Keine Belegeinsicht der Nebenkosten

  • Hallo,


    Ich habe ein Problem mit meinem Vermieter (Verwaltungsgesellschaft), da mir indirekt keine Belegeinsicht

    gewährt wird.


    Seit ca. 5 Jahren lege ich Einspruch gegen die Nebenkostenabrechnung ein, da diese Unstimmigkeiten aufweisen

    und Kosten die lokalen Durchschnittswerte um ein vielfaches übersteigen. Mehrere Male wurde auf Nachfrage

    zu den Nebenkosten ein Angebot zugeschickt mit gesenkten Kosten der angezweifelten Posten, ohne die

    Senkung oder Ähnliche zu erleutern. Eine Belegeinsicht wurde somit nie erhalten.


    Im Dezember 2020 wurde die Nebenkostenabrechnung des Jahres 2019 erhalten, wobei ich Geld zurückbekommen

    sollte (wie jedes Jahr). Ich habe im Januar Einspruch gegen diese Abrechnung eingelegt, mit der Forderung einer

    Belegeinsicht, woraufhin mir die zeitnahe Bearbeitung zugesagt wurde. Nach erneuter Anfrage nach Terminen zur Einsicht

    bzw. elektronischen Dateien im Februar sowie im April und Mai bekam ich immer die gleiche Antwort:

    "Sobald eine Bearbeitung erfolgt, werde ich mich unaufgefordert bei Ihnen melden".

    Folglich wurde mir die Einsicht nicht explizit verweigert, allerdings meiner Aufforderung auch nicht nachgekommen.

    Es scheint mir ein Hinauszögern zu sein, was bei ehemaligen Mietern ebenfalls gemacht wird.


    Ich kann leider keine Zahlungen mehr zurückbehalten, da alle Mieten beglichen sind und ich das Mietverhältnis

    beendet habe. Meine Kaution und der Rückzahlungsbetrag sind beim Vermieter.


    Wie kann ich eine Einsicht erhalten ohne selbst noch kosten zu haben (Anwalt/Gericht)?

    Bzw. wie sollte man am besten in diesem Fall vorgehen?


    Vielen Dank im Vorraus

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  • Wenn sich der Vermieter offensichtlich sträubt, dann hilft ggfs. ein Anwalt oder Mieterverein mit der Wahrnehmung deiner Interessen. Das kostet dann aber.

    Hast Du dich auch mal telefonisch an die Verwaltung gewendet?

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ich habe mich telefonisch nochmal bei der Hausverwaltung informiert, wobei erneut gesagt wurde das sie schwer beschäftigt sind und

    ich nochmal im Juli nachfragen soll.


    Ich habe zudem über den Chef einer von der Hausverwaltung eingestellten Firma (Winterdienst/Gartenpflege/Hausreinigung) mitbekommen,

    dass aufgeführte Kosten nicht mit den tatsächlich entstandenen Kosten überein stimmen (Ohne Angabe von genauen Daten oder geschützten Informationen). Die in der Nebenkostenabrechnung aufgeführten Kosten sind zum Teil 2-5 mal höher als die tatsächlich entstandenen Kosten.

    Einige Kosten liegen somit exakt an dem Maximum der steuerlichen Absetzbarkeit.


    Somit könnte es dem Vermieter ein Dorn im Auge sein, wenn dies Jemand prüfen würde.

    Ist es in diesem Fall ratsam anstelle eines Anwalts die Steuerfahndung/Finanzamt zu informieren, sodass diese im Rahmen einer Großbetriebsprüfung

    dem auf den Grund gehen können?

  • Ist es in diesem Fall ratsam anstelle eines Anwalts die Steuerfahndung/Finanzamt zu informieren

    Nein, das würde dich nicht weiter bringen. Die Steuerfahnung wirde nur beim Verdacht auf Steuerhinterziehung tätig, aber nicht, um für Mieter die Nebenkostenabrechnung zu prüfen.


    Dein einziger Weg ist, die Vorauszahlung der Nebenkosten zurück zu fordern, ggf. mithilfe eines Anwalts. Die Kaution kann bei der Gelegenheit auch zurück gefordert wrden, sofern der Vermieter mit der Rückzahlung bereits im Verzug ist.