Mietvertrag mit wahrscheinlich ungültiger Befristung - Stellen von Nachmieter

  • Hallo liebes Mietrecht Forum,


    ich bin im Frühjahr nach Berlin gezogen und da der Wohnungsmarkt doch ziemlich angespannt ist musste ich mich leider auf einen etwas zwielichtigen Vermieter einlassen. Ich habe ein (eher spärlich) möbiliertes Zimmer in einer 10er-WG gemietet, welches der Vermieter für ein "Internationales Wohnprojekt" hält. Letzten Endes ist es aber nur eine 10er-WG mit einzeln vermieteten Zimmern. Der Mietvertrag entspricht insgesamt keiner üblichen Vorlage, sondern wurde vom Vermieter wahrscheinlich frei formuliert. Ich bin der Meinung, dass ihm dabei einige Fehler unterlaufen sind und große Teile des Vertrages so nicht gültig sind. Nun habe ich etwas besseres gefunden und zum Jahresende gekündigt. Jedoch deuten sich erste Unstimmigkeiten dazu an, wann mein Mietvertrag endet. Ich versuche euch unten den Vertrag so genau wie möglich zu schildern und wäre sehr dankbar über eure Meinung.


    Erstmal allgemein zum Vertrag:

    * es handelt sich um ein einzelnes Zimmer (+Nutzung der Gemeinschaftsräume) in einer WG

    * das Zimmer ist spärlich möbiliert

    * der Mietvertrag ist ohne Angabe von Gründen zeitlich befristet. Die erste Befristung lief bis Ende September, inzwischen habe ich den zweiten Mietvertrag

    * der Vertrag ist als Untermietvertrag betitelt, ABER:

    * als "Vermieter" wird der Eigentümer der Wohnung geführt (übrigens ohne Anschrift...)

    * ich werde dennoch als "Untermieter" geführt

    * ich gehe also davon aus, dass es sich um einen normalen Mietvertrag handelt
    * der Vermieter behauptet er würde auch in der WG wohnen obwohl er das faktisch nicht tut. Er hat lediglich ein Zimmer in der WG im Stockwerk drunter, ist aber seit dem Beginn der Corona-Krise auch dort nicht mehr gewesen.


    Ich habe den Paragraphen zur Laufzeit und zur Kündigung als Screenshot angehängt. Der Paragraph befristet im Kern den Mietvertrag vom 1.10.20 bis zum 30.9.21 und legt eine Kündigungsfrist von einem Monat fest obwohl davor explizit steht, dass der Vertrag automatisch ausläuft. Also ein kleiner Widerspruch in sich. Dazu wird geregelt, dass ich bei Kündigung vor dem 30.9.21 einen Nachmieter stellen muss.


    Ich habe nun zum Jahresende gekündigt und der Vermieter sagt, dass ich erst aus dem Mietvertrag raus bin, sobald ich einen Nachmieter gefunden habe. Wenn ich jetzt zum Beispiel erst zum Februar einen Nachmieter finde, soll ich für den Januar trotz fristgerechter Kündigung noch Miete zahlen. Ist das so haltbar?


    Ich gehe davon aus, dass der Paragraph im größtenteils ungültig ist. Da der Vermieter für die Befristung im Vertrag keinen Grund genannt hat und mündlich auch nur gesagt hat, dass er "das immer so macht". Da er mWn für eine Befristung einen triftigen Grund haben muss und diesen auch angeben muss, halte ich die Befristung für ungültig. Damit entfällt aber auch die Grundlage für die Nachmieterklausel. Meiner Meinung nach bleibt also nur noch übrig, dass die Kündigungsfrist einen Monat beträgt, also eine individuelle Vereinbarung zur Kündigungsfrist. Und da diese für mich ja von Vorteil ist, ist diese ja für mich (im Gegensatz zu ihm) auch gültig. Damit gehe ich eigentlich davon aus, dass ich dank meiner fristgerechten Kündigung tatsächlich zum Jahresende aus dem Vertrag raus bin.


    Ich würde mich über eure Hilfe sehr freuen. Vielen Dank!


    Anhang gelöscht. Die Bewertung eines konkreten Vertrags ist Rechtsberatung, was hier bekanntlich nicht geleistet werden kann.

  • Befindet sich das bzw. die möblierten Zimmer in Ihrer Wohnung und haben Sie diese nicht an eine Familie vermietet, können Sie wesentlich schneller kündigen. Ist Ihre Kündigung bis spätestens zum 15. eines Monats bei Ihrem Mieter, muss er bereits zum Ende dieses Monats ausziehen (§ 573 c Abs. 3 i.V.m. § 549 Abs. 2 Nr. 2 BGB).


    Er hat in der Wohnung in der er, wohnt ein Zimmer (unter)vermietet.

    Die Kündigungsfrist gilt für Mieter und Vermieter.


    Unerwünschte Verlinkung entfernt