Nachträgliche Forderung an Untermieter

  • Liebe Community, mein Sohn ist im Mai mit einem Kumpel zusammen gezogen. Er hat einen schriftlichen Untermietvertrag. Vereinbart sind dort eine Kaution, eine Pauschalmiete und besenreines Hinterlassen des Zimmers bei Auszug. Die Wohnung war bei Einzug frisch renoviert. Nicht vorhanden waren jedoch Küche, Fußboden, Fußleisten und Kleinkram wie Duschvorhang etc. Die Jungs haben sich eine Küchenzeile gekauft und das Geld dafür geteilt (jeder 900 Euro). Der Vater des Kumpels hat Fußboden und Kleinkram gekauft und alles im Alleingang eingebaut. Jetzt, 5 Monate später, kommt die Forderung, sich an diesen Kosten zu beteiligen. Wie schon geschrieben: es gibt keine schriftliche oder auch mündliche Vereinbarung dazu und mein Sohn ist nur Untermieter. Er plant, sich demnächst eine eigene Wohnung zu suchen. D.h. dann zieht er aus, bekommt den Küchenanteil nicht wieder und der Hauptmieter sitzt in der fertigen, schönen Wohnung. Hat jemand einen Tipp oder eine gute Argumentation? Viele Grüße und herzlichen Dank ?

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  • Hallo,


    für diese Frage wird dir dieses Gesetz weiter helfen:

    (1) Ist die Teilung in Natur ausgeschlossen, so erfolgt die Aufhebung der Gemeinschaft durch Verkauf des gemeinschaftlichen Gegenstands nach den Vorschriften über den Pfandverkauf, bei Grundstücken durch Zwangsversteigerung und durch Teilung des Erlöses. Ist die Veräußerung an einen Dritten unstatthaft, so ist der Gegenstand unter den Teilhabern zu versteigern.
    (2) Hat der Versuch, den Gegenstand zu verkaufen, keinen Erfolg, so kann jeder Teilhaber die Wiederholung verlangen; er hat jedoch die Kosten zu tragen, wenn der wiederholte Versuch misslingt.

    Das bedeutet auf Deutsch, dein Sohn kann den Verkauf der gemeinschaftlich angeschafften Küche verlangen und der Erlös wird dann nach dem Verhältnis der Zahlung bei Anschaffung aufgeteilt. Dabei kann natürlich auch der Hauptmieter Käufer sein.

    Für den "Kleinkram" kann man in der Regel nichts mehr verlangen, denn das wurde ja nicht gemeinschaftlich gekauft.

  • Lieber Fruggel, danke dir für die schnelle Antwort ?


    Meine Frage geht eher Richtung Bodenbelag & Co. Das waren Materialkosten von über 2000 Euro. Jetzt soll mein Sohn die Hälfte übernehmen. Das finde ich nicht ok.

    VG

  • Meine Ansicht nach und soweit es aus den Infos ersichtlich ist, hätte das vorab vereinbart werden müssen. Denn der Kumpel trat ja als Vermieter auf, und als solcher hat er nach §535 BGB die Pflicht, den Wohnraum in einem vertragsgemäßen Zustand zu übergeben. Und vermutlich war dein Sohn der Annahme, dass der Kumpel nur seiner Pflicht nachkommt. Sollte der Kumpel das anders sehen, so möchte er das erklären. Dann kann man erneut darüber nachdenken.

    Die Frage lässt sich nicht klar beantworten, denn es kommt darauf an, was genau damals ausgemacht wurde, und hier kann leicht mal Aussage gegen Aussage stehen.

  • Der Hauptmieter ist, wie von Fruggel richtig geschrieben, der Vermieter. Er trägt und trug die Last der Renauvierung der Bodenbeläge bei Einzug, es sei denn etwas anderes ist vorher vereinbart.

    Das ist also ein klarer Fall: Du musst dich nicht beteiligen. Die Küche stellt hingegen ein gemeinschaftliches Eigentum dar und muss eigentlich geteilt werden. Ob es sich da allerdings lohnt, zu streiten, ist eine andere Frage.

    Die Kaution darf übrigens vom Vermieter (Hauptmieter) zur Befriedigung seiner Ansprüche nicht zurückbehalten werden, da du die Ansprüche bestritten hast. Wenn du das nicht hast, müsstest du das noch tun (schriftlich, Einschreiben).