Heizkosten Verteilerschlüssel

  • Hallo zusammen,


    ich bin seit April 2009 Mieter einer Dachgeschosswohnung mit Fußbodenheizung in einem 10 Jahre alten Haus mit 3 Mietparteien. Meine angemietete Wohnung hat einen anderen Eigentümer wie die 2 anderen Wohnungen im Haus.
    Letzte Woche wurden allen Mietern die ersten Nebenkostenabrechnungen für die Jahre 2009/2010 und 2010/2011 vorgelegt.
    Mal davon abgesehen daß die Abrechnung für 2009/ 2011 mir nicht fristgerecht zugestellt wurde, wurden für beide Jahre ein Heizkostenverteilerschlüssel von 30% Fläche und 70% Verbrauch berechnet. Dies ergab in meiner Abrechnung alleine eine Heizkostennachzahlung in Höhe von 1.380 Euro, die anderen Mietparteien erhielten ordendliche Rückzahlungen durch reduzierte Heizkosten. In meinem Mietvertrag wurde allerdings ein Verteilerschlüssel von 50% / 50% vereinbart, bei dem sich die Heizkosten erheblich reduzieren würde.
    Nach Rücksprache mit den anderen Mietern erfuhr ich erstaunt daß in den anderen Mietverträgen ein Verteilerschlüssel von 30% / 70%festgelegt wurde.
    Die weitere Überprüfung ergab auch daß meine angemietete Dachgeschoss-Wohnung doppel so viel Heizkosten verursachte wie die beiden in etwa gleich große Wohnungen zusammen, und dies obwohl meine Raumtemperatur im Winter wie in den anderen Wohnungen auch 22 Grad nicht übersteigt. Die mittlere Wohnung wird im Winter so gut wie gar nicht beheizt.


    Deshalb meine Fragen:


    Kann mein VM rückwirkend und ohne Absprache entgegen den vertraglichen Bedingungen den Heizkosten Verteilerschlüssel zur Abrechnung einseitig verändern?


    Darf mein VM unter den unfairen Heizbedarfs Bedingungen im Haus innerhalb einer 3- Jahresfrist nach der Festlegung den Verteilerschlüssel einseitig zu so starken Benachteiligung einer Miet-Partei verändern ?

    4 Mal editiert, zuletzt von Steez ()

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  • Aufgrund der 'neuen' Heizkostenverordnung hat Ihr Vermieter richtig gehandelt.


    Die neue Heizkostenverordnung: Ab 01.01.2009 wird es ernst!


    Sie können Ihren Vermieter lediglich vorwerfen, dass er Sie über die Änderung nicht vorab informiert hat. Allerdings ändert dies an der Rechtmäßigkeit der geänderten Heizkostenverteilung nichts.


    Zitat

    Die weitere Überprüfung ergab auch daß meine angemietete Dachgeschoss-Wohnung doppel so viel Heizkosten verursachte wie die beiden in etwa gleich große Wohnungen zusammen, und dies obwohl meine Raumtemperatur im Winter wie in den anderen Wohnungen auch 22 Grad nicht übersteigt. Die mittlere Wohnung wird im Winter so gut wie gar nicht beheizt.


    Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass mittlere Wohnungen bei der Beheizung von ihrer Lage profitieren und das Erd- sowie Dachgeschosswohnungen einen verhältnismäßigen höheren Energiebedarf zur Erwärmung benötigen. Warum dieser allerdings in Ihrem Fall doppelt so hoch ist, sollte gegebenenfalls näher geprüft werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Gruwo ()

  • Erstmal Danke für die schnelle Antwort.


    Ich dachte allerdings daß die neue Heizkostenverordnung mit der zwingenden 30/70 Heizkostenverteilung nur ältere Häuser vor Bj.95 betrifft, also die der Wärmeschutzverordnung von 1994 nicht entsprechen. Das Haus wurde erst vor ca. 10 Jahren gebaut und entspricht der Wärmeschutzverordnung von 1994.


    Leider gibt es keinen Energiepass für das Haus. Eine Überprüfung zur Suche der Schwachstellen wollte ich bereits in Auftrag geben, diese ist allerdings erst unter 5 Grad Außentemperatur, also nur im Winter möglich.

    Einmal editiert, zuletzt von Steez ()

  • Zitat

    Ich dachte allerdings daß die neue Heizkostenverordnung mit der zwingenden 30/70 Heizkostenverteilung nur ältere Häuser vor Bj.95 betrifft, also die der Wärmeschutzverordnung von 1994 nicht entsprechen. Das Haus wurde erst vor ca. 10 Jahren gebaut und entspricht der Wärmeschutzverordnung von 1994.


    Ich kenne keine 'neueren Gebäude', in denen die Heizkosten noch nach dem 50/50-Prinzip abgerechnet werden. Diese Abrechnungsform macht eigentlich nur bei wirklich schlecht isolierten Gebäuden oder aber bei Objekten, die noch mit Meßgeräten nach dem Verdunstungsprinzip ausgestattet sind, einen Sinn.

  • Ich kenne keine 'neueren Gebäude', in denen die Heizkosten noch nach dem 50/50-Prinzip abgerechnet werden. Diese Abrechnungsform macht eigentlich nur bei wirklich schlecht isolierten Gebäuden oder aber bei Objekten, die noch mit Meßgeräten nach dem Verdunstungsprinzip ausgestattet sind, einen Sinn.


    Hallo @ Gruwo,


    aber so steht es in dem von Ihnen im ersten Beitrag beigefügten Link.


    Und hier die Heizkostenverordnung nach Bundesrecht, neueste Fassung 2009 :


    http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/heizkostenv/gesamt.pdf


    So steht es im §7 Abs. 1, ich zitiere:


    "Von den Kosten des Betriebs der zentralen Heizungsanlage sind mindestens 50 vom
    Hundert, höchstens 70 vom Hundert nach dem erfassten Wärmeverbrauch der Nutzer zu
    verteilen. In Gebäuden, die das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom
    16. August 1994 (BGBl. I S. 2121) nicht erfüllen, die mit einer Öl- oder Gasheizung
    versorgt werden und in denen die freiliegenden Leitungen der Wärmeverteilung
    überwiegend gedämmt sind, sind von den Kosten des Betriebs der zentralen Heizungsanlage
    70 vom Hundert nach dem erfassten Wärmeverbrauch der Nutzer zu verteilen"


    Bei neuen Gebäuden bleibt alles so wie es war.


    Deshalb meine Frage:


    Darf mein Vermieter ohne Rücksprache den vertraglich zugesicherten Verteilerschlüssel ohne Absprache einseitig verändern ? Das Gebäude entspricht der WSV von 1994 und wurde erst vor 10 Jahren gebaut.

    3 Mal editiert, zuletzt von Steez ()