Fehler bei Nebenkostenabrechnung durch Vermieter - Nun Forderung nach 1,5 Jahren

  • Guten Tag,



    ich wollte euch um eure Meinung bezüglich der folgenden Sachlage bitten:



    Ich wohne seit 3 Jahren in einer WG gemeinsam mit drei Freunden. Es ist allerdings nur ein ganz normaler Mietvertrag der auf einen Namen läuft (also nicht einzeln auf jeden Mitbewohner).

    Nun wurden wir vor zwei Monaten aufgefordert wegen Eigenbedarf die Wohnung zu verlassen. Als es dann um das Thema Kaution ging, holte der Vermieter plötzlich eine 1,5 Jahre alte Nebenkostenabrechnung raus und meinte er habe eine zu hohe Rückzahlung getätigt und will diesen Betrag jetzt von der Kaution einbehalten.


    Der Vermieter hatte uns damals für das ganze Jahr 400€ an Nebenkosten zurückgezahlt anstatt 50€. Natürlich ist es ein recht hoher Betrag bei dem ich auch damals stutzig geworden bin und beim Vermieter per Email nachgefragt habe, ob es sich bei diesem Betrag um den Nebenkostenüberschuss handelt. Diese Email blieb allerdings unbeantwortet und ich nahm an, dass es so in Ordnung sei, da wir uns auch bei Einzug darauf geeinigt haben, die Nebenkosten erstmal etwas höher anzusetzen und dann zu schauen wie es läuft.


    Nun meine Frage, darf er dieses Geld nach 1,5 Jahren wirklich zurückfordern?


    Ich will mich natürlich nicht am Fehler des Vermieters bereichern, allerdings hat er sich als ziemliches Ar***** entpuppt und versucht momentan alle möglichen Gründe zu finden unsere komplette Kaution von 1300€ einzubehalten. Dazu aber evtl. in einem anderen Thread mehr, sonst wird es sehr unübersichtlich.


    Ein weiteres Problem dieser Forderung ist auch, dass sich seit dem Einzug die Mitbewohner geändert haben und diejenigen unter denen die 400€ aufgeteilt wurden teilweise schon längst ausgezogen sind. Außerdem sind wir alle Studenten mit knappen Budget und das Geld von damals ist schon lange ausgegeben. Hätte der Vermieter sich rechtzeitig wegen dem Fehler gemeldet wäre es kein Problem gewesen. Auch wurden wir ja wegen Eigenbedarf praktisch rausgeschmissen und haben dadurch massenweise Kosten jetzt um den Umzug zu finanzieren.



    Ich bin sehr gespannt was Ihr von dieser Situation haltet.


    Vielen Dank schonmal und liebe Grüße

  • 1. Meiner Meinung nach ist nach der langen Zeit eine Nachzahlung verwirkt.

    2. Habt ihr die Eigenbedarfskündigung prüfen lassen. Vielleicht ist die nicht korrekt und ihr müsst garnicht ausziehen?

  • 1. Meiner Meinung nach ist nach der langen Zeit eine Nachzahlung verwirkt.

    2. Habt ihr die Eigenbedarfskündigung prüfen lassen. Vielleicht ist die nicht korrekt und ihr müsst garnicht ausziehen?

    Danke für die Rückmeldung.


    1. Ja, nach meiner Recherche beträgt die Frist für Fehler bei der Nebenkostenabrechnung 1 Jahr, wenn es zu Gunsten des Mieters ist. Der Vermieter behauptet allerdings es wären 3 Jahre.


    2. Bei der Eigenbedarfskündigung ist uns leider ein dummer Fehler unterlaufen. Der Vermieter hatte uns per Email über die Kündigung informiert und uns die Wahl gegeben entweder in 3 Monaten auszuziehen oder falls wir vorzeitig raus wollen eine Vertragsauflösung zu unterzeichnen. Da wir durch Bekannte extrem spontan direkt eine tolle neue Wohnung gefunden hatten, haben wir die gegenseitige Vertragsauflösung unterzeichnet. Wir hatten damals einfach Angst davor, dass wir 2 Mieten gleichzeitig zahlen werden müssen und hatten auch nicht vermutet, dass wir solche Probleme kriegen.

    Der Vermieter hatte auch stark darauf gedrängt uns so schnell wie möglich zu entscheiden.

  • Ich habe mitbekommen, dass er die Abrechnung nach einem Jahr noch inhaltlich ändern kann, aber nicht mehr zurückfordern kann.

    Und wie soll das praktisch funktionieren? Der VM hat 1 jahr Zeit, um nach dem Ende des Abrechnungszeitraumes (meist das Kalenderjahr) die Betriebskosten abzurechnen. Während der nächsten 12 Monate kann der Mieter Einwände erheben, wenn Fehler festgestellt wurden. Während dieser Zeit kann auch der VM Änderungen geltend machen. Danach ist aber für beide Seiten der Zug abgefahren.


    Bitte nicht verwechseln mit der Situation in der ein VM keine Abrechnung erstellt hat und nur auf Verlangen der Mieters die Abrechnung nachträglich erstellt. Hier kann der VM keine Forderungen mehr stellen, dem Mieter aber bei einem Guthaben das Geld aber zusteht.