Vermieter schikaniert Mieter

  • Guten Tag zusammen,


    ich hoffe ihr könnt mir helfen.

    Ich wohne seit fast 7 Jahren in der aktuellen Wohnung. Der Vermieter des Hauses wohnt nicht im Haus aber in der Nähe

    zudem wohnen Teile seiner Familie mit im Haus.

    Nun kam es dazu, dass ich eine überhöhte Nebenkostenabrechnung prüfen lassen wollte und teilte dies dem Vermieter mit.

    Er reagierte trotzig und versuchte sofort alle Punkte in der Abrechnung zu verteidigen. Der Vermieter war seit Anbeginn sehr übergriffig auch

    gegenüber anderen Mietern. Mischte sich in Lebensgewohnheiten ein, ich habe früher geraucht und hierauf wurde ich ständig vom Vermieter angesprochen ob ich

    nicht lieber aufhören wollen würde. In der Wohnung war das Rauchen von Beginn an verboten und ich rauchte deswegen auch draußen, somit war ich oftmals anzusprechen für

    den Vermieter. Zudem klingelte er meist unangekündigt an der Türe um Dinge klären zu wollen, dies auch gerne Sonntags um 9 Uhr.

    Das selbe tat er auch mit zwei weiteren Mietern die inzwischen ausgezogen sind und auch schon einen Rechtstreit mit dem Vermieter hatten aufgrund dessen, dass er Kleinigkeiten nach dem

    Auszug bemängelte.

    Nun habe ich das Gefühl ich sei die "Nächste". Seit der Ankündigung der Überprüfung der Nebenkostenabrechnung sucht der Vermieter ständig das Gespräch.

    Ich habe nun per Brief gebeten alles nur noch schriftlich zu klären, da ich dies ja auch dem Anwalt welcher die Abrechnung prüft auch weiterleiten kann.

    Seither kommen ständig neue Briefe mit Mängeln wie einem kaputten Waschtisch, welchen ich ersetzt habe und was nach dem Auszug erst nochmal geklärt werden sollte.

    Zudem fing er an, dass meine Miete ja im Verhältnis sehr günstig sei und er sie einfach der ortsüblichen Miete anpassen könnte. Dies klang sehr nach einer Drohung.

    Man muss dazu sagen, dass unser Haus sehr alt und schlecht isoliert ist. Zudem bröckelt die Fassade und vieles mehr.

    Als nächstes beschwerte er sich über mein Fahrrad, welches im Weg steht. Man muss dazu sagen, er hatte mir immer wieder einen neuen Platz zugewiesen und da stand es dann auch.

    Dadurch dass seine Kinder unseren gemeinschaftlichen Garten vollstellen bleibt wenig Platz für anderes.

    Weiter stört er sich daran, dass ich zu viel im Internet bestelle und selten mal im Schuppen abgestellt wird falls ich nicht da bin. Diesen dürfen wir übrigens auch nutzen, eigentlich.

    Zudem hat er auch schon eine Freundin von mir angesprochen, die vor auf der Straße stand ob sie zu mir will und ob sie wüsste wo ich denn bin ich sei am Abend zuvor weggefahren und

    und noch nicht wieder zurück, da mein Fahrrad nicht da stand.

    Ich bin so gut wie nicht mehr zuhause, da ich mich nicht mehr wohl fühle in meiner Wohnung.

    Aber nicht nur, dass es immer wieder Probleme mit dem Vermieter gibt auch eines seiner Kinder terrorisiert mich, indem sich über jegliches Sachen beschwert wird, Türe vom

    Keller nicht richtig zu, zu laut gelacht etc.

    Der Vermieter schützt natürlich sein Kind im Gespräch immer.

    Durch diese ganzen Schikane sind wie gesagt schon zwei Mieter ausgezogen.

    Was kann ich tun um mich zu wehren und zumindest durch zu halten bis ich eine neue Wohnung finde?

    Es belastet mich sehr, da ich momentan auch noch im Referendariat bin und da schon genügend zu tun haben.

  • Kopf hoch! Du findest eine neue Wohnung und bis dahin hälst du durch! Denk dir, nicht mehr lange....muss ich hier wohnen. Schaut fasst ein bisschen aus, als wolle man dich rausekeln.


    Sei weiterhin freundlich, auf keine Diskussion einlassen und dich vorallem nicht ärgern oder einschüchtern lassen :)

    Man kann sich für alle Posten in der Nebenkostenabrechnung auch die tatsächliche Rechnung zeigen lassen. Also fiktive Zahlenwerte sind da nicht drin!

  • Ich habe nun per Brief gebeten alles nur noch schriftlich zu klären, da ich dies ja auch dem Anwalt welcher die Abrechnung prüft auch weiterleiten kann.

    Das ist ein sehr wichtiger Schritt. Das sollte auch für alles gelten.


    Versuche dem Vermieter einfach aus dem Weg zu gehen. Wenn du ihn kommen siehst, geh rein, wenn er klingelt ignoriere es usw.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Leider muss ich das Thema nun wieder auffrischen. Durch Corona hat sich wohnungstechnisch noch nix ergeben aber ich bin dran und habe auch einen tollen Vorschlag bekommen. Nun aber zurück zum Eigentlichen. Mein Anwalt hatte nun Regen Schriftverkehr mit meinem Vermieter wegen der Nebenkostenabrechnung, welche immernoch falsch ist. Daraufhin hat der Vermieter die Kündigung ausgesprochen, Begründung: fehlendes Vertrauen und keine Integration in die Hausgemeinschaft. Der Anwalt hat nun die Kündigung wegen Unwirksamkeit zurück gewiesen. Leider ist das dem Vermieter egal, denn er erkennt diese Schreiben nun nicht mehr an und beharrt auf sein Wohnungsbesichtigungsrecht. Er möchte die Wohnung Nachmietern zeigen. Nun hat er durch die Blume angedroht, sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Was kann ich tun?

    Langsam nimmt dieser Psychoterror seinerseits überhand. Jeden Tag ein neuer Brief oder Anruf.

  • Nun hat er durch die Blume angedroht, sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen.

    Tausche den Schließzylinder der Wohnungstür aus, bewahre den jetzigen natürlich auf. Auf Klingeln oder Klopfen musst du nicht reagieren. Dich kann niemand zwingen, mit dem Vermieter zu sprechen. Bleib stehts ruhig und freundlich, auch wenn es schwer fällt.

  • Er möchte die Wohnung Nachmietern zeigen.

    Gibt es nicht, da die Kündigung wohl unwirksam sein wird, wie es der Anwalt bereits gesagt hat.

    Nun hat er durch die Blume angedroht, sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Was kann ich tun?

    Wenn er das macht die Polizei rufen wegen Hausfriedensbruch und Strafantrag stellen!


    Langsam nimmt dieser Psychoterror seinerseits überhand. Jeden Tag ein neuer Brief oder Anruf.

    Du hast doch einen Anwalt der dich vertritt, die Sache schildern und nach seinem Rat handeln.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • Danke sehr. Ja ich habe sogar inzwischen eine Kamera aufgestellt. Aber wie unfasst krank ist diese Situation. Dieser Mann macht mir langsam wirklich Angst. Ich bin da immer sehr ruhig gewesen bis jetzt. Den Zylinder schaffe ich heute nicht mehr zu wechseln aber ich werde das wohl machen müssen. Für heute hat er sich angekündigt. Die Polizei hat mich vor 2 Tagen beraten und Namen und Straße notiert und wenn etwas sein sollte solle ich sie alarmieren.

    Ich habe nochmal mit meinem Anwalt gesprochen und dieser hat mir im Falle eines unerlaubten Zitritts auch zu einem Strafantrag geraten. Ich werde ihn eventuell nochmals mündlich darauf hinweisen, dass die Kündigung nicht rechtens ist und es keine Besichtigungen geben wird.

    Aber kann man denn wirklich gar nix gegen diese Belästigung tun?

  • Aber kann man denn wirklich gar nix gegen diese Belästigung tun?

    Doch kann man. Aber das würde alles auf einen gerichtlichen Beschluss hinaus laufen. Daher besprich das mit deinem Anwalt. Ansonsten kann man nur psychologisch Wirkung zeigen durch ein selbstbewußtes, bestimmtes, aber doch freundliches Auftreten gegenüber einer anderen Person. Doch das kann durchaus viel Kraft und Nerven beanspruchen.

  • Ich werde ihm das nächste mal nochmal klipp und klar sagen, dass ich die Wohnung zu seinem Termin nicht räumen werde. Ich hoffe es tut sich wohnungstechnisch noch etwas.


    Leider muss ich hier nochmals schreiben, da mein Vermieter jeden zweiten Tag ein weiteres Schreiben aufsetzt.

    Nun hat er Stellung dazu genommen, dass er sämtliche Schreiben meines Anwaltes, welche per E-Mail kommen löscht und nicht liest, denn er möchte nur Einschreiben. Er will jetzt plötzlich Kaufinteressenten in die Wohnung lassen. Von verkaufen war bisher keinerlei Rede. Muss er mir denn nicht offiziell ankündigen, dass er die Wohnung verkaufen möchte?

  • Muss er mir denn nicht offiziell ankündigen, dass er die Wohnung verkaufen möchte?

    Erst im Zusammenhang mit der Terminvereinbarung. Wenn er einen Besuch ankündigt, dann muss darin auch der Grund des Besuchs stehen, sodass du die Möglichkeit hast zu prüfen, ob dieser Grund ein berechtigtes Interesse darstellt. Letzteres ist bei einem geplanten Verkauf ja der Fall.

  • Mein Anwalt hat ihn in seinem letzten Schreiben darauf hingewiesen, dass er den Besichtigungswunsch begründen solle. Dies wurde aber ignoriert und nun schreibt er nichts mehr von Mietinteressenten, sondern plötzlich steht im Schreiben er hätte gerne einen Termin für Kaufinteressenten. Dient dies alleine als Grund, nur das Wort Kaufinteressent?

    Wie soll ich reagieren, wenn er jegliche Rückmeldung meines Anwalts ignoriert? Und muss mein Anwalt ihm plötzlich Einschreiben schicken?

  • Wie soll ich reagieren, wenn er jegliche Rückmeldung meines Anwalts ignoriert?

    Am besten gar nicht. Du solltest dem Anwalt die weiteren Schritte überlassen. Es ist nicht sinnvoll, ohne Absprache mit dem Anwalt etwas zu tun, denn damit kannst du deine eigene Position auch schnell verschlechtern. Wenn der Vermieter nicht kooperiert, dann wird er wohl irgend wann ein Schreiben vom gericht bekommen, und dann ist schluss mit Ignorieren.

    Und muss mein Anwalt ihm plötzlich Einschreiben schicken?

    Das ist durchaus nützlich, wenn man die Vermutung hat, dass die Gegenseite Briefe ignoriert und leugnet, welche bekommen zu haben. Denn dann muss man die Zustellung nachweisen können.

  • Vielen Dank für die Antwort. Nun gut, dann werde ich aufjedenfall nochmals Rücksprache halten mit meinem Anwalt und werde nicht ohne dessen Empfehlung handeln.

  • So nun wurde ein Termin mit dem Vermieter vereinbart, dass ein Kaufinteressent die Wohnung besichtigt. Der Anwalt hat darauf hingewiesen, dass sollte es sich um eine vorgetäuschte Besichtigung zwecks Kauf handeln würde er sich strafbar machen. Nun hatte ich heute die Besichtigung die mir doch recht merkwürdig vorkam. Ich habe die Dame schon gesehen wie sie vor dem Termin zu einer seiner Töchter ging. Muss ja nicht zwangsläufig schlimm sein aber als ich die die an der Tür fragte ob sie die Kaufinteressentin ist hat sie zögerlich bejaht und hat als ich sie darauf hinwies ob sie wisse, dass die Wohnung noch vermietet ist hat sie auch zögerlich bejaht. Letztendlich habe ich die Dame herumgeführt und alles gezeigt. Ich habe alles protokolliert und habe eine Zeugin da gehabt die im Notfall beweisen könnte.

    Was könnte der Vermieter damit bezweckt haben?

    Und genügt das was ich durchgeführt habe für den Fall er führt potentielle Nachmieter durch meine Wohnung?