Erlaubnis zur Untervermietung vom Hauseigentümer 2er Wohngemeinschaft

  • Hallo in die Runde,

    aus wirtschaftlichen Gründen möchte ich ein Zimmer (von 3,5 Zimmern) zur Mitbewohnung (=Wohngemeinschaft) untervermieten und habe den Hauseigentümer bereits schriftlich um Erlaubnis gebeten (da lt. Mietvertrag erforderlich). Die Sekretärin rief daraufhin an, es würde keine schriftliche Erlaubnis geben und in deren Büro erhielt ich 2 Formblätter „Selbstauskunft zum Wohnungsangebot“, die ein Mietbewohner auszufüllen hätte. Es handelt sich also um umfangreiche Vordrucke, die üblicherweise von Hauptmietern bei Wohnungs-/suche/Bewerbungen auszufüllen sind (...letzte Gehaltsnachweise, Schufa-Auskunft, Nachweis Haftpflichtversicherung u.a.m./s.Anlage).

    Solche 2 Blätter lassen sich vom WG-Mitbewohner kaum ausfüllen, eher werfen sich Fragen/Zweifel auf.

    Ich wohne bereits gut 15 Jahre hier, hatte zum Immobilienmogul eigentlich nie direkten Kontakt, er soll aber wohl „mit Vorsicht zu genießen“ sein, wenn man was hätte.


    Mietselbstauskunft(1u2).jpg


    Wie kann ich da nun „geschickt / korrekt“ fortfahren ?

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  • Einige Teile sind davon auszufüllen. Etwa, welches Zimmer genau vermietet werden soll, Name und Anschrift, Beruf. Einkommensnachweise müssen nicht dargelegt werden.


    Aber im Zweifel wäre es halt einfacher das auszufüllen zu lassen. Warum sich der Untermieter dagegen sperren sollte ergibt sich für mich nicht, wenn die Begründung angebracht wird, der Vermieter will es halt so.


    Du solltest auch ein Interesse an die Vermögensverhältnisse haben. Sonst holst du dir jemanden rein, der kein Geld hat und dann müsstest du erst eine Räumungsklage anstrengen. Ist ja nicht so, ob du die Person dann eigenständig rauswerfen kannst.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.

  • da hast Du insofern nicht ganz unrecht,@ darkshadow,

    weil ich mich zuvor natürlich ähnlich absichern werde und auch 2 Monatsmieten Kaution einplane. Dafür werde ich ein Checkup-Papier vorbereiten. Ich könnte solch unterzeichnetes Papier ja dann einfach an das Formselbstauskunftpapier des Eigentümers drantacken und würde dem Informationsinteresse ja nachkommen dadurch. Alles doppelt durchzunehmen fände ich allerdings schon etwas abschreckend strapaziös.

  • Ergänzend zum besseren Verständnis des rechtlichen Hintergrund noch die Information, dass es sich im Sinne des §553 BGB so verhält, dass der Vermieter durchaus die Möglichkeit hat, die Untervermietung zu verweigern, wenn dafür ein Grund in der Person des Untermieters besteht. Aus diesem Grund muss man auch die Person konkret benennen, welche einziehen soll, sodass der Vermieter das entsprechend beurteilen kann.


    Mit "in dr Person des Untermieters" ist aber nur das Verhalten des "Dritten" gemeint, also ob es Anhaltspunkte gibt, dass er den Hausfrieden stören wird oder Bewohner oder Vermieter belästigen wird. Nicht damit gemeint ist, ob sich der Untermieter die Miete leisten kann. Fragen hierzu gehen den Vermieter schon deshalb nichts an, weil dieser von dir als Hauptmieter sein Geld zu bekommen hat und nicht vom Untermieter.


    Dass du dich selber absichern möchtest ist klar, wie schon erwähnt wurde, aber das ist ein anderes Thema.


    Du solltest übrigens auf eine schriftliche Erlaubnis bestehen. Die Erfahrung zeigt, dass sich manche Vermieter später an nichts mehr erinnern "wollen" oder der Sachbearbeiter nicht mehr da ist, mit dem man etwas ausgemacht hat. Und dann hat man vielleicht ein Problem, welches vermeidbar ist.

  • Fruggel, auch das klingt sehr hilfreich.

    Jedoch, wie sollte ich vorab auf eine schriftliche Erlaubnis bestehen, wenn sogar ich selbst einen Untermieter noch gar nicht kenne.

    Also, der Untermieter würde einziehen, ich mache die Mitteilung an den Eigentümer „Selbstauskunft“.

    Nach einem Monat dann „Terror“ im Haus (15J. war hier Ruhe), ich hätte eine Kündigungsfrist von 3 Monaten vereinbart, solange bliebe der Terror weiterhin im Haus. In so einigen Vertragsmustern fand ich aber auch z.B. sowas (Ziff. 1 Pkt3, Datum habe ich mal frei eingesetzt).

    Ich hätte einen Widerrufspuffer von 2 Wochen(selbst und der Eigentümer auch), würde der Terror evtl bereits von Beginn an stattfinden. Wäre sowas hilfreich oder zu modifizieren, damit der Eigentümer eine generelle schriftliche Voraberlaubnis zu geben bereit wäre ?

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    „Ziff. 1 Mietsache / Zeitraum:

    1. Der Vermieter vermietet ab dem 01.04.2021 in seiner 3,5Zimmer-Wohnung, 1.OG. ...................

    2. Das Mietverhältnis wird zunächst bis zum 31.04.2021 befristet, ohne dass es einer Kündigung bedarf.

    3. Ab dem 15.04.2021 kann das Mietverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist unbefristet unbefristet.“

  • wenn sogar ich selbst einen Untermieter noch gar nicht kenne

    Daher sucht man zuerst den Untermieter, und bittest dann um Erlaubnis unter Nennung von Name, Alter, Beruf des Untermieters. Der Vermieter hat ein Recht zu wissen, wer genau in seinen Räumen wohnen wird.

    ich hätte eine Kündigungsfrist von 3 Monaten vereinbart, solange bliebe der Terror weiterhin im Haus

    Wenn der Untermieter Terror machen sollte, hat das nichts mehr mit der Erlaubnis zu tun, ist dann eine neue Situation. Denn dann hat der Vermieter unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit der fristlosen Kündigung gegen dich, gleichzeitig hast du aber auch die Möglichkeit der fristlosen Kündigung gegen deinen Untermieter. Die 3 Monate gelten dann nicht mehr, falls es zu einer so problematischen Situation kommen sollte, dass das Mietvrhältnis unmöglich forgesetzt werden kann.


    Eine Befristung ist vom Gesetz her nicht möglich ohne einen konkreten Grund dafür, ist aber auch nicht nötig wegen der Möglichkeit der fristlosen Kündigung wie erläutert.

  • Du kannst natürlich auch ein möbliertes Zimmer vermieten, hier gelten andere Kündigungsfristen.

    Da du als Vermieter mit in der Wohnung wohnst.

    Kündigung muss dann bis zum 15. des Monats eingehen, dann gilt diese für den Monat ansonsten Ende des nächsten.

  • Fruggel, Multiman

    danke euch beiden. Mir wird schon klarer jetzt, dass der Eigentümer etwas Sorgfalt und wenig Interesse an totaler Beliebigkeit haben kann. Obwohl er mir natürlich vertrauen können sollte, aber über derart juristische Hintergründe brauchte ich noch nie nachdenken bisher. Ja, ich werde nur möbliert vermieten, vermutlich sogar nur je paar Monate (z.B. bei WG-Gesucht hat es ja solche Nachfragen, Austauschstudenten, weltweit... EU, China, Südamerika,Afrika etc. möglichst „pflegeleicht“).