Kündigung vor Ablauf der Festmietzeit zum nächstmöglichen Zeitpunkt

  • Guten Tag,


    wir (eine 5-köpfige Familie mit 3 Kindern - 5, 7, 9 Jahre) wollen vor dem Ablauf der Mindestmietlaufzeit (bis zum 30.05.2021) aus der Mietwohnung ausziehen (freiwillig, hauptsächlich wegen des Verhaltens einiger Nachbarn, der Vermieter kann in dem Fall nichts dafür).

    Unser Vermieter ist grundsätlich einverstanden, macht aber inzwischen Druck, dass wir möglichst bald eine Kündigung "mit Entalssung aus dem Mietvertrag vor Ablauf der Festmietzeit zum nächstmöglichen Zeitpunkt mit Stellung eines Nachmitters" einreichen. Wir haben allerdings Befürchtung, dass wir möglicherweise auf der Straße sitzen bleiben, wenn wir zeitnah keine passende neue Wohnung finden. Auch wenn wir gerade dabei sind einen Makler einzuschalten.


    Im Vertrag steht wörtlich zum Wohnverhältnis : "...auf unbestimmte Zeit, mindestens aber zum 30.05.2021. Vor Ablauf der vereinbarten Mindenslaufzeit it beiderseits die ordentliche Kündigung ausgeschölossen. Der Mieter verzichtet ausdrücklich, auch zum Nachteil des Mieters, auf sein Kündigungsrecht bis zum vereinabrten Termin. Es kann unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen nach Ablauf der verinbarten Mindestlaufzeit gekündigt werden. Kommt es aus wichtigem Grund vorzeitig, vor dem Ablauf der Mindestlaufzeit, zur Auflösung des Mietvertrages, so ist von dem Mieter eine Monatsmiete plus die gesetzliche MwSt. für die entstandene Verwaltungskosten zu entrichten."


    Wir haben das Gefühl, dass der Vermieter uns einerseits entgegenekommt, andererseits aber zu viel drängt, dass wir die Kündigung nach seinem Muster machen um sich selber mehr Zeit und Möglichkeiten ggf. auf unsere Kosten zu verschaffen.


    Nun Fragen:

    1) Falls wir nach dem Vorschlag des Vermieters vorgehen, würde es nicht heißen:

    a) dass er selber den "nächstmöglichen Zeitpunkt" festlegen kann, wenn der Nachmieter durch ihm gefunden wird?

    b) dass wir wohnungslos bleiben, wenn spätestens bis zum 01.06.2021 keine neue Wohnung vorliegt?

    2) Sollten wir am besten mit der Kündigung abwarten, bis wir ein Vertrag für die neue Wohnung abgeschlossen haben? Das wäre für uns die sicherste Variante, die wir urspünglich geplant haben. (Mit einer zusätzlichen Montasmiete, wie im Vertrag festgelegt, sind wir einverstanden).

    3) Gehen wir grundsätzlich richtig davon aus, dass wir vor 30.05.2021 eine Kündigung fristlos (d.h. auch z.B. erst am 15.04.) einreichen können oder sind hier gesetzlich auch bestimmte Fristen zu beachten?



    Vielen Dank im Voraus.


    Mit freunldichen Grüßen

    Anton

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  • Eine Kündigung auszusprechen, wenn man noch keine Wohnung gefunden hat, birgt die Gefahr, dass man zum Ende des Mietverhältnisses ein Problem hat, wenn bis dahin nichts gefunden hat. Das ist vollkommen richtig, wie du schon selber erkannt hast.


    Auf der anderen Seite besteht das Problem bei einer späteren Kündigung, wenn eine neue Wohnung gefunden ist, dass man dann doppelt Miete zu zahlen hat, eben für die neue Wohnung schon, und für die bisherige bis zum Ende der Kündigungsfrist. Das muss jeder für sich selbst einschätzen, was das geringere Übel ist. Lass dich also nicht vom Vermieter drängen und entscheide den Zeitpunkt selbst.


    Die Stellung eines Nachmieters ist ein entgegenkommendes Angebot des Vermieters, denn das müsste er nicht akzeptieren, wenn es nicht von Anfang an im Mietvertrag vereinbart ist. Sei dir aber bewußt, dass dieses Angebot der Vertragsaufhebung dann gleichzeitig auch bedeutet, dass ihr velleicht weniger als 3 Monate Zeit habt, eine neue Wohnung zu finden. Es würde davon abhängen, zu welchem Zeitpunkt ein Vertrag mit dem Nachmieter gemacht werden kann.


    Es würde sich dann um einen Aufhebungsvertrag handeln, den auch der Vermieter unterschreiben muss. Eine Kündigung unter Bedingungen ist nicht möglich.


    Vergiss das mit der fristlosen Kündigung. Diese würde bedeuten, dass es einen wichtigen Grund gibt. Das ist ja hier nicht der Fall.

  • Vielen Dank, Fruggel! Mit Deinem Beitrag sind meine Fragen 1b) und 2) beantwortet.

    Wäre es möglich noch Hilfestellung bei den Fragen 1a) und 3) zu erhalten?

  • Wenn man mit dem Vermieter eine Aufhebungsvereinbarung trifft, dass man aus dem Vertrag entlassen wird, wenn ein Nachmieter gefunden ist, dann richtet es sich danach, ab wann der Vertrag mit dem neuen Mieter gilt. Zu dieser Zusage muss man dann auch stehen. Der Vermieter möchte ja nahtlos weiter vermieten. Das ist seine Bedingung, euch aus dem Vertrag zu entlassen.


    Frage 3 entfällt, weil man für eine fristlose Kündigung einen wichtigen Grund braucht. Es ist ein falscher Gedanke, wenn du meinst, dann einfach fristlos zu kündigen, sobald du eine neue Wohnung gefunden hast, nur weil es dir dann vom Zeitpunkt passt. Das würde so nicht funktioneiren.