Giftpflanze im Hausflur

  • Hallo ihr Lieben!


    Ich lebe mit meiner Vermieterin in einem Zweifamilienhaus. Sie hat zum Überwintern eine Dipladenia im Hausflur, direkt neben der Haustür, aufgestellt. Die Pflanze aus der Familie der Hundsgiftgewächse ist für Tiere und Kinder giftig. Ich betreue im meiner Wohnung im 1. OG mehrere Kinder unter 3 Jahren und notgedrungen müssen die Kinder mehrmals am Tag an der Pflanze vorbei. Aus pädagogischer Sicht reicht sicherlich ein konsequentes "nur gucken, nicht anfassen" Gebot - wer mit Kindern zu tun hat weiß jedoch, dass Kinder ALLES anfassen und vieles in den Mund stecken (oftmals unbemerkt). Wenn ich mit den Kids rausgehe bringe ich erst ein Kind runter, das wartet vor der Tür (also direkt neben der Pflanze), dann gehe ich wieder hoch und hole das nächste Kind, bis wir alle unten sind - in dieser Zeit kann es absurd schnell passieren, dass ein Kind eine der sehr hübschen Blüten anfasst (und später die Finger in den Mund steckt) oder direkt ein Stück der Pflanze in den Mund nimmt. Im schlimmsten Fall könnte mir das Jugendamt die Pflegeerlaubnis entziehen und ich dürfte nicht mehr in meinem Beruf arbeiten - nein im schlimmsten Fall vergiftet sich einer meiner Zwerge und ich werde mein Lebtag nicht mehr froh!! Davon noch ganz abgesehen dotzt man unausweichlich mit Einkäufen oder Rucksäcken an der Pflanze an oder streift sie mit dem Jackenärmel (Jaa genau der Jackenärmel den man sich ins Gesicht hält um zu husten und zu niesen...).
    Das Verhältnis zur Vermieterin war bereits vorher "angespannt". Wir hatten lange Diskussionen über Brandschutz, Rettungswege etc. wegen dem Kinderwagen im Hausflur - aus meiner Sicht ist das schlicht böse Absicht von ihr um mich zu provozieren. Im Netz habe ich leider nur spärliche Informationen zu solch einer Situation gefunden und ich erhoffe mir nun von euch eine Einschätzung und vielleicht sogar einen Tipp wie ich mit der Pflanze, der Vermieterin und der Gesamtsituation umgehen kann.

    Ganz lieben Dank!



    Hier noch ein Foto:

    Dipladenia.jpg

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  • Ich lebe mit meiner Vermieterin in einem Zweifamilienhaus.

    Speziell dann würde ich der Vermieterin nicht zu sehr auf den Keks gehen...........



    vielleicht sogar einen Tipp wie ich mit der Pflanze, der Vermieterin und der Gesamtsituation umgehen kann.

    Na ja, am besten darauf aufpassen das die Kinder keiner Blumen essen? Dürfte grundsätzlich eine gute Idee sein.

  • Das ist keine einfache Situation.

    Ich lebe mit meiner Vermieterin in einem Zweifamilienhaus.


    Das ist das erste Problem, denn in diesem Fall hat die Vermieterin die Möglichkeit, ohne Vorliegen von berechtigem Interesse das Mietverhältnis zu kündigen. Es gibt kaum Kündigungsschutz im Zweifamilienhaus, in dem eine Wohnung vom Vermieter selbst genutzt wird.


    Sie hat zum Überwintern eine Dipladenia im Hausflur, direkt neben der Haustür, aufgestellt. Die Pflanze aus der Familie der Hundsgiftgewächse ist für Tiere und Kinder giftig. Ich betreue im meiner Wohnung im 1. OG mehrere Kinder unter 3 Jahren und notgedrungen müssen die Kinder mehrmals am Tag an der Pflanze vorbei.


    Die berufliche Nutzung der Wohnung mit der Anzahl der Kinder ist (schriftlich) genehmigt?


    Aus pädagogischer Sicht reicht sicherlich ein konsequentes "nur gucken, nicht anfassen" Gebot - wer mit Kindern zu tun hat weiß jedoch, dass Kinder ALLES anfassen und vieles in den Mund stecken (oftmals unbemerkt). Wenn ich mit den Kids rausgehe bringe ich erst ein Kind runter, das wartet vor der Tür (also direkt neben der Pflanze), dann gehe ich wieder hoch und hole das nächste Kind, bis wir alle unten sind - in dieser Zeit kann es absurd schnell passieren, dass ein Kind eine der sehr hübschen Blüten anfasst (und später die Finger in den Mund steckt) oder direkt ein Stück der Pflanze in den Mund nimmt. Im schlimmsten Fall könnte mir das Jugendamt die Pflegeerlaubnis entziehen und ich dürfte nicht mehr in meinem Beruf arbeiten - nein im schlimmsten Fall vergiftet sich einer meiner Zwerge und ich werde mein Lebtag nicht mehr froh!!


    Ich habe selbst drei kleine Kinder und sehe es auch so, dass diese Situation (Kind allein bei der Pflanze) nicht sein darf. Allerdings sehe ich auch keinen Grund, warum deine berufliche Nutzung von Wohnung und Treppenhaus für die Vermieterin zu einem Verbot, dort eine giftige Pflanze zu überwintern, führen soll. Anders wäre es nur, wenn sie dir die Wohnung explizit als Tagespflegestelle vermietet hat und diese zugesicherte Eigenschaft nun nicht mehr vorhanden ist bzw. infrage gestellt ist. Bei üblicher Nutzung als Wohnung wäre das ja kaum ein Problem. Kannst du den Kinderwagen rein fahren und die Kinder dort sichern, bis alle unten sind?


    Wenn du ein Verbot für die Pflanze herleiten willst, dann höchstens über die Blockade von Fluchtwegen. Danach sieht es mir aber ehrlich gesagt nicht aus, die Mindestbreiten sehen überall eingehalten aus, im Gegensatz zu einem großen Kinderwagen:


    Das Verhältnis zur Vermieterin war bereits vorher "angespannt". Wir hatten lange Diskussionen über Brandschutz, Rettungswege etc. wegen dem Kinderwagen im Hausflur - aus meiner Sicht ist das schlicht böse Absicht von ihr um mich zu provozieren. Im Netz habe ich leider nur spärliche Informationen zu solch einer Situation gefunden und ich erhoffe mir nun von euch eine Einschätzung und vielleicht sogar einen Tipp wie ich mit der Pflanze, der Vermieterin und der Gesamtsituation umgehen kann.


    Kinderwagen im Hausflur sind gerade im Zweifamilienhaus, das üblicherweise eher enge Eingangsbereiche hat, tatsächlich meistens ein Brandschutzproblem und nicht nur Schikane. Da der Vermieter dafür zu sorgen hat, dass der Brandschutz gewährleistet ist, muss er die Blockade/Verengung von Fluchtwegen unter das gesetzliche Minimum verbieten.


    Ich habe selbst einiges an Erfahrung in dem Bereich und meine Erfahrung ist leider, dass es langfristig nur in eigenen Häusern oder zumindest gemietetem Einfamilienhaus funktioniert. Alles andere führt aufgrund der Nutzung mittelfristig zu Streit mit den Nachbarn/Vermietern und da kenne ich persönlich mehrere Fälle.

    Wenn nun wie hier noch dazu kommt, dass es sich um ein Zweifamilienhaus mit dem Vermieter handelt, ist vermutlich auch mit einer Kündigung zu rechnen, insbesondere, wenn man die Wohnung nur zur Wohnnutzung angemietet hat und dann plötzlich täglich 2x die Eltern durchs Haus gehen usw.

  • Uiuiui, das ist eine umfassende Antwort ^^ Danke schonmal dafür!


    Ich möchte mal nicht davon ausgehen, dass mir wegen einer Pflanze die Kündigung droht. Ich habe sie auch noch nicht darauf angesprochen - noch bin ich also auf der sicheren Seite. Sooo easy ist es zum Glück nicht jemanden raus zu werfen..

    Ja. Ich habe das schon im Mietvertrag festhalten lassen und bin Gottfroh, dass mein Vergangenheits-Ich so vorausschauend war.


    Ich denke mir geht's nicht mal so sehr um irgendeinen rechtlichen Aspekt. Wenn sie mich und die Kinder los werden will, sollte sie mir halt einfach kündigen, statt die Kinder in Gefahr zu bringen. Sozialkompetenz sieht anders aus... X/ Das wirkt sich auch nicht grad positiv auf den Hausfrieden aus.

    Ich frage mich auch ob ich wohl eine Plane, ein Tischtuch oder so über die Pflanze werfen kann, damit der direkte Zugriff nicht gegeben ist!? Für die Pflanze ist das auch nicht schlimmer als wenn Rucksack & Co. daran vorbei schrammen - und damit muss sie rechnen, immerhin müssen wir dort vorbei gehen (und ich werde sicher nicht mehr als ein Mindestmaß Rücksicht nehmen). Oder ob ich die in eine andere Ecke schieben DARF? Sie steht auf so einem Roll-Ding... Aber noch viel Grundsätzlicher ist die Frage: wer haftet wenn da was passiert? Sei es auch nur, dass die umfällt... Fragen über Fragen :/


  • Ich möchte mal nicht davon ausgehen, dass mir wegen einer Pflanze die Kündigung droht. Ich habe sie auch noch nicht darauf angesprochen - noch bin ich also auf der sicheren Seite. Sooo easy ist es zum Glück nicht jemanden raus zu werfen..

    Ähm, ich würde vorschlagen du informierts dich erst mal unter dem Stichwort "erleichterte Kündigung". Gut möglich das das bei dir zutrifft.


    Ich denke mir geht's nicht mal so sehr um irgendeinen rechtlichen Aspekt, ich finde das menschlich halt echt Sche***.

    Um Moral und und Menschlichkeit lässt dich vor Gericht aber nicht streiten?



    Aber noch viel Grundsätzlicher ist die Frage: wer haftet wenn da was passiert?

    Das kommt darauf an was passiert und wer der Verursacher ist. Evtl. Möglich das der Vermieter eine Teilschuld bei dem ein oder andere Sachverhalt bekommt wenn er Kinderbetreuung im Mietvertrag genehmigt hat, nur was hilft das?

  • Ähm, ich würde vorschlagen du informierts dich erst mal unter dem Stichwort "erleichterte Kündigung". Gut möglich das das bei dir zutrifft.


    Um Moral und und Menschlichkeit lässt dich vor Gericht aber nicht streiten?

    Hä? Es geht mir um diese Pflanze. Das hat weder etwas mit Kündigung zu tun, noch irgendetwas mit einem Gerichtsprozess!?!? Sie KÖNNTE auch das Haus nieder brennen oder hier ne Kirche eröffnen - darum geht es aber nicht :/


    Das kommt darauf an was passiert und wer der Verursacher ist. Evtl. Möglich das der Vermieter eine Teilschuld bei dem ein oder andere Sachverhalt bekommt wenn er Kinderbetreuung im Mietvertrag genehmigt hat, nur was hilft das?


    Prävention ist da ja ein guter Ansatz.


    Zitat-Korrektur! Bitte jedes Zitat dem entsprechenden Benutzer korrekt

    zu ordnen und die Zitat-Funktion nutzen.

  • Hä? Es geht mir um diese Pflanze. Das hat weder etwas mit Kündigung zu tun, noch irgendetwas mit einem Gerichtsprozess!?!? Sie KÖNNTE auch das Haus nieder brennen oder hier ne Kirche eröffnen - darum geht es aber nicht :/

    Informiere dich doch wenigstens über die Stichworte die dir auch Schweinchenfan geliefert hat? Ansonsten geht es am Ende natürlich nur darum was du im Zweifel auch juristisch durchsetzen kannst, um was denn sonst?


    Prävention ist da ja ein guter Ansatz.

    Dann bitte halt dein Vermieterin die Pflanze woanders hin zu stellen? Sollte dieser Bitte nicht folge geleistet werden kommt es eben zu juristischen Schritten oder es verläuft im Sande.

  • Informiere dich doch wenigstens über die Stichworte die dir auch Schweinchenfan geliefert hat?

    Ich bin mit § 573a BGB vertraut. Das ist aber seit meinem Einzug vor 5 Jahren an jedem einzelnen Tag anwendbar und hat halt mit der Sache nichts zu tun - weil sie meines Wissens nach kein Interesse hat mir zu kündigen und selbst wenn, dafür keinen Grund braucht und erstrecht keine Pflanze. Das ist halt einfach am Thema vorbei.

    Dann bitte halt dein Vermieterin die Pflanze woanders hin zu stellen? Sollte dieser Bitte nicht folge geleistet werden kommt es eben zu juristischen Schritten oder es verläuft im Sande.

    Die Frage ist ja: HABE ich dafür eine (juristische) Grundlage? Denn wenn nicht wäre ich ja schön blöd ihr auf die Füße zu treten. Macht es Sinn sie um Prävention zu bitten und damit die Pferde scheu zu machen? Muss ich sie über die möglichen Folgen informieren um abgesichert zu sein wenn (Gottbewahre) einem Kind (oder mir selbst, dem Hund von einem Besucher oder wem auch immer) was passiert? Ich hab halt keinen "§ Giftpflanze auf gemeinschaftlich genutzter Fläche" gefunden...

  • Das ist aber seit meinem Einzug vor 5 Jahren an jedem einzelnen Tag anwendbar und hat halt mit der Sache nichts zu tun

    Ah, Ok..............



    weil sie meines Wissens nach kein Interesse hat mir zu kündigen

    Das soll nicht böse gemeint sein, aber ich verspüre schon langsam das Interesse dir zu kündigen, obwohl ich noch nicht mal dein Vermieter bin........... :)



    Die Frage ist ja: HABE ich dafür eine (juristische) Grundlage?

    Meiner Meinung nach eher nein.



    Denn wenn nicht wäre ich ja schön blöd ihr auf die Füße zu treten.

    Es wäre eben so blöd wenn es diese Grundlage gäbe.



    Macht es Sinn sie um Prävention zu bitten und damit die Pferde scheu zu machen?

    Natürlich kann man höflich bitten und fragen, warum denn nicht?



    Muss ich sie über die möglichen Folgen informieren um abgesichert zu sein wenn (Gottbewahre) einem Kind (oder mir selbst, dem Hund von einem Besucher oder wem auch immer) was passiert?


    Gegenüber allgemeine Lebensrisiken kann man sich nicht absichern. Die juristische Frage ist ja eigentlich ob die oder deiner Vermieterin im Schadensfall etwas vorzuwerfen ist.

    Sprich, stellt das hinstellen so ein Pflanz in den Flur in diesem Falle schon ein Verletzung irgend einer Pflicht dar. Das sehe ich so erst mal nicht.

    Trotzdem könnte man dir theoretisch eine Verletzung der Aufsichtspflicht anlasten wenn die Kinder von der Blume "naschen".

    Dagegen kann man sich meiner Meinung aber nicht mit einem schreiben an den Vermieter absichern, bzw. wäre , nicht bekannt wie das rechtsicher geht.

  • Du hast aus den Antworten sicherlich schon heraus lesen können, dass es zu dem Thema keine eindeutige juristische Handhabe gibt. Alle Ansätze, die man vielleicht finden könnte, werden von der Ansicht eines zuständigen Richters abhängen, wie er es sehen wird. Daher ist es kaum möglich, den von dir erhofften ultimativen Rat zu geben.


    Aus diesem Grund empfehle ich dir, nichts unversucht zu lassen, mit der Vermieterin eine Einigung zu finden. Vielleicht kannst du in ihr Verständnis für deine Sorge entfachen. Und wenn du schreibst, dass sie dich wahrscheinlich gar nicht los werden wollen würde, dann besteht ja eine Chance dafür. Biete ihr irgend etwas als Kompromiss an, was du ihr entgegen bringen kannst im Gegenzug dafür, dass sie die Pflanze an einen anderen Ort bringt.

  • Gegenüber allgemeine Lebensrisiken kann man sich nicht absichern

    Allgemeine Lebensrisiken sind (in diesem Fall) dass ein Kind die Treppe runter purzelt oder ihm im Wald ein Ast auf den Kopf fällt und ja, dagegen kann man sich nicht oder nur sehr eingeschränkt absichern. Shit happens. Aber diese Pflanze kann man wegstellen und das Risiko einer Gesundheitsgefährdung auf Null minimieren. Genau genommen kann ich das eben nicht, aber die Vermieterin halt schon.
    Wenn sie mit Herbstzeitlose, Goldregen, Tollkirsche, Rizinus & Co. im Hausflur eine Giftfabrik aufstellen kann ohne das ich irgendeine Handhabe habe ist das reichlich frustrierend. Da könnte sie gleich Äxte und Kettensägen auslegen... Mein Ärger hat sich wohl etwas Luft gemacht. Der sollte aber nicht bei dir landen. Bitte entschuldige! Eigentlich bin ich ganz okay :saint:



    Das soll nicht böse gemeint sein, aber ich verspüre schon langsam das Interesse dir zu kündigen, obwohl ich noch nicht mal dein Vermieter bin........... :)

    Du weißt halt auch nicht wie umständlich es ist mir zu kündigen. Kindertagespflege ist rar, ich habe einen Bildungsauftrag der Kommune und des Bundes. Das könnte sie ne Menge Zeit und Geld kosten. Aber das will ich ja alles überhaupt nicht. Dass keiner stirbt reicht mir im Alltag meist schon 😉


    Ich merke gerade, dass ich die Sache nicht als Mieter, sondern als Unternehmer angehen muss... Danke für die Hilfe!


    Auch dir noch Danke Fruggel. "Keine eindeutige juristische Handhabe" ist immer sehr, sehr frustrierend, aber ich werde es freundlich versuchen und im schlimmsten Fall Jugendamt und Bildungsministerium, statt Anwalt und Richter hinzuziehen.


    Keine Vollzitate bitte, zwei Beiträge hintereinander

    zusammengefügt.