Was passiert mit meiner Mietminderung nach Auszug

  • Hallo zusammen,


    wir haben jetzt seit fast genau einem Jahr eine 20%ige Mietminderung "am laufen". Diese wird anwaltlich vertreten. Unser Anwalt ist aber gerade leider nicht erreichbar. Daher hier meine Frage :).


    Der Vermieter (größeres Wohnimmobilienunternehmen) hat uns letztes Jahr ein paar Kontoauszüge mit den Außenständen geschickt. Jedes Mal hat der Anwalt geantwortet. Gemeldet hat sich der Vermieter hierauf nie - weder auf die Minderungsgründe, noch auf Antwortschreiben. Seit Ende des Jahres kommt kein Kontoauszug mehr, auch keine Mahnung oder ähnliches. Ob der Vermieter aufgegeben oder die Minderung akzeptiert hat - keine Ahnung, kann ich mir aber irgendwie nicht vorstellen.


    Jetzt hatten wir unsere Wohnung ordentlich gekündigt, was auch akzeptiert wurde. In der Hoffnung, dass mir jemand die Frage beantworten kann (Suchmaschinen haben mir nicht wirklich helfen können):


    Wenn wir ausgezogen sind, gibt es noch irgendwelche Fristen die zu beachten sind, bevor der Vermieter keinen Anspruch mehr auf die Minderungssumme hat? Kann der Vermieter nachträglich noch das Geld einfordern? (Und ja - das Geld wurde brav zur Seite gelegt ;)).


    Vielen Dank für Antworten.

  • Auch Mieten verjähren mit der üblichen Verjährungsfrist von 3 Jahren.


    Habt ihr eine Kaution hinterlegt? Ich denke, spätestens wenn ihr diese wieder haben wollt, wird das Thema wieder aufkommen.

  • Ja, haben wir. Aber mal abgesehen davon, ob es rechtens wäre die Kaution dafür zu verwenden, beträgt die Minderung doppelt so viel wie die Kaution ;) ...


    Aber ich vermute fast, dass ich tatsächlich auf diese Regelverjährung gehen muss. Dann muss das Geld halt solange "rumgammeln" :).

  • Ich denke, es wird sich schon früher erweisen, falls der Vermieter meint, die Minderung zurück holen zu können. Nämlich indem er die Kaution nicht zurück zahlt. Dann wird deine Anwalt wahrscheinlich auf Zahlung der Kaution klagen, und dann würde die Minderung bereits zum Thema werden.


    Aber ich wundere mich, du hast einen Anwalt und vertraust ihm offenbar nicht, dass er die Minderung richtig berechnet hat.

  • Aber ich wundere mich, du hast einen Anwalt und vertraust ihm offenbar nicht, dass er die Minderung richtig berechnet hat.

    Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich ihm nicht vertraue. Die Minderungen sind alle gerechtfertigt.

    Mir geht es gerade nur darum, wie lange der Vermieter das Thema "bearbeiten" kann (Fristen ... Regelverjährung).

    Weil ich natürlich gerne mit dem Geld weiterarbeiten möchte, anstatt es auf Halde liegen zu haben.


    Und eine Kaution darf meines Wissens nur dann für den Ausgleich einer Mietminderung herangezogen werden, wenn diese ungerechtfertigt wäre. Das fällt hier aber weg. Also bleibt nur ein Anteil der Kaution für die noch ausstehende Nebenkostenabrechnung - der Rest muss ausbezahlt werden.

  • Das widerspricht sich ein wenig. Denn es gibt im Prinzip ja zwei Szenarien, die eintreten könnten. Die eine ist, der Vermieter gibt die Kaution nicht zurück, weil er meint, die Minderung damit zurück holen zu wollen, zum Teil zumindest. Dann wirst du auf Zahlung der Kaution klagen. Und die Andere Möglichkeit, dass der Vermieter auf Nachzahlung der geminderten Miete klagt.


    Du sagst aber, du bist dir sicher, dass die Minderung in der Höhe in Ordnung ist und ggf. von einem Gericht bestätigt werden würde. Das bedeutet dann, dass du die Klage in beiden Fällen gewinnen wirst, wenn dem so ist.


    Ansonsten gibt es nichts zu "bearbeiten" für den Vermieter. Dass er dir zuerst die Kaution zahlt, und dann noch Klage auf Zahlung einreicht ist meiner Meinung nach eher unwahrscheinlich, wenn auch möglich innerhalb der Regelverjährung.