Darf Vermieter die Tötung/Beseitung der Mieterkatze mündlich androhen?

  • In meiner Geschichte hat Vermieter/in V ihrem Mieter M in letzter Zeit mehrfach mündlich zu verstehen gegeben, dass die (zierliche, kleine, sanfte, menschenfreundliche) Katze des Mieters (Freigänger, ländliche Wohngegend, Erdgeschoss) unverzüglich zu verschwinden habe, da V die Katze sonst (abwechselnd) erschießen würde / etwas gegen die Katze kaufen würde, M wisse schon, was / die Katze ins Auto packen und irgendwo im Wald aussetzen würde.


    Die Katze springe V in den Rücken, wenn M nicht zuhause sei. Dies sei in der Vergangenheit bereits einmal geschehen. (Eine Art Dr.-Jekyll/Mr.-Hyde-Katze also, die M in den vergangenen Jahren selbst aber immer nur als Dr.-Jekyll-Katze erlebt hatte. - Aber Katzen sind ja so raffiniert!) Bei dem Tier in der Geschichte handelt es sich um eine zugelaufene Katze. Ursprünglicher Halter schon lange bekannt, fühle sich aber nicht mehr verantwortlich, weil das Tier ja eh nicht mehr zu ihm komme. (Klingt, der Knappheit geschuldet, allerdings herzloser als es ist.)


    Auch wenn es das Mietrecht allenfalls streift (so wie ein Auto auch schon mal ein verhasstes Haustier Dritter streift): Ist es rechtlich zulässig, dass V seinen Forderungen an M durch genannte Drohungen, insbesondere Tötungsdrohung, wiederholt Nachdruck verleiht? - V jedenfalls sieht sich nach eigenen Angaben mindestens dahingehend im Recht, dass V die Katze verschleppen und im Wald aussetzen dürfe und macht auch vor (allesamt leider vom fatalen Harmonie-Virus befallenen) umliegenden Hausnachbarn keinen Hehl daraus.


    Für den Hinterkopf: Beim Tierarzt war M mit dem Tier notfallmäßig im vergangenen Jahr auch schon gewesen. Diagnose: Trauma durch stumpfe Gewalteinwirkung. Laut Röntgenbefund keine inneren Verletzungen. - Vor Jahren endete das lediglich häufige Herumstreunen eines freundlichen Nachbarkaters auf dem V-Grundstück damit, dass das Tier von einem Tag auf den anderen nie wieder gesehen wurde. M war seinerzeit für ein paar Tage verreist gewesen. Gefüttert wurde das Tier allerdings zuhause, ein paar Häuser weiter. V hatte damals gerade bei sich zuhause einquartierten Verwandtenbesuch aus Europa. Auch damals schon: Anrainer-Harmonie pur.


    Gut gemeinter Tierarztrat an den Tierhalter mit dem rot angelaufenen Kopf: "Vorsicht mit voreiligen Schuldzuweisungen! Katze kann auch beim Klettern unglücklich auf einen Ast gestürzt sein!"

  • Oh bitte, das hat mit Mietrecht nicht die Bohne zu tun. Es ist traurig, wenn die Streitereien zwischen Mieter und Vermieter auf dem Rücken einer kleinen Katze ausgetragen werden, aber das ist kein Mietrecht.

  • Wenn die Katze auf dem Gelände des Miethauses wohnt hat das natürlich was mit dem Mietrecht zu tun. Der Vermieter kann sowas auch untersagen, dass gehört nicht zum vertragsgemäßen Gebrauch Tiere auf dem Hof/Garten oder so zu füttern. Es bedarf der Erlaubnis.


    Solche Drohungen gegen eine Katze sind natürlich zu unterlassen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • M füttert die Katze ausschließlich in seiner Küche. Bezüglich Katzenhaltung wurde in dieser Geschichte tatsächlich schon ein Anwalt konsultiert. Der gab grünes Licht, aufgrund einer vieldiskutierten Rechtsprechung von 2013, die insbesondere die vorgedruckten Klauseln in diesen Blut- und Boden-Mietverträgen für nichtig erklärt haben soll, die immer gerne von Vermieterseite aus gezückt werden.


    "Sind zu unterlassen" ist schon klar. M fragt sich eher, ob er damit irgendwann zur Polizei gehen soll.


    Vielen Dank für die Antworten.