Neue Hausverwaltung - Altvertrag - höhere Betriebskosten abgerechnet

  • Hallo zusammen,


    meine Mutter wohnt seit 60 Jahren in einem 10 Parteien-Haus zur Miete, Vertrag stammt aus dem Jahr 1982 (=letzter Umzug innerhalb des Hauses). Die langjährige Hausverwaltung wurde letztes Jahr gewechselt, die neue Hausverwaltung hat nun in der Betriebskostenabrechnung viele Positionen abgerechnet, die bisher laut Vertrag nicht zu zahlen waren, a) Grundsteuer, b) Straßenreinigung, c) Versicherungen, das macht rund 250 € aus!

    Frage 1: Kann die neue Hausverwaltung entgegen dem bestehenden Altvertrag diese Positionen abrechnen?

    Zusätzlich wurden zu den bisherigen Abrechnungen der vorherigen Verwaltung folgende Positionen neu aufgelistet: Regenwasser (+27 €) Haftpflicht-, Glasversicherung (+10 €), Pflege der Außenanlage (+50 €).

    Frage 2: Dürfen diese neuen Zusatzkosten ohne weiteres auch auf Altverträge abgerechnet werden?


    Im Altvertrag stehen: Wasserverbrauch, Kanalbenutzung, Müllabfuhr, Reinigung und Beleuchtung benutzter Teile und Leuchten, Zählermiete und Glühbirnen, Gartenpflege, Ungezieferbekämpfung, Streumittel, Hausmeister.


    Vielen Dank

  • Die neue Hausverwaltung muss sich nach dem Vertrag richten. es dürfen weiterhin nur die Positionen abgerechnet werden, die im Vertrag so vereinbart sind.


    Es kann eventuell möglich sein, dass die alte Hausverwaltung auch schon mehr hätte abrechnen dürfen laut Vertrag, das aber warum auch immer nicht gemacht hat. Dann darf die neue Hausverwaltung das künftig abrechnen. Aber mehr nicht. Die Positionen können dann beanstandet werden.


    Leuchtmittel wie Glühbirnen dürfen gar nicht abgerchnet werden. So etwas fällt unter Reparaturen und nicht unter Betriebskosten.

  • Guten Morgen Fruggel,

    vielen Dank für die Antwort. Die neue Hausverwaltung behauptet, dass auch in Altverträgen die Positionen Grundsteuer, Straßenreinigung, Versicherungen (das macht rund 250 € aus!) immer schon hätten berechnet werden dürfen.

    Frage 1: Wie und wo finde ich schnellstens heraus, ob diese Positionen tatsächlich auch bei Altverträgen berechnet werden dürfen?


    Außerdem behauptet die neue Hausverwaltung, dass sie ohne weiteres die neuen Positionen zusätzlich abrechnen darf (Positionen: Regenwasser (+27 €) Haftpflicht-, Glasversicherung (+10 €), Pflege der Außenanlage (+50 €))


    Frage 2: Dürfen einfach so neue Positionen abgerechnet werden?

    (Kann z.B. Regenwasser überhaupt Geld kosten?)


    Da aufgrund eines Hausanstrichs, neuem Heizkessel und teilweise neuen Fenstern die Miete ab 1.10. wegen Modernisierung/Sanierung/Renovierung um weitere 82 € erhöht wird, bekommt meine Mutter mit ihrer schmalen Witwenrente inzwischen finanzielle Schwierigkeiten, das dauerhaft tragen zu können. Deshalb möchte ich nicht, dass sie zustimmt, wenn sie die Positionen nicht zwingend zahlen muss. Kannst Du mir dazu bitte noch einmal eine Antwort zuleiten, vielen Dank!

    Viele Grüße

    Hometown

  • Wie und wo finde ich schnellstens heraus, ob diese Positionen tatsächlich auch bei Altverträgen berechnet werden dürfen?

    Lies dir den Vertrag durch, was bezüglich der Nebenkosten geschrieben steht.

    Dürfen einfach so neue Positionen abgerechnet werden?

    Wie bereits beantwortet dürfen keine Kosten abgerechnet werden, die im Vertrag ausgeschlossen wurden.


    Wenn du dir nicht sicher bist, geh zu einem Anwalt oder Mieterverein und lass dort den Vertrag prüfen.


    Kann z.B. Regenwasser überhaupt Geld kosten?

    Ja. Die Gemeinde verlangt eine Niederschlagsgebühr- Denn das Regenwasser, das auf das Dach fällt, wird über die Dachrinnen in die Kanalisation geleitet.

    die Miete ab 1.10. wegen Modernisierung/Sanierung/Renovierung um weitere 82 € erhöht wird

    Die Mieterhöhung sollte vom Anwalt oder Mieterverein überprüft werden. Es darf sich nur das in einer Mieterhöhung auswirken, was auch wirklich eine Modernisierung ist. Beispielsweise ist nur allein ein Hausanstrich keine Modernisierung, sondern nur dann, wenn die Fassade auch eine Dämmung bekommt. Das muss man sich dann im Einzelnen anschauen.

  • Es gibt auch Öffnungsklauseln, dann ist es auch möglich neu entstehende Kosten ebenfalls abzurechnen. Aber auch dafür muss der Vertrag konkret geprüft werden.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Es gibt auch Öffnungsklauseln, dann ist es auch möglich neu entstehende Kosten ebenfalls abzurechnen

    Diese Öffnungsklausel bezieht sich dann aber nur auf Kostenarten, die vielleicht irgend wann vom Gesetzgeber neu in die Betriebskostenverordnung aufgenommen werden, nicht auf solche, die es schon seit Vertragsbeginn gibt im Gesetz.