Muss ich die Wohnung beim Auszug streichen

  • Ich lebe seit ein paar Monaten im Haus meines Partners. Wir hatten zuvor eine Wochenendbeziehung über zwei verschiedene Bundesländer. Im Sommer werde ich meine Wohnung endgültig aufgeben.


    Mein Vermieter möchte, dass ich die Wände vor der Schlüsselabgabe neu streiche. Meines Erachtens nach ist das nur in der Küche notwendig, weil ich regelmäßig gekocht habe und die Farbe nicht mehr ganz frisch aussieht. Die anderen Zimmer befinden sich in einem Top-Zustand, die Farbe ist genauso weiß wie bei meinem Einzug (habe 4 Jahre dort gewohnt). Ich habe weder geraucht noch Haustiere gehalten.


    Kann der Vermieter trotzdem verlangen, dass ich alle Zimmer nochmal streiche?

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  • Schade, dass sich niemand gemeldet hat. Mein Vermieter besteht weiterhin darauf, dass ich sämtliche Zimmer zum Auszug streiche. Er meinte, dass ich dazu verpflichtet bin, weil im Mietvertrag steht, dass ich die Wohnung frisch renoviert übernommen habe.


    Aber ist es nicht so, dass es jetzt ein neues Gesetz gibt, welches mich von dieser Pflicht befreit? Mein Vermieter meinte, das wäre völlig absurd, dass das Gesetz generell nur die Vermieter zur Renovierung verpflichtet.


    Weiß hier jemand vielleicht etwas Genaueres?

  • Aber ist es nicht so, dass es jetzt ein neues Gesetz gibt, welches mich von dieser Pflicht befreit? Mein Vermieter meinte, das wäre völlig absurd, dass das Gesetz generell nur die Vermieter zur Renovierung verpflichtet.

    Ein solches Gesetz gibt es nicht.


    Es gibt ein Urteil des BGH, dass Mieter eine Wohnung nicht verbessert zurückgeben müssen oder zur Renovierung verpflichtet werden können ohne Entschädigung. Das bedeutet letztlich nur, dass ein Mieter, der eine unrenovierte Wohnung übernimmt, diese nicht renovieren muss. Wenn du eine renovierte Wohnung übernommen hast, kann die Schönheitsreparaturklausel wirksam sein und du musst eine objektiv renovierte Wohnung zurückgeben.


    Hier gibt es nun regelmäßig Streit zwischen Vermieter und Mietern. Die Antwort hier ist dann eine persönliche Abwägungssache. Es kann sein, wenn der Mieter die Renovierung nachdrücklich verweigert, der Vermieter einen Maler beauftragt und am Ende die Kaution dafür einbehält. Dann wird man sich am Ende vor Gericht darüber streiten, ob die Wände renovierungsbedürftig waren oder nicht, wenn der Mieter seine Kaution zurückhaben möchte. Die Gefahr, dass das letztlich in einem Vergleich endet, der teurer ist als die paar Eimer Farbe und der Tag streichen, ist recht hoch. Anwalts- und Gerichtskosten müssen ja ebenfalls getragen werden, selbst wenn man sich die Kosten für den Maler am Ende teilt.

  • Vielen Dank für deine Antwort. Was mich in erster Linie ärgert ist die Tatsache, dass mein Vermieter behauptet, die Wände und die Decken wären in allen Zimmer dreckig und müssten unbedingt gestrichen werden. Das ist eine unverschämte Lüge. Die Wohnung befindet sich mit Ausnahme der kleinen Küche in einem Top-Zustand, wie ich es in meinem Eingangsposting schon geschrieben habe. Alle Menschen, die in den vergangenen Wochen/Monaten bei mir in der Wohnung waren, können das bestätigen.


    Mein Vermieter ist kein einfacher Mensch. Er ist sehr dominant und rechthaberisch und kriegt jedes Mal einen Tobsuchtsanfall, wenn man ihm auch nur ganz leicht widerspricht. Auch heute am Telefon ist er wieder ausgerastet, obwohl ich die ganze Zeit ruhig und freundlich mit ihm gesprochen habe. Trotzdem werde ich sein Angebot annehmen und ihm das Geld überweisen, mit dem er jemanden bezahlt, der das Streichen übernimmt.