Hoher Wasserverbrauch bei der Nebenkostenabrechnung

  • Hallo liebe Community,


    meine Großmutter hat mir heute ihre Nebenkostenabrechnung für 2019 präsentiert, welche sie am 18. Dezember 2020 postalisch erhalten hat, dabei steht in der Bilanz eine stattliche Nachzahlung von 1350,- €.

    Als erstes habe ich die Posten mit anderen Abrechnungen, u. a. von mir und Freunden, von Haushalten mit mindestens zwei Personen überprüft. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Posten "Wasser" signifikant hoch ist. In meinen zum Vergleich herangezogenen Abrechnungen beliefen sich die Wasserkosten irgendwo zwischen 100 - 250 €, bei meiner Oma jedoch belaufen sich die Wasserkosten insgesamt auf 1200 €. Sie lebt alleine in einer Mietwohnung mit 46 qm und ist eher sparsam. Ich habe die Wohnung noch nach Fehlerquellen abgesucht, jedoch bin ich nicht fündig geworden. Mein Großmutter gab mir aber noch den Hinweis, dass sich wohl auch einige Nachbarn über eine zu hohe Nebekostenabrechnung beschwert haben, die jeweils auch eine Nachzahlung von über 1000 € leisten sollen.

    Die Verwaltung habe ich bisher telefonisch noch nie erreichen können. Ich werde noch versuchen eine Abrechnung von einem Nachbarn meiner Großmutter aufzutreiben, um zu prüfen, ob auch dort ein hoher Wasserverbrauch vorliegt.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Tipps für das weitere Vorgehen von euch bekommen würde :)

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  • Ohne die Abrechnung gesehen zu haben, kann man da nicht viel raten.


    1200€ für Wasser ist schon sehr viel für eine Person, das klingt tatsächlich unplausibel.


    Habt ihr die Zählerstände kontrolliert?

  • Okay, hier ist die Auflistung. Einen Zähler habe ich in der Wohnung nicht gefunden.


    Dateianhang wegen unzureichender Anonymisierung gelöscht

    Bitte Forenregel beachten!

  • Die Kosten wurden ja aufgeteilt in verschiedene Objektbereiche. Und es hat den Anschein, als könnten die Kosten der Bereiche jeweils vertauscht worden sein. Also da wo die 670,02 stehen, sollten vielleicht die 10799,81€ hin und umgekehrt. Am besten diese Frage mal an die Hausverwaltung richten, und wenn das nichts ergibt, dann persönlich die Belege einsehen.

  • So liebe Community, das Thema geht leider in die nächste Runde.


    Ich habe zunächst in der Wohnung meiner Großmutter nach Fehlerquellen gesucht, wie z. B. eine permanent laufende Toilettenspülung usw. gesucht, und dabei nichts gefunden. Ich habe nochmal selber bei einigen Nachbarn geklingelt und nach den Abrechnungen gefragt und wirklich alle haben ungewöhnlich hohe Wasserkosten, bzw. alles Beträge im vierstelligen Bereich. Da kann irgendwas nicht stimmen.

    Daraufhin habe ich einen Widerspruch verfasst, in dem ich auch auf die extrem hohen Wasserverbräuche hingewiesen habe, und per Einschreiben Einwurf verschickt. Ebenfalls habe ich dort auch gefordert, dass ich die vorliegenden Rechnungen selber prüfen möchte, für den Fall, dass der Vermieter dort keinen Fehler findet.

    Auch versuchte ich jemanden bei der Hausverwaltung über die angegebenen Mail-Adressen und Telefonnummern zu kontaktieren. Es wurde weder auf meine Mail reagiert, noch geht da irgendjemand ans Telefon.

    Auf meinen Widerspruch erfolgte natürlich auch keine Reaktion, sodass meine Großmutter am Samstag eine Zahlungserinnerung für die Betriebskostenabrechnung vorfand.

    Natürlich recherchiere ich jetzt auch selber, allerdings würde ich mich darüber freuen, wenn mir jemand aus der Community sagen kann, was als nächstes zu tun ist.


    Ich bedanke mich schonmal :)

  • Daraufhin habe ich einen Widerspruch verfasst, in dem ich auch auf die extrem hohen Wasserverbräuche hingewiesen habe, [...] Ebenfalls habe ich dort auch gefordert, dass ich die vorliegenden Rechnungen selber prüfen möchte

    Hier sind gleich zwei Fehler gemacht worden. Erstens muss man die Belege zuerst einsehen, und dann den Widerspruch schreiben, Und zweitens ist die Begründung zu hocher Verbrauch kein sachlicher Einwand. Darauf muss der Vermieter in der Tat nicht reagieren, man braucht also nicht auf Antwort warten.


    Solange die Belegeinsicht vom Vermieter nicht ermöglicht wurde, hat man ein Zurückbehaltungsrecht für die Nachzahlung.

  • Danke

    Danke für den Tipp, dann werde ich jetzt noch eine Belegeinsicht fordern. Ich habe zwar schon in dem Widerspruch die Einsicht der Belege gefordert, aber mich würde auch nicht wundern, wenn das wieder nicht zulässig ist.

    Eine andere Frage hätte ich da auch noch: Die Wohnungen haben zwar eigene Zähler für Warm- und Kaltwasser, allerdings schaut es in der Abrechnung ganz danach aus, als wenn lediglich der Hauptzähler abgelesen wird, da ein hoher Verbrauchswert, auf Grundlage der Wohnflächen aufgeteilt wird. Mal angenommen, dass der Zählerstand des Hauptzählers richtig abgelesen wurde und die Abrechnung soweit stimmt, müssen alle Mieter diesen absurd hohen Verbrauch hinnehmen, wenn nur ein oder zwei Mieter für diesen hohen Verbrauch verantwortlich sind? Das kann ich doch den Belegen nicht entnehmen? Aber bei einer vierstelligen Wasserrechnung für einen Ein-Person-Haushalt kann man doch nicht von einer bestimmungsgemäßen Verwendung des Wassers ausgehen? Ich hoffe man kann meine Frage verstehen :)

  • Erst mal eine kleine Bitte, nicht den vollen Text zitieren, das macht die Sache unübersichtlich. Immer nur den Satz, auf den man antworten will.


    Die Wohnungen haben zwar eigene Zähler für Warm- und Kaltwasser, allerdings schaut es in der Abrechnung ganz danach aus, als wenn lediglich der Hauptzähler abgelesen wird

    Um das Kaltwasser nach Verbrauch abzurechnen ist es erforderlich, dass in allen Wohnungen Kaltwasserzähler vorhanden sind. Ist das nicht gegeben bleibt nur die Abrechnung nach Wohnfläche. Und ja, dabei sind Mieter benachteiligt, die wenig verbrauchen, aber das ist normal.

    kann man doch nicht von einer bestimmungsgemäßen Verwendung des Wassers ausgehen?

    Mutmaßungen bringen einen nicht weiter für einen Widerspruch. Man muss es konkretisieren. Und wenn man die Vermutung hat, dass irgend wo Wasser verschwendet wird, oder es vielleicht ein Leck in der Wasserleitung gibt, wo Wasser entweicht, dann muss man dem mal nachgehen. Als Mieter kennt man das Haus ja ein wenig. Du verstehst sicher, dass niemand aus der Ferne das beurteilen kann.

  • Tut mir Leid, es war nicht meine Absicht, den ganzen Text zu zitieren. Ich habe einfach vergessen das Zitat zu kürzen.


    Die Zähler sind in jeder Wohnung vorhanden. Das Gebäude wurde 1994 gebaut und alle Wohnungen wurden direkt mit den Zählern ausgestattet, aber das hilft mir wohl nicht weiter, bzw. werde ich nochmal den Mietvertrag prüfen.

    Die Benachteiligung mancher Mieter bei einer solchen Verteilung ist doch völlig normal, da gibt es keine Diskussion. In diesem Fall habe ich mich aber eher gefragt, ob eine Steigerung der Kosten vom Vorjahr um satte 1.000 % einfach so hingenommen werden müssen, bzw. zumutbar sind. Ich habe hier einfach gehofft, dass es bei der Benachteiligung auch Grenzen gibt. Das hielt ich nicht für ausgeschlossen.

    Ich hätte mir beispielsweise vorstellen können, dass der Vermieter dadurch gezwungen ist, die Verteilung zu ändern, z. B. dass er gezwungen ist, in Zukunft die Einzelverbräuche zu erfassen.


    Natürlich verstehe ich, dass man es nicht aus der Ferne beurteilen kann. Ich bin ja leider selbst in der Ferne. Aber mir geht es hier auch darum, dass zumindest etwas in Zukunft getan wird und meine Großmutter nicht jährlich 1.000 € verschenken muss. Ich halte es für umsetzbar, einen Vermieter zu zwingen, Einzelverbräuche zu erfassen, wenn die Verbräuche signifikant vom Durchschnitt abweichen. Da gibt es noch viel kompliziertere Regelungen. Ich werfe dem Vermieter ja auch keinen Betrug vor, jedoch will ich natürlich verhindern, dass eine Benachteiligung dieser Größenordnung in Zukunft möglich ist.

    Ich bin leider absoluter Laie, daher frage ich in diesem Forum, was alles gemacht werden kann und bin für jeden Tipp dankbar!

  • ob eine Steigerung der Kosten vom Vorjahr um satte 1.000 % einfach so hingenommen werden müssen

    Sagen wir so, man kann die Steigerung im Rahmen der Belegeinsicht zumindest hinterfragen. Denn wenn es beispielsweise einen Wasserrohrbruch gegeben haben sollte, dann ist das dadurch ausgetretende Wasser vom Vermieter (bzw. der Gebäudeversicherung) zu tragen. Die Mieter können nur durch das belastet werden, was sie selber verursacht haben.