vergleichbare Alternativwohnung vs Anmietrecht nicht vergleichbare bessere Wohnung

  • Hallo liebe Community,


    ich bin hart am kämpfen, wie ich den Titel sinnvoll wählen soll. Ich hoffe es passt so ganz gut.


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    Vorab der grundlegende Sachverhalt:


    Unserem Vermieter gehören in unserer Siedlung 18 größere, sowie kleinere Mehrfamilienhäuser. Diese sollen nun alle in den kommenden 10 - 15 Jahren modernisiert werden. Natürlich geht es genau mit den Häusern los in dem ich wohne. Ich Glückspilz.


    Nun möchte unser Vermieter uns alle in vergleichbare Wohnungen in eigenem Bestand umsiedeln. Dazu nutzt er die Wohnungen der folgenden Bauabschnitte. Das bedeutet egal wo wir jetzt hinziehen, wir müssen noch weitere 1 - 2 mal umziehen. Also im Grunde ein fröhliches hin und her in den kommenden Jahren. So ein bisschen wie Tetris.


    Nun bin ich mit meinem Vermieter in Verhandlung über die Konditionen.


    Ich habe bereits einen Mietvertrag ausgehandelt in dem mir jetzt eine vergleichbare Wohnung mit gleicher Miete angeboten wird. Diese Wohnung kenne ich auch bereits und bin damit einverstanden. Allerdings gehört diese Wohnung zum zweiten Bauabschnitt der voraussichtlich in 2-3 Jahren beginnt. Das heißt, wenn es soweit ist, dann muss ich wieder wechseln. Wie gesagt Tetris eben.

    Für diesen Fall habe ich bereits eine Klausel in dem neuen Mietvertrag, dass ich in 2-3 wieder "eine vergleichbare Wohnung mit vergleichbarer Miete" bekomme. Dies würde bedeuten, dass ich in den dritten Bauabschnitt (die restlich verbliebenden unsanierten Wohnungen) versetzt werde aus dem ich einige Jahre später wieder raus muss.


    Natürlich würde ich mir den dritten Umzug gerne sparen und jetzt in die Ausweichwohnung ziehen und in 2-3 Jahren NICHT in den dritten Bauabschnitt, sondern direkt in eine der fertig sanierten Wohnungen. Dann wäre ich mit 2 Umzügen durch und der dritte Umzug entfällt.


    Nun ist das Problem, dass unser Vermieter partout keine Aussage über die zu erwartende Miete für die neuen sanierten Wohnungen machen will. Somit weiß keiner, was diese Wohnungen später kosten werden.


    Daher habe ich nun überlegt eine weitere Klausel in den Mietvertrag aufzunehmen. "Anmietrecht einer sanierten Wohnung direkt nach Ende des ersten Bauabschnitts". Somit würden die Konditionen erst verhandelt, wenn es soweit ist, allerdings hätte ich die Sicherheit, dass ich eine sanierte Wohnung angeboten bekäme. Das wäre wenigstens eine sichere Option.

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    Nun zu meiner Frage:


    Ich bin mir unsicher, ob sich die beiden Klauseln


    1. "eine vergleichbare Wohnung mit vergleichbarer Miete" (wieder unsanierte Wohnung plus dritter Umzug)


    und


    2. "Anmietrecht einer sanierten Wohnung direkt nach Ende des ersten Bauabschnitts"


    nicht evtl. "beißen".



    Mir wurde bereits von verschiedenen Seiten erklärt, dass die Klausel "eine vergleichbare Wohnung mit vergleichbarer Miete" den Mieter dazu verpflichtet auf jeden Fall eine Wohnung zu vergleichbaren Konditionen anzubieten, selbst dann wenn der Fall eintreten sollte, dass er keine vergleichbaren (unsanierten) Wohnungen zur Verfügung hat. Dann müsse er mir eine sanierte Wohnung zu vergleichbaren Konditionen anbieten. Da der zweite Bauabschnitt der größte mit 9 der großen Mehrfamilienhäuser ist, müssten sehr viele Mieter umgesetzt werden, wohingegen nur vergleichbar wenige noch unsanierte Wohnungen (dritter Bauabschnitt) zur Verfügung stehen. Dies bedeutet, dass einige eh in die neuen sanierten Wohnungen müssten und es auch zumindest möglich ist, dass der VM mir keine vergleichbare (unsanierte) Wohnung anbieten kann.


    Anmietrecht bedeutet aber im Grunde ja, dass ich nur das Recht habe eine sanierte Wohnung anzumieten, aber die Konditionen erst verhandelt werden, wenn es soweit ist.


    Das würde ja bedeuten, dass Klausel 1 mir eine sanierte Wohnung zu vergleichbaren Konditionen zusichert, was natürlich super wäre. Aber Klausel 2 würde besagen ich habe ein Anmietrecht und die Konditionen werden nun verhandelt, also nichts mit vergleichbar, sondern eben ganz neue Konditionen.


    Da würde sich das ganze ja dann beißen, oder sehe ich das falsch?


    Sollte ich also die Klausel "Anmietrecht einer sanierten Wohnung direkt nach Ende des ersten Bauabschnitts" zusätzlich mit aufnehmen oder eher nicht? Ich bin unsicher, ob dies überhaupt ein Vorteil oder vielleicht sogar ein Nachteil für mich ist?

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    Ich hoffe ich konnte die Problematik gut verdeutlichen und ihr könnt mir weiterhelfen.


    Vielen Dank an jeden, der sich dies überhaupt durchliest und sich die Mühe macht, sich mit dem Sachverhalt zu befassen.


    Gruß

    Maik

  • Du übersiehst in deinen Überlegungen eine ganz fundamentale Sache. Und zwar hast du ja bereits einen Mietvertrag, und diesen hat der Vermieter einzuhalten, auch wenn er sanieren will. Also wozu einen neuen abschließen? Doch nur, wenn dieser für dich Vorteile bringt. Andernfalls ist es das Interesse des Vermieters, für die Zeit der Sanierung eine Ersatzwohnung zur Verfügung zu stellen, wenn er vermeiden möchte, dass man als Mieter die Miete um 100% kürzen kann, weil die Wohnung unbewohnbar wird.

  • Das Problem ist, dass der Vermieter nicht im Sinn hat, dass wir in unseren alten Wohnungen bleiben, daran beißen wir uns alle samt Awo und Anwalt bereits die ganze Zeit die Zähne aus. Und vor allem bei uns, die vom ersten Bauabschnitt betroffen sind, rollen in wenigen Wochen bereits die Bagger an. Ich weiß, dass ich basierend auf meinen alten Mietvertrag mich auf die Hinterbeine stellen könnte und, wie du sagst, dann auch die Miete 100% kürzen könnte, wenn meine Wohnung dann unbewohnbar ist, ABER wo bleibe ich dann, wenn er mir eine Ersatzwohnung nur unter der Bedingung eines neuen Mietvertrages anbietet?


    Unter Strich habe ich Sorge es drauf ankommen zu lassen, noch dazu da es bei uns bald losgeht und somit die Zeit drängt.


    Ich wünschte daher ich wäre in einem späteren Bauabschnitt, die erst in einigen Jahren angefangen werden, denn bis dahin ist noch Zeit, denn die Mieterinitiative samt Awo plant die Öffentlichkeit und die Politik mit ins Boot zu holen, daher denke ich, dass sich da mit der Zeit auch noch was bewegen wird.


    Aber uns aus dem ersten Bauabschnitt fehlt die Zeit darauf zu warten bis das alles seinen Weg geht und Früchte trägt.

  • Unter Strich habe ich Sorge es drauf ankommen zu lassen, noch dazu da es bei uns bald losgeht und somit die Zeit drängt.

    Das ist aber nicht Deine Sorge, sondern die des Vermieters. Nichts und niemand kann dich zwingen einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Und das solltest du keinesfalls unter Druck machen. Der Vermieter hat nur zwei Alternativen, entweder er stellt (ohne neuen Vertrag) eine Ersatzwohnung zur Verfügung, oder du kürzt die Miete um 100%, um dir von der Ersparnis selbst eine andere Bleibe zu suchen.


    Es kann für den Vermieter sogar noch teurer werden, falls du dir beispielsweise ein Lager anmieten musst, wenn du in der Ersatzwohnung nicht alle Möbel unter bringst, um nur ein Beispiel zu nennen. Daher bleib entspannt.

  • entweder er stellt (ohne neuen Vertrag) eine Ersatzwohnung zur Verfügung, oder du kürzt die Miete um 100%, um dir von der Ersparnis selbst eine andere Bleibe zu suchen.


    Ja und was mache ich, wenn er keine Ersatzwohnung stellt und ich nichts anderes finde. So leicht findet sich auch nichts. Vor allem nicht in etwas mehr als einem Monat. Wir haben erst vor etwas mehr als einem Monat von dem ganzen erfahren. Das ist alles Mist. Es bringt mir nichts, wenn er eine Ersatzwohnung stellen muss, es aber nicht tut, und ich das erst auf dem Rechtsweg einfordern muss und bis dahin auf der Straße stehe.

  • und ich das erst auf dem Rechtsweg einfordern muss und bis dahin auf der Straße stehe

    Nein, musst du nicht, denn du kannst auch vorläufig in der Wohnung bleiben, du hast ja einen Vertrag. Sicherlich hat der Vermieter einen Anspruch darauf, sein Haus zu sanieren, aber er hat ich dabei auch an Regeln zu halten.

    Wir haben erst vor etwas mehr als einem Monat von dem ganzen erfahren

    Diese Aussage ist für mich ein Hinweis, dass sich der Vermieter nicht an Regeln zu halten scheint. Denn laut Gesetz muss er so eine Maßnahme mindestens drei Monate vorher ankündigen. Die Ankündigung des Vermieters sollte rechtlich überprüft werden.

    wenn er keine Ersatzwohnung stellt und ich nichts anderes finde

    Dann gehst du in ein Hotel und der Vermieter zahlt die Rechnung dafür. Lass dich doch nicht so einschüchtern. Man hat als Mieter durchaus Rechte und je nach den Umständen kann man die Sanierung sogar hinaus zögern, wenn nicht alles passt.


    Lass dich von einem Rechtsanwalt für Mietrecht beraten, wenn du nicht weiter kommst!

  • Dann gehst du in ein Hotel und der Vermieter zahlt die Rechnung dafür. Lass dich doch nicht so einschüchtern. Man hat als Mieter durchaus Rechte und je nach den Umständen kann man die Sanierung sogar hinaus zögern, wenn nicht alles passt.


    Dann gehe ich in ein Hotel und gebe dem Vermieter die Rechnung und er zahlt nicht und ich bleibe womöglich monatelang auf den Kosten sitzen bis er zahlt.


    Bitte versteh das nicht falsch. Ich bin sehr dankbar für deinen Input, aber in der Theorie ist immer alles so einfach, bisher habe ich aber meist die Erfahrung gemacht, dass die Praxis am Ende oft deutlich schwieriger ist.


    Daher möchte ich es möglichst vermeiden zu den letzten Mitteln zu greifen.