt, in unserem Fall hat der Vermieter nichts damit zu tun), auch wenn dieser vor meiner Zeit schon abgelaufen ist und inwiefern muss mein Vormieter mir nachweisen, wofür der Abschlag ist?? Ich habe erstmal gesagt, dass ich nicht einsehe, dass ein solcher Abschlag gerechtfertigt ist, vor allem das dieser immer weitergereicht wird (In meinem Mietvertrag ist davon nichts erwähnt). Nun droht er mit zivilrechtlichen Schritten wenn ich nicht binnen 2 Wochen zahle...


    Über eine kleine rechtliche Einschätzung wäre ich sehr dankbar ;)


    Philipp

  • Ohne Nachweis, wofür der Abschlag gefordert wird, würde ich keine Zahlungen leisten, zumal aus meiner Sicht mit Ihrem Vormieter kein Vetrag in irgendeiner Form geschlossen wurde. Auch ein mündlicher Vertrag beruht noch immer auf dem Prinzip Angebot und Annahme.

  • Erst einmal danke für die Antwort Gruwo!!


    Als ich damals von den anderen beiden Mitbewohnern bescheid bekam, dass ich hier einziehen kann, hatte ich Emailkontakt mit meinem Vormieter. In diesem ersten Emailkontakt schrieb er mir von einer Kaution und eben diesem Abschlag. Bezüglich des Abschlages äußerte ich in einer zweiten Mail meine Skepsis, woraufhin er mir als Grund für den Abschlag eben das Kücheninventar nannte und auch schrieb, dass er das wohl im Untermietvertrag stehen hat. Ich habe daraufhin nicht weiter geantwortet, also nicht klar gesagt, dass ich NICHT zahlen werde. Könnte mir daraus ein Strick gedreht werden? Denn er sagt der Abschlag war Bedinung für den Einzug, was ich nicht ganz rechtens finde, da er ja aus der WG auszieht und die Bedinung eher ist, dass die beiden anderen Mitbewohner mit meinem Einzug einverstanden sind. Es ist halt die Frage was gilt... Ein befreundeter Jurist meinte schon, dadurch, dass ich nicht gesagt habe, dass ich mit dem Abschlag nicht einverstanden bin, habe ich mir selbst einen Strick gedreht und muss diesen Abschlag zahlen... Wie seht ihr das?

  • Zunächst einmal entscheidet nicht Ihr Vormieter wer als Nachfolger der WG infrage kommt. Wie sind Sie denn Vertragspartner der WG geworden. Gibt es einen Vertrag und wenn ja, ist dies ein Untermietvertrag oder sind Sie tatsächlich womöglich durch einen Nachtrag zum Mietvertrag dritter Hauptmieter der WG geworden.


    Ob Ihr Vormieter Ihre nicht erfolgte Reaktion auf die letzte EMail als stillschweigendes Einverständnis werten kann, müßte im Streitfall ein Richter entscheiden. Persönlich habe ich hier eher meine Zweifel, da Sie Ihre Skepsis zum Ausdruck gebracht haben und Ihnen die notwendigen Nachweise scheinbar nicht vorgelegt wurden. Nur die Behautpung Ihres Vormieters, eine entsprechende Vereinbarung würde auch wohl sich in seinem Untermietvertrag getroffen sein, reicht meines Erachtens als Nachweis nicht aus.

  • Ich bin durch einen Nachtrag zum Mietvertrag dritter Hauptmieter in der WG geworden. Die Immobilienverwaltung hat auf meine Anfrage auch verneint, dass es hier Untermietverträge gibt. Sein Untermietvertrag hat meines Erachtens nach auch für mich keine Gültigkeit, zumal er die Abmachung über den Abschlag ja mit seiner Vormieterin und nicht mit mir getroffen hat. Danach bin ich meiner Meinung nach in keinster Weise vertraglich gebunden. Außerdem galt sein Untermietvertrag auch nur für drei Monate bis zu dem Zeitpunkt, als der Hauptmietvertrag seiner Vormieterin auslief und er selber dritter Hauptmieter in der WG wurde.

  • Mit dem Untermietvertrag Ihres Vormieters haben Sie tatsächlich nichts zu tun. Und nach Lage der Dinge würde ich eher behaupten, dass Ihr Vormieter wenn überhaupt, Ansprüche gegen die komplette WG und nicht nur gegen Sie geltend machen müßte, sofern er überhaupt den von Ihnen gewünschten Nachweis erbringen kann.