Heizungsanlage kaputt - Mehrkosten innerhalb eines Jahres

  • Hallo zusammen,


    wir wohnen seit 8,5 Jahren in einem Mietshaus mit 18 Wohnungen, die alle einem Eigentümer gehören und von einer Hausverwaltung betreut werden. Der Besitzer ist ein älterer Herr, die Hausverwaltung betreut mehrere seiner Immobilien und hat Ihren Sitz 2,5h entfernt. Dementsprechend selten ist jemand vor Ort und der Hausmeister macht eigtl. trotz Kosten von 8.000€ nichts außer 1x die Woche den Schmutz im Treppenhaus von einer in die andere Ecke schieben zu lassen. Da die Mieten im Vergleich aber günstig sind, lassen sich die meisten Mieter alles gefallen und ertragen sogar Schimmel, undichte Fenster und noch viel mehr.


    Alles fing damit an, dass wir im Februar 2019 plötzlich am Samstag Vormittag keine Heizung und kein Warmwasser mehr hatten. Keiner war erreichbar, die Installationsfirma hat abends um 17 Uhr dann eine Ankündigung ins Treppenhaus gehangen, dass es vor Montag nichts mit einer Reparatur wird. Den älteren Nachbarn hats nicht geholfen, denen haben wir dann noch kurzfristig elektrische Heizer besorgt. Am Dienstag standen nach nach Austausch des Brenners sowohl Heizung als auch Warmwasser zur Verfügung. Danach haben wir erst einmal nichts mehr gehört.


    Im Mai diesen Jahres wurden nach nochmals einige Teile ausgetauscht, was auch eine größere Angelegenheit war. Was genau getauscht wurde, haben wir nicht mitbekommen. Die Installationsfirma hat sich auch in Schweigen gehüllt.


    Die große Überraschung kam jetzt allerdings mit der Nebenkostenabrechnung von 2018/19: wir haben in den letzten 8 Jahren eigtl. immer Rückzahlungen im 3-stelligen Berecih erhalten. Nun sollen wir zum ersten Mal nachzahlen. In Summe heißt das, dass wir über 400€ bzw. 25% mehr Nebenkosten als im Vorjahr haben. Nachdem mich mehrere Nachbarn angesprochen haben, die sich ebenfalls gewundert haben, habe ich die aktuelle Abrechnung mal mit der des Vorjahres verglichen.


    Für Grundsteuer, Müllgebühren, Kabelgebühren, Hausmeister, Aufzug, Versicherungen, Straßenreinigung, Allgemeinstrom, Rauchwarnmelder, Wasser & Abwasser mussten wir 82€ oder 5% mehr als im Vorjahreszeitraum bezahlen, hier liegt also nicht die Ursache.


    Die großen Unterschiede liegen bei Warmwasser und Heizung, allerdings nicht bei unserem Verbrauch in der Wohnung, sondern beim Gesamtverbrauch im Haus!


    Mehrverbrauch Warmwasser in der Wohnung: 2,1 kubikmeter oder 17% mehr

    Mehrverbrauch Warmwasser im gesamten Haus: 45 kubikmeter oder 11% weniger

    Mehrverbrauch Warmwasseraufbereitung im gesamten Haus: 18.330 kWh oder 41%

    Mehrkosten in € für das gesamte Haus: 1427€ oder 51%


    Mehrverbrauch Heizungseinheiten in der Wohnung: 1.151 kWh oder 52% (waren im Vorjahr 2 Monate weg)

    Mehrverbrauch Heizung im gesamten Haus: 83.213 kWh oder 90%

    Mehrkosten in € für das gesamte Haus: 7.181 € oder 104%


    Das heißt, wir haben im gesamten 11% weniger Warmwasser benötigt, dafür sind aber 51% mehr Kosten angefallen.

    Gleichzeitig sind die Kosten für Heizenergie auf über das Doppelte gestiegen - innerhalb eines Jahres :huh:


    Es hat ja sicher seine Gründe, dass die Heizung getauscht wurde. Aber müssen wir als Mieter nun die Mehrkosten stillschweigend ertragen? Ist der Vermieter haftbar für einen solchen Kostenanstieg bzw. müsste er auf Nachfrage die ordnungsgemäße Wartung der Anlage nachweisen?

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  • Ohne Kenntnis darüber, was an der Anlage gemacht wurde, kann man dazu nur schwer eine Auskunft treffen.


    Vielleicht wurde eine Heizungspumpe Marke "Stromfresser" eingebaut?


    Habt ihr denn die Wasserzähler oder Heizkostenverteiler innerhalb der Wohnung mal abgelesen und mit den Vorjahreswerten verglichen?


    Letztendlich hilft es nur, der Abrechnung unter diesen Gesichtspunkten zu widersprechen, bzw. diese einem Anwalt/Mieterverein vorzulegen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Die Mehrkosten sind in dem Zeitraum vor dem größeren Umbau dieses Jahr angefallen. Das deutet für mich eher daraufhin, dass etwas defekt war, das die Effiziens des Systems derart gestört hat, dass extrem viel Energie für die Warmwasseraufbereitung und die Heizleistung im Vergleich zu den Vorjahren verbraucht wurde.


    Es ist ja wie von mir beschrieben so, dass die Verbräuche im Gesamten nicht sonderlich gestiegen sind, im Fall von Warmwasser sogar gefallen. Genauer hat man für 11% weniger Warmwasser (Menge gesamtes Haus) mit der gleichen Anlage und getauschtem Brenner 43% mehr Energie benötigt. Die Verbräuche in unserer Wohnung im Vergleich zu den Vorjahren hatte ich in meinem Eingangspost beschrieben.


    Für mich stellt sich halt die Frage, ob der Vermieter im Zweifel nachweisen müsste, dass diese Mehrkosten nicht durch seine Fehler (mangelhafte Wartung) entstanden sind oder ob wir das ganz einfach bezahlen müssen. Im Gesamten sind die Kosten für Heizung und Warmwasseraufbereitung von 9.660€ auf 18.270€ gestiegen - innerhalb eines Jahres!