Nebenkostenabrechnung nach Gradtagszahlen trotz Ablesung bei Auszug?

  • Hallo liebe Community,


    ich habe folgendes Anliegen und hoffe hier bei euch ein paar hilfreiche Tipps bzw. Einschätzungen zur folgenden Situation zu bekommen:


    Das Mietverhältnis wurde zum 31.03.2019 beendet. In diesem Zuge wurde eine Zwischenablesung der Zählerstande durch den Vermieter vorgenommen sowie die Mängelfreiheit der Wohnung protokolliert. Die Kaution wurde daraufhin teilweise ausbezahlt, abzüglich einer Sicherheit für eine zu erwartenden NK-Nachzahlung. Soweit war noch alles korrekt.


    Nun ist die NK-Abrechnung bei mir eingegangen, bei der allerdings die verbrauchsabhängigen Nebenkosten nach Gradtagszahlen statt den abgelesenen Messwerten berechnet wurden (Seiten 1 & 3). Laut Google und der Suchfunktion hier im Forum sollte dies allerdings nur bei den Grundkosten gemacht werden, da ja eine Zwischenablesung stattgefunden hat und somit die Verbrauchskosten nutzerspezifisch abgerechnet werden können (und sollen?). Ist das soweit richtig? Dann würde ich nämlich den Vermieter bitten, eine neue Abrechnung anhand des tatsächlichen Verbrauchs vorzunehmen.


    Außerdem sind auf Seite 1 die Positionen "Sonderkosten einzelner Nutzer" mit 25,50 Euro und "Nutzerwechselgebühren" mit 8,50 Euro aufgeführt. Im Mietvertrag ist vereinbart, dass bei einer Zwischenablesung bei Auszug des Mieters dieser die Kosten zu Tragen haben. Laut Google und Su-Fu gibt es aber mitunter auch immer wieder andere Urteile. Dabei hängt es (meines Verständnisses nach) auch davon ab, zu welcher Kostenstelle die Zwischenablesungskosten zugeordnet werden. Vielleicht könnt ihr auch hier einen Blick auf die angehängten Dokumente werfen und eure Einschätzung mitteilen, ob das Vorgehen des Vermieter korrekt ist.


    Letzte Frage: Die Kosten für die "Wartung Heizungsanlage" sind mit 547,53 Euro exorbitant gestiegen (2018: 87,01 Euro). Hier wirkt es so, als ob der Vermieter mich an einer Reparatur beteiligen will, die ja nicht mehr unter die Wartungskosten fiele. Hier würde ich gerne eine Einsicht in die Belege bzw. eine Kopie anfordern. Haltet ihr das ebenfalls für sinnvoll bzw. ist das nach wie vor möglich?


    Danke schonmal im Voraus für eure Mühe und viele Grüße!


    PS: Sollte ich aktuelle Forenbeiträge übersehen haben, die meine Fragen beantworten, könnt ihr mich da natürlich auch gerne drauf hinweisen 8)

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  • da ja eine Zwischenablesung stattgefunden hat und somit die Verbrauchskosten nutzerspezifisch abgerechnet werden können (und sollen?)

    Richtig. Wenn es eine Ablesung gab, sind diese Werte auch zu verwenden. Die Abrechnung kann in dem Punkt beanstandet werden

    Im Mietvertrag ist vereinbart, dass bei einer Zwischenablesung bei Auszug des Mieters dieser die Kosten zu Tragen haben.

    Eine Zwischenablesung oder Nutzerwechselgebühr muss man als Mieter nicht tragen. Eine solche Vereinbarung ist laut BGH Beschluss unwirksam.

    Hier würde ich gerne eine Einsicht in die Belege bzw. eine Kopie anfordern.

    Mach das. Eine Kopie zu senden kann der Vermieter ablehnen, nicht aber die persönliche Einsicht.


    Ebenso ist es fehlerhaft, dass der Vermieter zusätzlich eine Mehrwertsteuer drauf schlägt. Vermietung ist umsatzsteuerfrei, und bei Privatwohnungen kann man auch nicht freiwillig zur Umsatzsteuer optieren, das geht nur bei Gewerbe.