Verwertungskündigung wegen Abriss

  • Hallo....wir wohnen seit 16 jahren in einem 2 Familienhaus...Wir wollten es vor 4 Jahren käuflich erwerben.Der Eigentümer lehnte unser Angebot von 200tsd ab und forderte 250tsd,wovon uns die Bank aber abrat.Nach einigen Renovierungen (Alle Fenster und Eingangstüre neu)verkaufte er es ohne vorankündigung an einem anderen für 200tsd Euro.Die neuen Eigentümer wollen das Haus nu abrreissen(Das Haus ist in einem guten Zustand) und ein Mehrfamilienhaus auf dem Grundstück bauen.Sie bieten uns an uns was neues zusuchen..was für uns aber nicht in frage kommt. Das was wir hier haben (Lage,Mietpreis und Garten werden sie kaum finden für uns. Was können wir machen? lg MV aus W

  • Leider dringt eine Verwertungskündigung des Eigentümers n. Maßg. d. § 573 II BGB durch, wenn er auf seinem Grundstück einen Neubau errichten möchte, so der BGH m. Urt. v. 09.02.2010, AZ VIII ZR 155/10.

  • Erstmal Danke für die schnelle Antwort.....habe das gefunden und so sieht es für mich aus.....er kauft sämtliche Häuser auf um abzureissen und dann unter dem vorwand altersgerechtes wohnen neuzubauen.Ich habe erfahren das die mieten in seinen altergerechten wohnungen extrem hoch sind...also denke ich doch es geht ihm nur um gewinne.


    Das Eigentum gewährt dem Vermieter vor diesem Hintergrund keinen Anspruch auf Gewinnoptimierung oder auf Einräumung gerade der Nutzungsmöglichkeiten, die den größtmöglichen wirtschaftlichen Vorteil versprechen (vgl. BVerfGE 84, 382, 385 = NJW 1992, 361, 362). Auch das Besitzrecht des Mieters an der gemieteten Wohnung ist Eigentum im Sinne von Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG und deshalb grundgesetzlich geschützt (BVerfGE 89, 1, 6 ff. = NJW 1993, 2035, 2036).“


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  • Du wirst dich wohl oder übel anwaltlich vertreten lassen müssen.


    Grundsätzlich ist eine Verwertungskündigung für den Neubau eines Hauses möglich. Ohne Beurteilung des Einzelfalles mit allen seinen Einzelheiten wird man hier nicht weiter kommen. Man kann nicht pauschal sagen, ob solche Kündigung durchgeht, da hier eine Angemessenheitsprüfung vorgenommen wird und da vieles in die Waagschale geworfen wird.


    Daher bringen dir Urteile nichts. Bei dem Urteil von BVerfG, ging es um den Verkauf der Wohnung, nicht den Neubau eines ganzes Hauses. Mittlerweile werden aber auch Gewinnerzielungsabsichten mit anerkannt. Das Urteil von Toschi leidet daran, dass es um ein städebauliches Konzept ging, welches ein starkes Gewicht zugesprochen worden ist.


    Daher, anwaltlich beraten lassen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.