Kündigung durch Eigenbedarf

  • Wir sind eine kleine Familie mit einem 2 jährigen Sohn und gestern ist für uns eine Welt zusammengebrochen.

    Wir sind im Mai diesen Jahres in unsere neue Wohnung gezogen. Gestern hat uns unsere Vermieterin verkündigt dass wir bis Ende des Jahres nun ausziehen müssen,da sie selbst in die Wohnung ziehen will.

    Wir haben nun etwa 2 Monate hier gewohnt und grad alles fertig eingerichtet.. Insgesamt hat uns alles um die 7000 Euro gekostet, inklusive einer neuen Küche, da keine in der Wohnung vorhanden war.

    Unser Sohn hat sich hier grad überall eingewöhnt, ist auch sehr zufrieden im Kindergarten.

    Wir haben über 2 Jahre nach einer neuen Wohnung gesucht, da hier bei uns der Wohnungsmarkt sehr sehr angespannt ist.

    Wir haben in 2 Wochen einen Termin mit einem Anwalt. Ich wollte aber hier mal nachfragen wie unsere Chancen stehen zumindest erst vorerst in der Wohnung zu bleiben,zumal es in der jetzigen Situation uns auch finanziell gar nicht möglich ist..

    Geschweige denn davon eine vergleichbare Wohnung zu finden..

    Danke für die Antworten

  • Eine Beratung beim Anwalt ist gut. Damit der Eigenbedarf nach so kurzer Zeit gerechtfertigt ist, braucht es schon eine sehr gute Begründung. Es durfte bei Vertragsabschluss noch nicht absehbar gewesen sein, dass die Vermieterin die Wohnung selbst benötigt. Dies kann aber nur ein Anwalt im Einzelfall beurteilen und dann Ratschläge für das weitere Vorgehen geben. Im Streitfall findet vor Gericht eine Interessenabwägung statt, eure Interessen zu bleiben gegen das Interesse der Vermieterin.


    Ohne die Begründung der Kündigung kann man keine Tendenz abgeben, ob Chancen bestehen oder nicht.

  • Ist diese Eigenbedarfskündigung bereits schriftlich erfolgt und wenn ja mit welchen Worten? Bitte den Text der Kündigung Wort für Wort abtippen, denn bei dieser Art der Kündigung werden Fehler gemacht und die Kündigung ist ungültig.

  • Eine schriftliche Kündigung gab es noch nicht. Die Vermieterin wollte eigentlich dass wir etwas unterschreiben, wo wir dann einvernehmlich kündigen.

    Das werden wir sicher nicht unterschreiben, daher wird die Kündigung wohl die nächsten Tage kommen.

    Ihre Begründung ist, dass ihr Tochter bald ein Baby bekommt (sie war schon schwanger als wir den Mietvertrag unterschrieben haben) und nun eine größere Wohnung benötigt. Sie soll daher in die Eigentumswohnung der Vermieterin ziehen und unsere Vermieterin in unsere Wohnung. Wobei es uns schon etwas komisch vorkommt, da wir im 3.stock ohne aufzug wohnen und unsere Vermieterin schon mehrere Bandscheiben Vorfälle hatte und etwas älter ist..

  • Ihre Begründung ist, dass ihr Tochter bald ein Baby bekommt (sie war schon schwanger als wir den Mietvertrag unterschrieben haben) und nun eine größere Wohnung benötigt.

    Damit stehen die Chancen nicht schlecht das diese Eigenbedarfskündigung erstmal abgewehrt werden kann. Trotzdem sollte man sich dann überlegen, ob man sich auf die Suche nach einer neuen Wohnung macht, denn wahrscheinlich wird der Vermieter weiter versuchen euch aus der Wohnung raus zubekommen. Sobald ihr eine neue Wohnung habt könnte man ja über einen Aufhebungsvertrag sprechen mit einer entsprechenden Ablösung.


    Gleich als Hinweis, redet nicht mehr mündlich, nur noch schriftlich, alles andere ist im Zweifel nichts Wert.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Vielen Dank für den Hinweis..

    Ja es ist sicher nicht so lustig weiter in einer Wohnung zu wohnen, in der man eigentlich nicht gewünscht ist und Streit mit dem Vermieter hat..

    Eigentlich war es unsere Traumwohnung, aber es ist nun mal so wie es ist.

    Es wäre einfach schön genug Zeit zu haben etwas vergleichbares zu finden. Unser Anwalt wird uns da sicher weiter helfen können.

  • Hallo,

    Ich hatte schon vor einiger Zeit einen Betrag hierzu verfasst.

    Unsere Vermieterin hat uns nachdem wir 2 Monate in der wohnung gewohnt haben gekündigt... der Grund ist, dass ihre Tochter ein Baby bekommen hat und nun eine größere Wohnung braucht (sie war natürlich schon schwanger als wir den Mietvertrag unterschrieben haben). Nun soll ihre Tochter in ihre Eigentumswohnung ziehen und unsere Vermieterin in unsere Wohnung.

    Mittlerweile waren wir beim Anwalt. Der hat uns aber keine Hoffnung gemacht.. er meinte Eigenbedarf ist ein kündigungsgrund, sie müsste uns auch keine andere Wohnung vorschlagen und Geld müsste sie uns auch nichts zahlen..

    Wir sind total verzweifelt und können nachts nicht mehr schlafen.. wir wohnen in einer Gegend mit extremen Wohnungsmangel und haben 2 Jahre nach einer neuen Wohnung gesucht.. nun haben wir Angst Ende des Jahres mit unserem kleinen Sohn auf der Strasse zu stehen.. was können wir denn noch machen?? Die Vermieterin hat das doch alles auf jeden Fall gewusst als wir den Mietvertrag unterschrieben haben..

    Der Anwalt meinte nur es geht jetzt alles vor Gericht und in ein paar Monaten kommt dann die Räumungsklage! Was ist wenn wir bis dahin noch keine neue Wohnung haben??? Vor allem hat der Umzug vor ein paar Monaten viel Geld gekostet und das jetzt alles noch einmal...;(;(;(

    Ich finde es echt unglaublich dass man vor sowas gar nicht geschützt wird, vor allem als Familie


    Beitrag in das bestehende Thema verschoben,da die bisherigen Beiträge relevant sind zur Beantwortung.

  • Dazu kann ich nur feststellen, dass ihr den falschen Anwalt habt. Hat dieser Anwalt denn wenigstens angedeutet, dass euch ein Schadensersatz zustehen könnte für den erneten Umzug innerhalb der kurzen Zeit?

  • Bitte sucht euch einen neuen Anwalt, der derzeitige scheint wirklich schlecht zu sein.


    1. Der Eigenbedarf dürfte Rechtsmissbräuchlich sein, da dieser absehbar war, da die Schwangerschaft bereits vor dem Abschluss des Mietvertrages bekannt war.

    2. Wird sicherlich nicht jetzt alles vor Gericht gehen und dann in paar Monaten erst die Räumungsklage kommen. Die Räumungsklage wird die erste Sache sein, die vor Gericht geht. Oder wird etwa Feststellungsklage auf die Wirksamkeit der Kündigung erhoben? Sowas kommt in der Praxis nicht vor.

    3. Werdet ihr nicht einfach auf die Straße gesetzt, da gibt es genügend Möglichkeiten sowas in die Länge zu ziehen und Vollstreckungsschutz zu beantragen.

    4. Habt ihr bei einer rechtswidrigen Kündigung durchaus Anspruch auf Schadensersatz, aber da gibt es dann meistens Ärger über die Höhe.


    Also erstmal ganz ruhig bleiben und einen Fachanwalt für Mietrecht suchen, der bei einschlägigen Bewertungsseiten gute Bewertungen hat.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Okay das beruhigt mich etwas.. wir haben uns diesen Anwalt jetzt genommen, weil er ein Bekannter von meinem Schwiegervater ist und wir sonst noch nie mit sowas zu tun hatten. Mein Schwiegervater ist aber auch etwas entsetzt, daher werden wir uns wohl jemanden anderes suchen müssen..

    Aber wie genau läuft es dann jetzt ab?
    Der Anwalt meinte er liegt jetzt natürlich Widerspruch ein und darauf hin müsste unsere Vermieterin die Kündigung einklagen. Klar war es eigentlich alles vorhersehbar, aber wenn sie einfach erzählt man hat es vorher nicht gewusst, dass ihre Tochter nun eine größere Wohnung braucht kann man es ja ihr ja nicht beweisen.. meint zumindest der Anwalt..

  • Die Rechtsmissbräuchlichkeit muss von euch bewiesen werden, aber die Schwangerschaft ist ein starkes Indiz zur Absehbarkeit und dieser muss nicht gekannt werden, sondern vorhersehbar gewesen sein. Wenn man bewusst die Augen davor quasi verschließt, dann wird eher der Mieter geschützt.


    Aber das ist dann vom Richter abhängig und von den konkreten Vorträgen der Parteien. Es kann natürlich entsprechend vorgetragen werden, dass die Tochter eine andere Wohnung nutzen sollte, die aber abgebrannt ist...zum Beispiel. Aber das kann man noch nicht absehen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.