Musikschule unter Wohnung

  • Hallo,

    Ich bin vor kurzem in eine neue frisch sanierte Wohnung gezogen, und hab jetzt leider einige Probleme, welche ich gerne lösen würde.

    Das Problem um das es jetzt hier gehen soll, ist eine Musikschule, welche sich direkt unter meiner Wohnung befindet. Bei der Besichtigung habe ich den Vermieter auch darauf angesprochen und gefragt, ob man diese in der Wohnung hören könne, worauf er verneinte.

    Seit dem die Corona Maßnahmen etwas zurück geschraubt wurden, höre ich jetzt fast täglich Kinder Klavier spielen oder singen. Die Mittagsruhezeiten, welche in der Hausordnung beschrieben werden, werden hier auch nicht beachtet. Das Klavierspielen ist außerdem ziemlich laut. Mit dem Handy gemessen kamen dabei Werte zwischen 35 und 40dB raus (ich weiß, dass diese nicht genau sein können, schreibe sie trotzdem hier mal als Richtwert rein).


    Auf Wikipedia habe ich gelesen, dass der Lärmpegel in der Wohnung nicht über 35 dB liegen dürfe. Stimmt das? Wenn es sich um eine sanierte Wohnung handelt, gilt da der gleiche Wert? Wie wird das gemessen? Hat die Aussage des Vermieters, dass man nichts höre, überhaupt eine rechtliche Verbindlichkeit? Könnte man gegebenenfalls eine Mietminderung fordern oder die Leiter der Musikschule auffordern, Lärmschutz einzubauen oder das Klavier so zu stellen, dass der Ton nicht so sehr durch die Mauern geleitet wird? Und wie sieht es mit der Mittagsruhe aus? Gilt diese für Gewerbe nicht?


    Vielen Dank im Voraus.

  • Dir ist bereits bei Vertragsschluss bekannt gewesen, dass es eine Musikschule im Haus gibt und du auf einen gewissen Geräuschpegel eingestellt sein musst. Es ist im Sinne der Gesetze daher kein Mangel. Die Aussage des Vermieters hilft nicht weiter, denn wie stark man Geräusche wahrnimmt, ist subjektiv. Der Vermieter hätte da schon irgend welche messbaren Eigenschaften zusagen müssen.

  • Okay, trotzdem gibt es aber sicherlich Vorschriften bezüglich der Lautstärke in einem Wohngebiet oder? Und wie sieht das mit den Ruhezeiten aus? Dürfen Gewerbe diese ignorieren oder müssen diese sich genau so dran halten? (Mittagsruhe sowie Sonn- & Feiertage)

  • Okay, trotzdem gibt es aber sicherlich Vorschriften bezüglich der Lautstärke in einem Wohngebiet oder? Und wie sieht das mit den Ruhezeiten aus? Dürfen Gewerbe diese ignorieren oder müssen diese sich genau so dran halten? (Mittagsruhe sowie Sonn- & Feiertage)

    Ja, diese gibt es, allerdings keine allgemein gültigen Regeln. Jede Stadt weist für jedes Stadtgebiet separat aus, bzw. kann dies tun. Üblicherweise wird dabei zwischen reinen Wohngebieten, wo i.d.R. kein störendes Gewerbe erlaubt ist, und Misch- oder gar Industriegebieten unterschieden. Du müsstest also prüfen, in welcher Art Gebiet zu wohnst und welche Regeln dort gelten. Ob sich die Musikschule daran halten muss oder nicht, erfährst du ebenfalls bei der Stadt.

  • Okay, und wo genau kann man da nachfragen? Hab im Internet nur herausfinden können, dass das Gebäude in einem Wohngebiet liegt. Weitere Angaben konnte ich nicht ausfindig machen.

    Und wie sieht es allgemein mit Schallschutz aus? Von den Mietern über mir hört man jeden Schritt. Wenn das Kind am Boden spielt, dringen die Geräusche so laut durch die Decke, dass man meint es wäre in der eigenen Wohnung (Fallende Gegenstände, aber sogar einfaches Kratzen am Boden / drüber rollen hört man sehr laut). Dabei kommen Messungen von ~50dB raus. Ich möchte gar nicht gegen die Mieter selbst was unternehmen, da diese die Wohnung mit ihren Kindern so nutzen wie das erlaubt ist und ich da kein Recht habe etwas zu sagen. Ich denke einfach, dass bei der Sanierung meiner Wohnung null auf Schallschutz geachtet wurde, und man jetzt auch wegen der doppelten / hängenden Decke jedes kleinste Geräusch super laut hier in der Wohnung hört..

  • Die Informationen solltest du beim zuständigen Bauamt bekommen. Es gibt beim "Wohngebiet" auch noch Unterscheidungen wie allgemeines Wohngebiet, reines Wohngebiet usw.


    Ob es Auflagen bzgl Schallschutz bei der Sanierung gab, könntest du evtl auch beim Bauamt erfahren. Ich würde aber nicht unbedingt davon ausgehen, denn wenn keine Nutzungsänderung erfolgt, bleibt die Anforderung an den Schallschutz bei dem des Baujahres, und das ist bei Altbauten praktisch nichts. Abgehängte Decken helfen schon etwas, aber ist dennoch nicht mit einem neueren Haus zu vergleichen.