Eigenbedarf Kündigung einer WG

  • Hallo zusammen,


    wollte gerade einen eigenen Thread aufmachen, aber ich denke das passt hier ganz gut rein.

    Folgendes:

    Ich habe am 07. Juli 2020 einen unbefristeten Mietvertrag für ein WG-Zimmer in einem Haus unterschrieben und wohne seit dem auch da mit 4 Mitbewohnern. Etwa zeitgleich ist noch eine weitere Mitbewohnerin eingezogen. Nun habe ich heute (30. Sept. 2020) von einem Mitbewohner erfahren, dass der Vermieter zum Januar plant uns zu Kündigen wegen Eigenbedarfs. Nun muss ich sagen, dass ich das Zimmer nicht genommen hätte, hätte ich gewusst, dass ich nach 7 - 8 Monaten wieder ausziehen darf.

    Zum Eigenbedarf des Vermieters folgendes:

    Er ist Vater und hat 3 Kinder. Eines davon geht in der Stadt in der ich wohne zur Schule (auch zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses). Er selbst wohnt weiter weg, ca. 50 km. Mein Mitbewohner meinte, dass mein Vermieter als Grund des Eigenbedarfs diese Entfernung und das damit verbundene Pendeln angibt. Ich muss sagen, dass es für mich absolut inakzeptabel ist so etwas vorm Vertragsabschluss zu verschweigen, zumal die Situation (pendeln zur Schule) damals schon bestand (Stichwort: Absehbarkeit, wie bspw. Schwangerschaft).


    Hat jemand einen Vorschlag? Noch habe ich keine schriftliche Kündigung, aber ich bin sicher, dass diese bis spätestens Januar-April kommen wird.


    Bitte eigene Fragen nicht in anderen Themen einstellen, jeder Sachverhalt ist anders!

  • Mit wem hast du den Mietvertrag abgeschlossen? Mit dem Vermieter oder einem der Mitbewohner?


    Euch bleibt nur, die schriftliche Kündigung mit Begründung abzuwarten. Inzwischen sind die Hürden an die Vorhersehbarkeit nicht mehr ganz so hoch wie früher, weil man nicht mehr von den Vermietern verlangt, alle Eventualitäten des Lebens mehrere Jahre im Voraus zu planen. Es könnte evtl. auch so begründet werden, dass das Kind bisher gependelt ist, sich das aber als sehr unpraktisch herausgestellt hat, nur eine Notlösung war, weil das Kind bisher nicht volljährig war etc., und jetzt, wo das Kind älter und reifer ist, einen eigenen Hausstand, gründen möchte... Die Begründung muss abgewartet werden, erst dann kann man sehen, inwiefern man eine Vorhersehbarkeit tatsächlich unterstellen kann oder nicht.

  • Ich habe den Mietvertrag mit dem Eigentümer geschlossen, welcher auch gedenkt Eigenbedarf anzumelden. Es handelt sich um einen regulären unbefristeten Mietvertrag von Haus & Grund (keine Untermiete).

    Die besagte Tochter ist etwa 8 Jahre alt geht noch zur Grundschule in meiner Stadt.

    Ich finde es ist ziemlich eindeutig, dass dieser Umstand (Schulweg / Pendeln) schon zum Vertragsabschluss bestand. Ich finde ein unbefristeter Mietvertrag wäre angemessen gewesen, zumal ich dann auch gewusst hätte auf was ich mich einlasse.

    Ich werden mein Vermieter mal ansprechen und Fragen. Ich würde mir dann direkt ein anderes Zimmer suchen mit langfristigen Absichten, evtl. kann er mir da ja mit Kündigungsfrist & Kautionsrückgabe etwas entgegen kommen.

    Für mich alles in allem sehr ärgerlich. Ich bin in den letzten 5 Jahren jedes Jahr umgezogen und die letzten zwei Male war es auch wegen Eigenbedarf. Wäre schön, wenn ich mich mal wo richtig einleben könnte.


    Ergänzung (falls in irgend einer Form relevant):

    Der Mitbewohner der am Längsten in dem Haus wohnt ist etwa 4 Monate länger da als ich. Alle fünf Bewohner haben den selben unbefristeten Mietvertrag mit unterschiedlichen Kosten für die Zimmer. Die WG besteht also noch nicht lange erst seit Feb/März 2020.

  • Möglicherweise auch relevant für den Sachverhalt:


    Auch hat mein Vermieter vor der WG das Haus selbst mit seiner Familie bewohnt. Das Haus selbst ist in einem nicht so tollen Zustand (aber sehr gute Lage). Es fehlen Feuermelder, das Bad hat keine Heizung und keine Abluft und noch weitere Punkte. Der Vermieter hat das Haus zum Großteil selbst renoviert, Heizungsanlage, Elektrik, Wasser, Küche.


    Nun wirkt das auf mich so, als ob der Vermieter einfach die Zimmer solange für ein Jahr voll bekommen will damit das Haus nicht leersteht und der Cashflow abreißt, um anschließend selbst einzuziehen. Das denke ich auch, weil ein nicht bewohnbares Zimmer (Keine Heizung & Fenster) an jemanden als Meldeadresse vermietet wird, der manchmal ca. alle 2 - 4 Wochen das Wochenende dort ist. Deswegen ärgere ich mich so, dass mein Vertrag nicht befristet ist und nichts dergleichen Kommuniziert wurde.