ständiges Frösteln in der ganzen Wohnung

  • Hallo,


    werde hier bald verrückt und hoffe, jemand mir Tipps geben (außer umziehen ;-) )...


    Zunächst mal zu meiner alten Wohnung: Die befand sich in einem unsanierten Altbau, undichte Fenster und Türen, Einzelofenheizung, oberhalb unisolierter Dachboden, unterhalb bewohnte Wohnung. Wenn ich dort das Gefühl hatte zu Frieren (das fing bei mir an, wenn sich Besuch nach einer 2. Jacke erkundigte) zog ich mir einen Pulli an und gut war es.


    Ich bin ab und an in dem Haus noch zu Besuch. Manchmal ist es schon kühl, aber selbst im Sitzen nicht unangenehm.


    Nach meinem Umzug wohne ich nun unterm Dach in einem Mehrparteienhaus vermutlich aus den 90ern. Seit Einzug gibt es im Grunde ständig Probleme mit der Heizung. Besonders bei Wetterumschwüngen fällt die permant aus. Über die Heizung läuft auch das Warmwasser.


    Mein Problem: Ich fröstle und friere hier im Grunde ständig, wenn es nicht mal knallheiß ist. Konzentriertes Arbeiten zuhause ist so praktisch unmöglich. Habe deshalb häufig einen Elektroheizer am Laufen, wobei ich damit halt nur ein Zimmer wärmen kann :-(


    Heute ist es wieder besonders schlimm. Heizung ist zwar nicht ausgefallen, aber die Heizkörper in der Wohnung bleiben kalt. Außentemperatur ist aktuell 12 Grad; im wärmsten Raum habe ich gerade 20 Grad bei 55 % Luftfeuchte (Heizlüfter ist aus). Ich renne mit dicken Socken, Hausschuhen und Norwegerrollkragenpulli durch die Wohnung. Aber ich permantent das Gefühl, als würde ich vor dem geöffneten Kühlschrank stehen... Dieses Gefühl ist in manchen Räumen stärker als in anderen.


    Ich bin am Verzweifeln, wo diese Kälte herkommt. Die Fenster scheinen dicht zu sein. Habe nicht den Anschein, dass Kerzen davor ungewöhnlich flackern würden. Allerdings habe ich manchmal das Gefühl, als würde Stoßweise kalte Luft von den Fensterbänken, den Dachschrägen bzw. von den Fliesen im Bad "anwehen".


    Kann mir wer einen Rat geben, wie ich dem Problem dieser (gefühlten???) Kälte auf die Spur kommen kann? Rechtlich dürfte da wohl nichts zu machen sein mangels "Beweis" der Kälte.


    Bin um jeden Tipp dankbar!

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  • Hallo, je nachdem wie das Haus isoliert oder eben nicht isoliert ist kann sich die Luft ihren Weg suchen. In unserer alten Wohnung zog es durch die Fußbodenleisten und eine Wand. Grund bei Leisten war, das unten drunter eine Garage war, wo nicht wirklich was abgedichtet war. Ich denke das einfach von Außen keine ordentliche Abdichtung an den Stellen vorhanden ist und da sollte man sich das ganze mal von draußen ansehen, um die Ursache zu finden. (Wird aber glaub bei einer Dachgeschossgeschosswohnung schwierig:/)


    Mfg Kampfgurke

  • Wie war den die Luftfeuchtigkeit in der alten Wohnung.

    Nicht nur die Temperatur sondern auch die Luftfeuchtigkeit wirken sich auf das Wohlbefinden aus.

  • Danke erstmal!

    Ich denke das einfach von Außen keine ordentliche Abdichtung an den Stellen vorhanden ist und da sollte man sich das ganze mal von draußen ansehen, um die Ursache zu finden. (Wird aber glaub bei einer Dachgeschossgeschosswohnung schwierig:/)


    Wie habt ihr das Kälteleck da damals gefunden? Vermute auch, dass die Dämmung beim Dachgeschossausbau hier nicht wirklich großes Augenmerk erfahren hat.


    Der geschilderte Abend ging dann so weiter:


    Gegen 21:30 Uhr wurden die Heizkörper (endlich) warm. Solange die Heizung lief, war im "Wohnzimmer" dann dieser kalte Lufthauch von der warmen Luft vom Heizkörper überlagert. Der Heizkörper hängt in dem Raum unter dem Fenster. Um 23:00 Uhr wurde die Heizung wieder kalt wg. Nachtabschaltung (Sommer, wie Winter). Je kälter der Heizkörper wurde, umso mehr war wieder diese Kälte zu spüren. Temperaturmäßig lagen wir da bei gut 22 Grad. Da blieb dann nur wieder mit Wärmflasche ins Bett.



    Wie war den die Luftfeuchtigkeit in der alten Wohnung.


    Das weiß ich leider nicht. Das Hygrometer habe ich mir wegen Atemwegsproblemen wegen zu trockener Luft erst in der neuen Wohnung angeschafft. In der alten Wohnung hatte ich da keinerlei Probleme. Ich hatte früher aber mal ein so eine digitale Kombistation als Werbegeschenk bekommen (also Thermometer und Hygrometer). Das stand im unbeheizten Schlafzimmer. Wenn ich mich recht erinnere, lag die Luftfeuchtigkeit im Frühjahr so zwischen 20 und 25 Prozent bei unter 18 Grad Raumtemperatur. Aber beschwören kann ich das nach der langen Zeit nicht mehr.

  • Kann mir wer einen Rat geben, wie ich dem Problem dieser (gefühlten???) Kälte auf die Spur kommen kann? Rechtlich dürfte da wohl nichts zu machen sein mangels "Beweis" der Kälte.

    Dazu fällt mir noch das Stichwort Oberflächentemperaturen ein. Die Behaglichkeit hängt ganz maßgeblich davon ab, wie warm die Oberflächen (Wände, Fenster usw) sind. Die "zugigen" Fenster waren oft gar nicht zugig in dem Sinn, dass sie Luft durchgelassen haben, sondern nur sehr kalt, sodass sich fühlbare Luftströme ergeben haben. 20 Grad Lufttemperatur fühlen sich bei 18 Grad warmen Wänden ganz anders an als bei 10 oder 12 Grad Oberflächentemperatur. Außerdem hast du in einer DG nun sehr viel Außenflächen, die kalt sein können und gefühlte Kälte abstrahlen. Dachfenster sind im Bezug auf Wärmedämmung auch nicht so gut wie normale Fenster.

    Je nachdem, welche Heizkörper du nun hast, spielt das auch eine große Rolle. Wir haben selbst beispielswiese auf großflächige Heizkörper mit hohem Strahlungswärmeanteil umgestellt, selbst unsere ungedämmten Außenwände aus Vollziegel sind jetzt mit geschickter Platzierung der Heizkörper nicht mehr kalt. In vielen Wohnungen sind aber Konvektoren verbaut, weil sie zum einen günstiger sind, zum anderen mag nicht jeder große, auffällige Heizkörper. Konvektoren liefern aber kaum Strahlungswärme und erwärmen nur die Luft, die es aber wiederum viel schlechter schafft, die Wände zu wärmen. Dadurch ist zwar die Luft gemessen warm, es fühlt sich aber dennoch kühl an, weil die Wände kalt sind. Das könntest du mit einem Oberflächenthermometer prüfen, die sind auch nicht teuer, aber ich sehe keine rechtliche Handhabe, da die 20 Grad erreichte Raumtemperatur nach Mietvertrag vermutlich ausreichend sind, auch wenn es sich nicht behaglich anfühlt.

  • Wie habt ihr das Kälteleck da damals gefunden? Vermute auch, dass die Dämmung beim Dachgeschossausbau hier nicht wirklich großes Augenmerk erfahren hat

    Wir hatten damals einen Schwedenofen in dem Raum stehen, der Raum an sich war sehr warm, aber wenn ich auf dem Sofa saß, meine Füße natürlich am Boden, waren diese immer eiskalt und ich habe immer einen leichten Zug bemerkt. Also habe ich mich auf Ursachensuche gemacht, und dabei zog es ziemlich von den Leisten her. Unter der Wohnstube war ja nicht nur Garage sondern auch ein Teil Heizraum. Dort zog es nicht her.

  • Frieren und Kälte ist ein subjektives Empfinden. Mancher friert schneller, andere erst bei niedrigeren Temperaturen. Deshalb muss man Zahlen haben, um es juristisch greifen zu können. Man sollte mehrere Messungen machen den Tag über, um die tatsächlichen Temperaturen zu kennen.


    Zusätzlich ist es natürlich hilfreich, wenn du mithilfe der Tipps in den bisherigen Beiträgen die Ursache der Kälte heraus finden kannst. Das würde helfen, wenn du den Vermieter bitten möchtest, die Beheizbarkeit zu verbessern.


    In der Rechtsprechung ist eine häufig genannte Größe 17°C im Tagesdurchschnitt gerechnet. Ab dieser Durchschnitts-Temperatur und darunter gehen die Gerichte meistens von einem Mietmangel aus.

  • Danke!


    Dadurch ist zwar die Luft gemessen warm, es fühlt sich aber dennoch kühl an, weil die Wände kalt sind. Das könntest du mit einem Oberflächenthermometer prüfen, die sind auch nicht teuer, aber ich sehe keine rechtliche Handhabe, da die 20 Grad erreichte Raumtemperatur nach Mietvertrag vermutlich ausreichend sind, auch wenn es sich nicht behaglich anfühlt.

    So ein Gerät werde ich mir auf jeden Fall anschaffen, sobald es das Budget zulässt. Dann werde ich meine diversen Klimazonen in der Wohnung mal genauer unter die Lupe nehmen. Wenn man rechtlich schon nichts machen kann, ergeben sich mit den Daten aber evtl. andere Möglichkeiten, um das Wohnen "erträglicher" zu machen.



    Wir hatten damals einen Schwedenofen in dem Raum stehen, der Raum an sich war sehr warm, aber wenn ich auf dem Sofa saß, meine Füße natürlich am Boden, waren diese immer eiskalt und ich habe immer einen leichten Zug bemerkt. Also habe ich mich auf Ursachensuche gemacht, und dabei zog es ziemlich von den Leisten her. Unter der Wohnstube war ja nicht nur Garage sondern auch ein Teil Heizraum. Dort zog es nicht her.

    Hm, einen Holzofen könnte ich mir auch in die Wohnung stellen. Würden die Kamine hergeben. Nur leider in den falschen Räumen (Küche und Schlafzimmer) :-( Bin an meinen Fußbodenleisten mal entlang. Richtig ziehen tuts nur unter der Balkontür. Das dürfte aber vermutlich noch normal sein.