Fehlender Schallschutz in Neubauwohnung - Kündigung möglich

  • Hallo zusammen,


    ich bin vor zwei Monaten in eine Neubauwohnung als Erstbezug eingezogen. Mein ursprünglicher Einzugstermin hat sich verzögert, weil ein Wasserschaden in der Wohnung unter mir und in meiner Wohnung beheben werden musste.

    Dafür wurden einige Wände / Böde eingeschlagen und dann neu gelegt / verputzt. Jetzt hab ich seit meinen Einzug das Problem, dass der Schall von der Wohnung unter mir sehr stark nach oben weitergeleitet wird. Vor allem wenn sie in der Wohnung gehen hört sich das bei mir wie ein lautes Stampfen an. Es ist einfach unfassbar nervig und laut, so dass ich keinen Tag zur Ruhe komme. Außerdem werde ich jeden Tag gegen 5 Uhr geweckt wenn einer der Nachbarn zur Arbeit geht und muss warten, bis sie die Wohnung verlässt, damit wieder Ruhe ist und ich schlafen kann - am Wochenende schlafe ich gar nicht mehr in der Wohnung, da kontinuierlich bis 2-3 Uhr Geräusche nach oben weitergeleitet werden.

    Auf Dauer ist das eine sehr große Belastung. Ich hab den Vermieter bereits über das Problem informiert und will schnell aus der Wohnung raus - das Problem ist dass ich eine Nichtkündigungsklausel von 2 Jahren habe - könnt ihr mir Ratschläge geben wie ich am Besten hier vorgehe? Reicht dieser Mangel aus um außerordentlich kündigen zu können? Ich kann den Baumangel bzgl. Schallschutz ja offiziell nicht nachweisen, ich bin kein Experte.


    Bin für jeden Rat dankbar.


    Grüße

    Manolo

  • Im Zweifel hilft hier nur ein Anwalt, allerdings kann ich Dir da nur wenig Hoffnung machen.


    Eine außerordentliche Kündigung ist nur dann möglich, wenn die Wohnung unbewohnbar ist (massiver Schimmel, undichtes Dach, etc.). eine Hellhörigkeit gehört nicht dazu.

    das Problem ist dass ich eine Nichtkündigungsklausel von 2 Jahren habe

    Wie ist diese denn im Wortlaut formuliert? Dieser Kündigungsausschluss muss nämlich für Mieter und Vermieter gelten.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hi Leipziger82,


    danke erstmal für deine Antwort. Der Kündigungsauschluss-Paragraph gilt wechselseitig (beide Parteien).


    Also gibt es keine Möglichkeit früher raus zu kommen? Kann ich den irgendwie nachweisen dass das Problem durch die neu verputzten Wände entstanden ist? Oder gibt es die Möglichkeit Nachmieter den Vermieter vorzuschlagen um früher raus zu kommen?


    Vielen Dank

    Manolo

  • Hier hilft im Zweifel nur das Gespräch mit dem Vermieter, um das Problem zu lösen.


    Wie lange wohnt der Mieter unten schon in der Wohnung? Angenommen, er ist frisch eingezogen und die Wohnung fast leer, gibt es auch keine Gegenstände, die den Schall schlucken können.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hallo Leipziger82,


    sorry für die verspätete Antwort. Die Nachbarn wohnen schon seit mehren Monaten unten, möbeltechnisch denke ich sind sie soweit eingerichtet.

    Würde eine generellen Hellhörigkeit nicht dazu führen, dass ich allgemein die Lautstärke von unten (z.B. Musik / Gespräche) mitbekommen würde (was nicht der Fall ist, ich hör kein einziges Wort)?