Vermieter fälscht Quittung, um Geld einzubehalten

  • Liebes Forum,


    ich möchte hier einen recht kuriosen Streitfall mit unseren ehemaligen Vermietern posten. Über Eure Rückmeldungen und Erfahrungswerte wäre ich sehr dankbar.


    Ende Januar sind mein Verlobter und ich aus unserer alten Wohnung ausgezogen. Die Kündigung lief problemlos, das Übergabeprotokoll war ohne Beanstandung.

    Leider (und das muss ich zu unserer Ungunsten sagen), mussten wir im Müllhäuschen ein paar Gartenstühle und weitere sperrige Gegenstände hinterlassen, die beim besten Willen nicht mehr in unseren Transporter gepasst hätten. Wir wissen, dass das nicht unbedingt die feine englische Art ist.


    Nun zum Sachverhalt:

    Unsere Ex-Vermieter teilten uns daraufhin mit, für die Entsorgung der Gegenstände eine Gebühr von 60€ von der Kaution einzubehalten.

    Als Beleg dafür fügten sie zum einen eine Mail der Hausverwaltung an, aus der hervorgeht, dass der Hausmeister eine Gebühr von 60€ verlangt hätte, wenn er den Müll entsorgt hätte. Achtung, auf das "hätte" kommt es an! Denn die Vermieter haben die Sachen nachweislich selbst entsorgt und uns zum anderen einen Bon des Wertstoffhofes vorgelegt, der eindeutig händisch bearbeitet ist. Vor die gedruckte Summe von 2,50€ wurde dreisterweise von Hand eine "7" gemalt.

    Als Kommentar dazu folgte sinngemäß: "Wir erheben lediglich 60€, hätten aber (wie auf dem Bon zu sehen ist), mehr verlangen können."

    Der Wertstoffhof hat uns schon bestätigt, dass der Bon auf jeden Fall gefälscht/bearbeitet sein muss.


    Wir versuchen nun seit einigen Wochen, dazu eine Stellungnahme von unseren Vermietern zu bekommen.

    Auf den Sachverhalt mit dem gefälschten Bon gehen sie nicht ein. Uns wurde lediglich angeboten, dass sie das Geld spenden. (Wahrscheinlich, damit dann eine Spendenquittung den Bon ersetzt.)

    Darauf haben wir uns nicht eingelassen, sondern weiter eine korrekte Rechnungslegung oder die Erstattung von 57,50€ gefordert.


    Nun stellen sich die Vermieter tot und wir haben bereits angekündigt, uns rechtlichen Beistand zu suchen.


    Meine Frage an Euch ist nun: Wie würdet Ihr in der Angelegenheit verfahren?

    Eine Anzeige stellen wegen unseres Verdachts auf Betrug bzw. eine offensichtliche Dokumentenfälschung?


    Wir überlassen der Dame gerne die 2,50€ und sicher auch ein Spritgeld.

    Wir sehen allerdings nicht ein, dass sie sich die 60€ auf gut Deutsch "in die eigene Tasche steckt", da sie den Service des Hausmeisters nachweislich nicht annehmen wollte, sondern die Gegenstände selbst zum Wertstoffhof gebracht hat (um das Geld selbst zu behalten). Die Rechnung des Wertstoffhofes dann einfach von Hand zu bearbeiten, ist für uns echt eine Frechheit.


    Die ganze Angelegenheit ist für uns mittlerweile wirklich mühselig geworden. Dass wir von den Vermietern keine oder nur ausweichende Rückmeldung bekommt, kostet einfach Nerven. :sleeping:


    Herzlichen Dank im Voraus und viele Grüße


    Yvonne

  • Anzeige kannst du natürlich erstatten. Aber das hilft dir nicht wirklich weiter, denn das ist nur der strafrechtliche Aspekt. Die Kaution ist damit nicht geklärt.


    Es ist legitim, wenn sich ein Vermieter die Arbeit für seine Eigenleistung vergüten lässt. Um festzustellen, ob die 60€ gerechtfertigt sind, könntest du von einer Firma oder einem Hausmeisterservice ein Kostenangebot einholen und damit dann den Betrag ggf. drücken, wenn es niedriger sein sollte. Aber mt 2,50€ wirst du sehr wahrscheinlich nicht hin kommen und ein Rechtsstrei deswegen somit zu riskant.