Kündigung Eigenbedarf, Wohnung gefunden, aber frührerer Einzug

  • Hallo,


    ich habe eine Kündigung bekommen wegen Eigenbedarf (Nachwuchs); Eigentümer sind auch gleichzeitig meine Vermieter und wohnen im selben Haus unter mir. Die Dame ist nun wohl schwanger. Ich denke nicht, dass sie wirklich direkt die 65 qm hier brauchen, ich denke eher, sie wollen mich schon mal los werden, weil es Streitigkeiten dies Jahr gab über die Miete (sie wollten eine Mietererhöhung, hatte mir aber einen Anwalt genommen und er konnte dem entegegenwirken, weil es unverhältnismäßig war und zudem Formfehler beinhaltete). Dass sie "irgendwann" hier oben die Wohnung für sich nutzen wollen, glaub ich jedoch schon. Ich nehmen an, sie wollen dann in Ruhe schon mal hier alles umbauen etc. - wer weiß.


    Raus muss ich zum 1.11.2020 sein. Meine Frage:


    Kann ich auch schon eher raus? Hab eine Wohnung bekommen, früher als gedacht, zu der ich zum 1.9.2020 rein muss (die Wohnungslage hier ist ein wenig schwer, es war also eine Sache von direkt annehmen, wenn es sonst passt, oder weiter suchen, und vielleichts nichts gutes mehr finden). Oder muss ich trotzdem bis zum 1.11. die Miete hier weiter zahlen?


    In der neuen Wohnung werde ich jetzt Ende des Monats einziehen, also zum 1.9. Einzug. Am liebsten würde ich natürlich auch dann die jetzige Wohnung entsprechend so verlassen, dass ich keine doppelte Miete (für 2 Monate) habe.


    LG



    Finde leider keine Editierfunktion. Deswegen, Edit:


    Nach ein paar Recherchen hier im Forum sehe ich, dass es anscheinend wohl so ist, dass ich zw. 0 und 3 Monate ausziehen kann, ich aber trotzdem bis Ende der 3-Monatsfrist Miete zahlen muss.


    Außer ich einige mich mit dem Vermieter, Stichwort Mietaufhebungsvertrag.


    Damit ich meine Chancen etwas besser abwägen kann: Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass ich gegen die Eigenbedarfskündigung angehen könnte? Die wohnen dort unter mir zu 2 mit 70 qm + Wintergarten + Garten + Garage + Keller. Hätte gern in irgendeiner Form ein Druckmittel, dass die tatsächlich gewollt wären, dass ich zum 1.9 den Mietvertrag auflösen kann, da sie sonst Angst hätten, ich könnte dagegen an gehen und alles furchtbar in die Länge ziehen etc.


    Der neue Mietvertrag ist auch (bewusst) noch nicht unterschrieben, das ist eigentlich erst am 17.8 vorgesehen.

  • da sie sonst Angst hätten, ich könnte dagegen an gehen und alles furchtbar in die Länge ziehen etc.

    Das dürfte nach der Lage deiner Informationen sehr schwer bis unmöglich sein. Größere Chancen hättest du bei der Eigenbedarfskündigung, dass dein Anwalt einen Fehler findet. Aber das wird nichts an der Doppelzahlung der Miete ändern.

  • Danke für die Antwort.


    Was würde denn sein, wenn der Anwalt einen Formfehler findet? Ist dann die ganze Kündigung ungültig, so als ob es nie eine gegeben hätte?

  • Ist dann die ganze Kündigung ungültig, so als ob es nie eine gegeben hätte?

    Ja, aber das hilft dir nicht bei dem Bezug deiner neuen Wohnung, die ist dann weg. Hat das Haus noch mehr Wohnungen, oder nur deine und die der Vermieter?

  • nee genau, nur die beiden Wohnungen, "unten" und "oben"


    ich probier's dann mal mit ner Einigung, vielleicht lassen sie sich ja auf 2 oder wenigstens 1 Monat weniger ein, da ist ja jeder Monat bares Geld - danke!

  • Es kann durchaus möglich sein, dass ein Anwalt feststellt, die Kündigung ist rechtsmissbräuchlich. Denn nur allein wegen Nachwuchs braucht man nicht 65 m² extra. Und dass man dann über zwei Etagen verteilt wohnt ist auch nicht praktikabel. Das ist so nicht glaubwürdig und dein Interesse in der Wohnung zu bleiben kann stärker wiegen.

    Bevor du irgend was machst, solltest du dir überlegen, was genau du am liebsten möchtest, in der Wohnung bleiben oder umziehen. Dann kannst du das entsprechend verfolgen.

  • Danke für die Antworten


    Hatte selbst durchaus vor, hier auf Dauer auszuziehen, doch dann kam Corona, die Zeit, in der man erst mal lieber abwartet :-P


    Hab mit dem Vermieter gerade gesprochen und die sagen wir treffen uns in der Mitte, sprich statt 2 weitere volle Monatsmieten nur noch 1, ist denke ich dann fair für beide Seiten; ob deren Interesse an der Wohnung nun begründet ist, oder nicht, finde ich die neue Wohnung doch schöner und besser für auf Dauer


    Aber schon verrückt, das deutsche Recht, man sollte ja eig. meinen, dass wenn man wegen Eigenbedarf gehen muss und 3 Monate Zeit hat, man auch eher ausziehen darf *ohne* dann noch doppelt Miete zu zahlen, nicht sehr mieterfreundlich :-)