Nebenkostenabrechnung - Vermieter verweigert die Belegeinsicht

  • Guten Tag,


    ich, Mieter, würde gerne die Nebenkostenabrechnung meines Vermieters prüfen aufgrund erheblicher Zweifel. Dazu benötige ich die Belege über die angefallenen Nebenkosten.


    Nun reagiert der Vermieter nicht auf meine Anfrage und das Recht, die Belege einzusehen.


    Nun gibt es wohl zwei Möglichkeiten:


    1) Einstellung der Zahlung weiterer Nebenkosten

    2) Einklagung des Rechts, die Belege zu prüfen


    Option 1) fällt weg, da ich aus der Wohnung ausgezogen bin. Es werden daher auch logischerweise keine Zahlungen mehr an den Vermieter getätigt.


    Daher geht es wohl lediglich über Option 2).


    Meine Frage: Gibt es dazu sowas wie eine "Musterklage"? Dieses Problem sollten ja wahrscheinlich schon etliche Mieter gehabt haben...

    Ich bräuchte sowas wie einen Vordruck, den ich an das Gericht senden kann, um die Belegeinsicht einzuklagen.


    Einen Anwalt möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich noch nicht einschalten, daher frage ich hier. Bei einem Streitwert von ca. 300€ würde ich es gerne selbst machen wenn möglich und hoffe auf gute Tipps eurerseits.


    Vielen Dank und freundliche Grüße


    Simon

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  • Es gibt auch eine dritte Möglichkeit, da 1) nicht zur Verfügung steht: die Rückforderung der Nebenkostenvorauszahlungen.


    Vordrucke gibt es meines Wissens nach nicht öffentlich, vor allem würde ich die nicht einfach ohne genau Kenntnis der Rechtslage nutzen, denn damit sind durchaus hohe Kostenrisiken verbunden, die den strittigen Betrag übersteigen würden. Deshalb solltest du genau überlegen, ob sich ein Rechtsstreit überhaupt lohnt.

  • Danke für die Antwort.


    Rückforderung der Nebenkostenvorauszahlungen ist meines Wissens nur möglich, wenn keine Abrechnung in einer bestimmten Frist erstellt wurde. Das ist bei mir nicht der Fall.


    Wurde die Abrechnung erstellt, kann eine Rückforderung nicht pauschal erfolgen. Es muss konkret angegeben werden, wo zu viel abgerechnet wurde. Dies ist nur möglich nach Prüfung der entsprechenden Belege, womit wir beim Ursprungproblem stehen...


    EDIT: Ich zahle lieber 1000€ an einen Anwalt, bevor ich dem Vermieter 300€ ungerechtfertigt überlasse.

  • Wurde die Abrechnung erstellt, kann eine Rückforderung nicht pauschal erfolgen.

    Doch, das ist durchaus möglich. Gemäß §259 BGB gehört die Belegeinsicht zum festen Bestandteil der Abrechnung, wenn man das tun möchte. Ohne der Belegeinsicht hat man keine vollständige Kontrolle über die Korrektheit der Abrechnung, was einem aber zusteht.


    So weit muss man aber nicht immer gehen. Es kommt auf das Ergebnis an. Wenn der Vermieter beispielsweise eine Nachforderung hat, dann kann man diese viel leichter einfach zurück halten mit Verweis auf die fehlende Belegeinsicht.

    Ich zahle lieber 1000€ an einen Anwalt, bevor ich dem Vermieter 300€ ungerechtfertigt überlasse.

    Man sollte ein wenig mit Augenmaß an die Sache heran gehen. Ich selber überprüfe für Kunden Abrechnungen in Zusammenarbeit mit einem Anwalt. Dabei gibt es immer einige Teile der Abrechnung, die in sich plausibel erscheinen und gemäß verfügbarer Betriebskostenspiegel auch eine übliche Höhe haben. Bei diesen ist es weniger sinnvoll, diese zu überprüfen und in der Regel kann man sich auf ein paar wenige Positionen beschränken, die überprüfungsbedürftig erscheinen.

  • Hallo Fruggel,


    danke für die Antwort.


    Die Belegeinsicht ist das Problem. Der Vermieter reagiert einfach nicht auf meine Anfrage.


    Nachteil für mich ist, dass es sich nicht um eine Nachforderung seitens VM handelt. Uns wurde ein Betrag nach der Abrechnung gutgeschrieben - zu wenig!


    Es wurden einfach mal 420€ Wartungskosten für eine Gastherme berechnet. Diese funktioniert nicht mehr richtig, weswegen im vergangenen Jahr 3x Handwerkewr vor Ort waren, die die Heizung wieder instandgesetzt haben.


    Mit Wartung hat das nix zutun. Die gesamten Kosten (so denke ich) wurden uns aber zur Last gelegt...Klar, dass der Vermieter die Belege nicht offen legen will...wegen ein paar hundert Euro muss ich die Belegeinsicht nun einklagen, es seind enn du hast noch eine bessere Idee...


    Danke vielmals!


    Gruß Simon


    Bitte kein Vollzitat

  • wegen ein paar hundert Euro muss ich die Belegeinsicht nun einklagen, es seind enn du hast noch eine bessere Idee

    Da es offenbar nur um die eine Position geht, die du überprüfen wolltest und beanstandest, dann kommt auch in Betracht, nur diese Kosten zurück zu fordern von der vermeintlichen Reparatur, also die 420€. Das kann man im ersten Schritt mit einem Mahnbescheid machen, den man auch selber online beantragen kann. Sollte der Vermieter darauf Widerspruch einlegen, kann man immer noch in die Zahlungsklage gehen.


    Man muss aber darauf achten, dass der Vermieter in Verzug gesetzt wurde. Und man sollte schauen, ob es noch andere Forderungen gibt, z.b. die Kaution, sodass man den Aufwand nur einmal machen muss. Es kann oftmals auch helfen, einem Anwalt einen Brief schreiben zu lassen, was dann doch etwas mehr Eindruck hinterlassen kann.