Falsch verkabelte Fussbodenheizung - höhere Nebenkostenabrechnung

  • Guten Morgen zusammen,


    ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Ich versuche den Sachverhalt so kurz wie möglich zu beschreiben.


    Wir wohnen seit November 2017 in einer Neubauwohnung mit 100qm.


    Im August 2019 haben wir die erste Nebenkostenabrechnung erhalten und sind hier sprichwörtlich schon vom Hocker gefallen. Unsere Wohnung kostete für 12 Monate (Jahr 2018) insgesamt 3000NK (Aufzug und Hausmeister beinhaltet). Nun ja haben wir so hingenommen. Allerdings haben wir dann erstmalig im Dezember 2019 festgestellt, dass unsere Nachtabsenkung der Fußbodenheizung nicht greift. Hier haben wir dann den Vermieter informiert und der Sänitärler kam auch relativ zügig vorbei.


    Hier wurde dann im ersten Schritt festgestellt, dass die Thermostate des Abstellraums mit dem des Flurs vertauscht wurden. Sprich, wir wollten eigentlich den Flur heizen, dies wirkte sich dann aber auf die Abstellkammer aus, in dem sich kein Thermostat befindet usw.


    Nun ja, eigentlich dachten wir, dass der Fehler behoben ist. Wie gesagt dachten wir das! Weitere 4 Wochen später bemerkten wir, dass die Nachtabsenkung immer noch nicht greift und haben nach Freigabe des Vermieters den Sanitärler kontaktiert. Dieser war in Summe bei zwei Terminen vor Ort und konnte den Fehler nicht finden, wollte sich allerdings mit dem Werkskundendienst der Fußbodenheizung in Verbindung setzen. Auf 2 Einschreiben reagierte dieser nicht, bis wir dann den Vermieter wieder eingeschalten haben.


    Im Juni 2020 kam nun endlich der Sanitärler mit dem Werkskundendienst und dem Elektriker, welcher die Anlage angeschlossen hat. Hier haben wir dann erfahren, dass seit Bezug der Wohnung (Neubau) die komplette Fußbodenheizung bei uns falsch verkabelt war und somit auch nie die Nachtabsenkung gegriffen hat.


    Mittlerweile haben wir eine neue Nebenkostenabrechnung für 2019 erhalten und nun kostet die Wohnung 3400€ pro Jahr.


    Somit haben wir Widerspruch für die NK 2020 und auch rückwirkend für 2019 beim Vermieter schriftltch eingereicht.


    Dieser schlägt uns nun folgendes vor:

    Wir sollen den Großteil der Nachzahlung (alles bis auf 150€) an ihn bezahlen und er würde dann die Nebenkostenabrechnung von 2020 als Referenzwert nehmen, behält sich dann aber auch vor, dass er die 150€ noch verlangen kann. In der Eigentümerversammlung haben wohl die beteiligten Firmen sich in der Form geäußert, dass der Fehler maximal 100-200€ pro Jahr ausmacht. Was ich noch erwähnen sollte, wir haben keine Kinder und sind beide voll berufstätig.


    Meines Erachtens nach ist der Vorschlag des Vermieters nur eine win-Situation für ihn und nicht für uns. Vor allem wurden in 4 von 6 Wohnungen im Haus teils Anschlüsse falsch vorgenommen.


    In Summe hatten wir für 2018 eine Nachzahlung in Höhe 1164€ (Vorauszahlung 150 p.M.) und für 2019 1365€ (Vorauszahlung gleich).


    Generell bezahlen wir gerne die Nebenkosten nach, jedoch sind wir nicht bereit für die Fehler der anderen zu bezahlen. Wir dachten uns nun eben, dass wir den Vermieter anbieten, eine Nachzahlung in Höhe von 600€ vorzunehmen und damit sind die Kosten für uns abgegolten.


    Wie seht ihr denn das ganze?


    Würde mich über eure Hilfe freuen!


    LG Benny

  • Es ist nachvollziehbar, dass man so hohe Nachzahlungen nicht haben möchte und in einem Nebau kaum mit hohen Heizkosten rechnet.

    Welches Heizungssystem ist denn verbaut? Fernwärme? Wärmepumpe? In einem Neubau macht eine Nachtabsenkung häufig keinen Sinn, selbst wenn sie funktioniert hätte. Das morgendliche schnell wieder aufheizen kostet erheblich mehr als die geringe Vorlauftemperatur die ganze Nacht über zu halten.


    Dass das für euch ärgerlich ist, ist natürlich nachvollziehbar, aber nun sind die Fehler behoben worden. Du kannst deine Abrechnung mal annonymisiert einstellen, dann können wir sie uns anschauen, auch um die anderen Kostenpositionen einschätzen zu können. Ich glaube nicht, dass wir da über eine große Verschwendung bei den Heizkosten sprechen. In den ersten Jahren im Neubau sind die Heizkosten meist deutlich höher, da die Baufeuchte erst noch raus muss. Da heute alles schnell schnell und ohne Trocknungszeiten gebaut wird, muss man diese dann rausheizen, während man drin wohnt. Ich kenne da einige Fälle, die in den ersten 2-3 Jahren Verbrauch bzw. Heizkosten hatten, die bei mehr als dem doppelten der errechneten laut Energieausweis lagen. Später hat sich das normalisiert. Außerdem klingen für mich 3400 € für eine 100 m² Wohnung in einem Haus mit Aufzug, Hausmeister, vermutlich Reinigung, Winterdienst usw. nicht zu viel, sondern durchschnittlich.

  • Danke erst einmal für deinen Hinweis. Hatte vergessen zu erwähnen, dass wir Fernwärme haben. Hierbei ist mir natürlich klar, das Fernwärme im Vergleich zu anderen auf jeden Fall teurer ist. Ich selber bin auch im Besitz einer Eigentumswohnung die mittlerweile nun vermietet ist. Hier habe ich keine erhöhten Heizkosten festgestellt. Die Wohnung entspricht ca. der gleichen Größe und unser Verbrauch ist fast identisch. Hier habe ich nur mal den Verbrauch der kWh verglichen und das macht ordentlich was aus. Ebenfalls haben wir in der Wohnung auch eine Lüftungsanlage.


    Ich muss auch erwähnen, dass die Nachtabsenkung ja nicht auf 16 Grad oder so gestellt wurde.


    Anbei habe ich auch mal die Nebenkostenabrechnung von 2018 und 2019 beigefügt.

    Dateien

    • 2018.JPG

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    • 2019.JPG

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  • Hoffe das ist das richtige


    Gelöscht, zweimal der gleiche Dateianhang

    Dateien

    • 18-1.JPG

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    • 18-2.JPG

      (84,2 kB, 9 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • 19-1.JPG

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  • Was mir bei der Abrechnung auffällt:


    Dienstleister, Aufzug und auch Grundsteuer schlagen ordentlich zu Buche. Gerade 2019 ist der Aufzug mit fast 500 € ein mächtiger Posten.


    Wie bereitet ihr euer Warmwasser? Das fehlt in der Heizkostenabrechnung?


    Wenn ihr das Warmwasser dezentral elektrisch habt, wundert mich, dass vom Versorger 51000 kWh bezogen wurden und letztlich nur 35000 kWh erfasst wurden. Das ist ein sehr großer Unterschied, der bei Fernwärme recht ungewöhnlich ist. Bei Öl, Gas etc. ist das in gewissem Maß (aber auch nicht in dem Ausmaß) nachvollziehbar, denn die Verbrennung ist nie vollständig. Bei Fernwärme ist ja Sinn und Zweck, dass dann möglichst wenig Verluste entstehen. So hättet ihr sehr große Leitungsverluste o.ä. Die erfassten 6400 kWh für eure Wohnung sind für 91 m² kein schlechter Wert, wenn es ein "normales" Haus ist. D.h. nicht KfW40 o.ä.

  • Erst einmal möchte ich mich bei dir bedanken.


    Aufbereitung erfolgt auch über die Fernwärme, was anderes wäre mir nicht bekannt. Soweit ich es in Erinnerung habe, handelt es sich um ein KFW 55er Haus.


    Wir haben uns gestern noch mit zwei anderen Nachbarn ausgetauscht und waren dann sehr erstaunt.


    Die Mieterin über uns mit genau der gleichen Größe der Wohnung kommt auf 5800 kWh obwohl sie nicht wirklich heizt und das auch entsprechend an allen Thermostaten eingestellt hat. Der Mieter in der zweiten Wohnung über uns (auch gleiche Größe) hat fast die identisch gleiche Einstellung der Fußbodenheizung wie wir und hat nur 2900 kWh verbraucht.


    Wir haben auch die letzten beiden Tage auch bemerkt, dass trotz Nachtabsenkung das Bad durchgehend beheizt wird.


    Wir sind wirklich langsam am verzweifeln! Wenn ich alleine den Wert mit meiner Maisonette vergleiche, die eine Grundfläche von 130qm hat, haben wir damals dort nur 3800 kWh verbraucht und haben an unserem Verhalten nichts geändert (dort war auch eine Fußbodenheizung verlegt).


    Edit:


    Meine Frau hat gerade eben mit der Firma der Fußbodenheizung telefoniert und hat sich soeben rausgestellt, dass die Nachtabsenkung wohl nach all den Terminen immer noch nicht greift, da das Bad immer noch heizt, obwohl dies eigentlich durch die Nachtabsenkung nicht der Fall sein dürfte.

  • Wenn das Warmwasser zentral aufbereitet wird, muss es eine Abrechnung darüber geben. Aber irgendwie scheint das komplett zu fehlen? Da steht überall nur Kaltwasser und auch es findet auch kein Abzug bei den Brennstoffkosten statt. Das ist seltsam.

  • Da kann ich dir leider nicht wirklich mehr dazu sagen. Wie siehst du es wegen den anderen Sachen, die sich so noch ergeben haben?

  • Habt ihr Warmwasserzähler? Wenn die Aufbereitung zentral erfolgt, dann müssen die vorhanden sein und es muss Zählerstände geben.


    Meiner Meinung nach braucht man über Mehrverbrauch für durch fehlende Nachtabsenkung oder falsche Zuordnung von Räumen nicht nachdenken, wenn da wirklich das Warmwasser komplett vergessen wurde.


    Dass es große Unterschiede zwischen den Wohnungen gibt, ist schwer zu beurteilen. Ich glaube, man kann nicht wirklich einschätzen, ob man wirklich gleich heizt. Bei großen Glasflächen spielen bei neuen Häusern mit KWL evtl schon die Gewinne an Energie durch Sonneneinstrahlung in höheren Stockwerken eine spürbare Rolle. Außerdem steigt Wärme nach oben, das Dach dürfte aber kaum etwas durchlassen, im Gegensatz zu den Zwischendecken.


    Andererseits: es ist durchaus denkbar, dass auch die Erfassungsgeräte nicht korrekt eingebauten sind, wenn da einiges nicht nimmt an der Heizung.