Drei oder sechs Monate Kündigungsfrist bei Eigenbedarf

  • Guten Tag,

    habe heute eine Kündigung mit 3 Monaten Kündigungsfrist wegen Eigenbedarfs zum 31.01.2021 erhalten.

    Kann es sein das es bei mir aber schon 6 Monate Kündigungsfrist sind?


    Eingezogen bin ich am 24.01.2016 (durfte schon früher rein, steht auch im Mietvertrag). Der Mietvertrag hat aber erst am 01.02.2016 begonnen.


    Ich sehe bei der Berechnung zwei Varianten, die zu meinen Gunsten sprechen und eine die zugunsten des Vermieters sprechen würde.
    Aber welche stimmt?


    Variante 1) Berechnung Wohndauer: Vom Einzug (24.01.2016), bis zum Tag an dem ich ausziehen soll (31.01.2021)= 5 Jahre und 7 Tage gewohnt, also 6 Monate Kündigungsfrist.

    Variante 2) Berechnung Wohndauer: Vom Beginn Mietvertrag (01.02.2016), bis zum Tag an dem ich ausziehen soll (31.01.2021)= Genau 5 Jahre gewohnt, also 6 Monate Kündigungsfrist.

    Variante 3) Berechnung Wohndauer: Vom Einzug (24.01.2016) oder Beginn Mietvertrag (01.02.2016) bis Kündigungsdatum (22.10.2020)= Weniger als 5 Jahre, also 3 Monate Kündigungsfrist.

    Kann mir jemand helfen? Bitte?;(
    BGB hab ich schon nachgeschaut, aber da wird ich nicht draus schlau für meinen Fall.


    Liebe Grüße

    Binu

  • Als der Vermieter die Kündigung aussprach hast du noch nicht länger als 5 Jahre gewohnt. Und darauf kommt es an. Wurde das Kündigungsschreiben vom Vermieter oder einem Anwalt erstellt. Wenn es der Vermieter war, dann solltest du die Kündigung unbedingt prüfen lassen, denn sehr viele sind fehlerhaft.

  • Hallo Köbes,
    vielen Dank für die Antwort, die aber nicht so toll für mich ist.

    Es geht echt um das Datum an dem ich die Kündigung erhalten habe?

    Wie kann man das denn aus dem BGB ablesen?

    Da steht doch:

    "Wohnen Mieter länger als fünf Jahre in der Wohnung, verlängert sich diese Frist auf sechs Monate. Sind es mehr als acht Jahre, beträgt die Frist neun Monate."

    Und am Ende habe ich doch 5 Jahre drin gewohnt.

    Schreiben kam von einer Anwältin :(

    Und wenn ich einfach wohnen bleibe und sage ich finde nix vergleichbares?

    Räumungsklagen sind doch teuer für den Vermieter und ich hab gelesen dass er das muss das Geld vorstrecken. Wenn er mich also nicht räumt, kann ich doch einfach bleiben (ok, mit dem Risiko, dass er doch Räumungsklage macht).

    Kann man denn, wenn Räumungsklage erhoben wird doch noch schnell ausziehen, oder müsste man dann die Kosten für die Räumungsklage übernehmen :/

    Grund ist, dass die Tochter mit ihrem Freund nun in meine 2 Zimmer Wohnung (die ich auch mit meinem Freund bewohne) will, weil die zusammenziehen wollen und bislang auch nur bei Eltern gewohnt haben.

  • Wie kann man das denn aus dem BGB ablesen?

    Da steht halt "wohnen" und nicht "wohnen wird". Das ist eine Momentaufnahme für den Zeitpunkt der Kündigung, denn darum geht es ja.

    Räumungsklagen sind doch teuer für den Vermieter und ich hab gelesen dass er das muss das Geld vorstrecken.

    Dafür gibt es ja Rechtsschutzversicherungen. Daran wird es nicht scheitern.

    Kann man denn, wenn Räumungsklage erhoben wird doch noch schnell ausziehen, oder müsste man dann die Kosten für die Räumungsklage übernehmen :/

    Natürlich trägst du die Kosten für den Rechtsstreit, du hast ja den Anlass zur Klage gegeben. Die Kosten können sich dadurch aber reduzieren, je nachdem in welches Stadium im Rechtstreit erreicht worden ist.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.