Tapete entfernen oder nicht

  • Hallo zusammen,


    ich versuche mich kurz zu halten. Mal sehen ob es klappt.

    Meine Großeltern haben seit 1971 in einem Reihenhaus zur Miete bei einer großen Wohnungsbaugeselschaft gewohnt.

    Opa ist gestorben, Oma pflegebedürftig geworden und demnach in ein Heim gezogen.

    Die Wohnung wurde von uns fristgerecht gekündigt, die Kündigung akzeptiert. Bei der Kündigungsbestätigung lag ein Schreiben bei, wie die Wohnung zu hinterlassen ist.

    Hier wieder mal der klassiker. "Die Tapete sei im kompletten Haus zu entfernen". Im Mietvertrag steht zur Wohnungübergabe gar nichts. Lediglich dass man vor der Übergabe eine Begehung mit dem Hausmeister machen solle. Ich bin der Meinung somit hat sich das mit den Tapeten für uns erledigt oder? Das Haus war sehr gepflegt, die Tapeten recht neutral und keine 10 Jahre alt. Durch den Lockdown ist diese Wohnungbegehung ausgefallen und meine Tante, als Vormund der Oma hat mit der Hausverwalterrin alles am Telefon besprochen. Hier willigte meine Tante ein, die "oberste Tapetenschicht" zu entfernen und in den Räumen, wo Raufaser tapeziert wurde, könne die Tapete drann bleiben. Das mit der "obersten Schicht" war bestimmt ein Missverständniss, dennoch riss meine Tante überall die Tapete ab, aber so dass man nirgendwo den Putz sieht und überall noch Tapetenreste an den Wänden sind. So kann man zwar niemals neue Tapete drüber Tapezieren, aber sie hat das ja so besprochen. Ich habe mich dann um die Böden usw. gekümmert und den Schlüssel beim Hausmeister eingeworfen. Dieser wollte die Wohnung dann alleine sich ansehen, wegen Kontaktsperren dank der Pandemie. Das Haus steht in einem Ort wo die Inzidenz immer wieder bei 300 liegt. Nun gut, einige Wochen später kam dann ein langer Bericht mit 3 Seiten voller Mängel. Ein paar zu recht, einige sind strittig, aber natürlich stand in jedem Raum, dass die Tapeten noch zu entfernen sind. Da sind wir jetzt mit 3 Mann seit einigen Tagen drann. Ich habe auch mit der Hausverwalterin Telefoniert, diese stützt sich auf das Telefonat mit meiner Tante und verweißt zusätzlich darauf, dass jetzt die Tapeten sowieso ganz abgemacht werden müssen. Die Tapeten seien ja jetzt extrem beschädigt, man können das so nicht lassen, aber auch nicht drüber tapezieren. Da hat die Frau leider irgendwo recht.


    Nun zu meinen Fragen:

    Darf der Vermieter einfach so verlangen, dass wir die Tapeten abreißen müssen? Da gibts doch ein BGH-Urteil.

    Gilt dieses Telefonat zwischen meiner Tante und der Hausverwalterrin als rechtskräftig und als Einwilligung?

    Könnte ich jetzt im Nachhinein das Tapetenthema einklagen und evtl. der Hausverwaltung in Rechnung stellen?


    Leider hat meine Tante dass ganze Anfangs betreut, ich hätte mich gar nicht auf den Quatsch eingelassen.