Nasse Wohnung voller Staubläuse

  • Liebe Community,


    ich habe eine Frage bezüglich Mietminderung bzw. Einbehaltung der Miete. Es geht um folgendes:


    Eine Bekannte wohnt in einer Wohnung mit ihrem kleinen Sohn (2 Jahre). Sowohl Wohnsituation als auch Vermieterfreundlichkeit sind seit Einzug (Mitte letzten Jahres) eine Katastrophe. Die Vermieter waren von Beginn an weder zu konstruktiven Gesprächen noch zu Reparaturen o.ä. bereit (stehen gelassene Steine auf der Terrasse, Fertigstellung der Parkplätze vier Monate nach abgemachtem Datum, laut wummernde Heizung vom angrenzenden Heizungsraum, Einbauküchen viel (!) billiger als versprochen, ...)


    Kurz zur Info: Die Wohnung ist Erstbezug in einem neu gebauten Wohnhaus. Nebenan wurde dasselbe Wohnhaus noch einmal gebaut.


    Jetzt kam jedoch der Supergau: Nachdem sie 5 Tage bei ihrer Mutter zu Besuch war, musste sie bei Rückkehr in die Wohnung feststellen, dass alle Wände der Wohnung nass sind. Auch im Hausflur steigen große Wasserflecken an den Wänden hoch. Nach einem Gespräch mit ihrer Nachbarin stellte sich raus, dass bei der alten Dame die Wände bereits seit längerer Zeit nass sind und nichts unternommen wird. Im Nebenhaus sind dieselben Nässeprobleme entstanden (zudem die gleichen Probleme mit den Vermietern).


    Sie steht also im Austausch mit den anderen Mietern, hat die Vermieter informiert und mit Ihnen gesprochen und sich bereits eine neue Wohnung gesucht. An den Wohnungen wurde definitiv gespart und die Nässe kommt sehr wahrscheinlich von Baumängeln. Die Vermieter gaben schon zu, dass keine Drainage gelegt wurde, haben die nassen Wände jedoch ausschließlich auf das Wetter (Schmelzwasser) geschoben. Es sei ein "natürlicher Vorgang". Ein Klempner hat vor einigen Wochen aber vermutet, dass die Häuser nicht ans Abwassernetz geschlossen wurden und sich dort langsam ein Sumpf bildet (sehr eklig!).


    Abgemacht war jetzt, dass sie für die Nässeschäden nicht aufkommen muss und diese nach ihrem Auszug in 3 Monaten behoben werden, um Lärmbelastung zu vermeiden. Jetzt kommt es allerdings noch schlimmer. Heute hat sie festgestellt, dass die nassen Wände voller Staubläuse sind und vermutet, dass bereits alles voller Schimmel ist. Sie macht sich verständlicherweise große Sorgen um ihr kleines Kind, das in so einer Wohnung schlafen muss. Sie kann jedoch nicht sofort aus der Wohnung raus, da ihre Möbel nirgends hinkönnen.


    Sie könnte die Möbel jedoch von den Wäden ziehen (was momentan noch nicht geht wegen des kleinen Kinds und Umsturzgefahr) und notdürftig drei Monate bei ihrer Mutter wohnen.


    Jetzt zu den Fragen: Kann sie die Miete mindern oder überhaupt nicht mehr zahlen, da die Wohnung nicht mehr bewohnbar ist? Müssen die Vermieter die Kosten für Schäden an ihren Möbeln übernehmen? (Dazu muss gesagt werden, dass sie alleinerziehende, Vollzeit arbeitende Mutter ist und dazu noch die Kita-Situation äußerst schwierig ist wegen Corona. Sie ist also bis aufs Äußerste belastet, weshalb auch ich diesen Beitrag schreibe und nicht sie. Es wird also nach einer so stressfreien Lösung wie möglich gesucht. Sie ist sehr verzweifelt.)


    Ich danke euch schon mal fürs Zeitnehmen und Lesen! Ich hoffe, ihr könnt uns helfen.


    LG, Hanna

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  • Kann sie die Miete mindern oder überhaupt nicht mehr zahlen, da die Wohnung nicht mehr bewohnbar ist?

    Das kann möglich sein. Es sollte aber unbedingt mit einem Rechtsanwalt abgesprochen werden. Macht man dabei Fehler, kann man Nachteile bekommen. Und da eh schon die Nerven blank liegen, kann es eher passieren, das man Dinge übersieht, die zu beachten wären. Eventuelle Schadenersatzansprüche, die durchaus bestehen könnten, würde der Anwalt dann auch geltend machen. Aber es ist in dieser Situation wirklich nicht empfehlenswert, irgend was auf eigene Faust zu machen.

  • Vielen Dank für deine Antwort. Letztlich habe ich das leider schon befürchtet...

    Aber es noch einmal bestätigt zu bekommen, ist sehr hilfreich!

  • Sie hat das Recht die Miete zu mindern, aber nimm einen Anwalt damit Sie keinen Fehler macht.

    So wie die Situation beschrieben wurde hat sich der Bauherr / Eigentümer übernommen. Ich denke es macht Sinn sich was nach etwas neuem umzusehen. Wenn der Eigentümer jetzt nicht in die Puschen kommt, dann auch nicht später, der Stresslevel wird also nicht weniger. Innerlich von der Wohnung verabschieden und aus etwas neues bauen.


    Hatte fast auch mal ein Haus von eine Bauträger gekauft wo der Kanal nicht angeschlossen war. Hatte bei der Person kein gutes Gefühl und die Eigentümer im Kindergarten kennengelernt die mir die Geschichte erzählten. Der Bauträger war inzwischen Pleite.....