Vermieter begehrt Zutritt zur Wohnung ohne Grundangabe

  • Hallo,


    ich habe eine Frage zum Besichtigungsrecht des Vermieters.


    Es geht um ein zerrüttetes Mietverhältnis, Vermieter beseitigt gemeldete Mängel nach diversen Aufforderungen nicht. Es zieht sich schon seit Jahren. Es geht um sicher iinzwischen 10-20 Mängel - alles keine Kleinigkeiten.


    Der Mieter hat diverse mündliche Absprachen mit dem Vermieter, die der Vermieter jetzt begann zu widerrufen, bzw. zu behaupten, dass die Vereinbarungen nicht getroffen wurden und schüttet den Mieter mit Abmahnungen zu.


    Da der Vermieter offensichtlich mit seinen bisherigen "Begründungen" keinen Erfolg in einer fristlosen Kündigung sieht, möchte er nun Zugang zur Wohnung haben, um darin zu schauen, ob es Irgendwas zu finden gibt, was er abmahnen kann, um daraus eine fristlose Kündigung konstruieren zu können. Das ist der vermutete Grund.


    Er hat sich schriftlich wie folgt angekündigt:


    "Zwecks Besichtigung Ihrer Wohnung wird mein Beauftragter [Name und Nachname] mit meiner Generalvollmacht am [Tag, Datum, Uhrzeit] zu Ihnen kommen.

    Bitte gewähren Sie dem Herr [Name und Nachname] (wie oben) zu diesem Termin Zugang zur Wohnung."


    Das Besichtigungsdatum liegt ca. 2 Wochen in der Zukunft. Die genannte Person, ist ein Famiienangehöriger des Vermieter, den er immer vorschickt, wenn es Ärger oder Probleme gibt.


    Dem Vermieter wurde ca. 3 Tage vorher vom Mieter erneut eine Aufforderung zugestellt, unter Fristsetzung, die offenen Mängel zu beseitigen.


    Da in dem Schreiben des Vermieters kein zulässiger Grund benannt wird, warum er die Wohnung besichtigen möchte, dürfte dieses Begehren ungültig sein. Sehe ich das so richtig?


    Der BGH hat entschieden, dass nur bestimmte Gründe eine Besichtigung der Wohnung durch den Vermieter erlauben. Der Grund "zwecks Besichtigung" ist meiner Meinung nach kein valider Grund.


    Hätte er die Mängel besichtigen wollen, hätte er das in dem Schreiben als Grund anführen müssen und man würde ihn nur in die Zimmer reinlassen, in welchen Mängel bestehen.


    Es ist jetzt nicht die Aufgabe des Mieters, zu überlegen, warum der Vermieter wohl Zutritt begehrt. Ob das mit der Aufforderung zur Mängelbeseitigung zu tun hat oder nicht. Insbesondere, wenn bereits viele Aufforderungen zur Mängelbeseitigungen vorangegangen sind, ohne dass darauf reagiert wurde.


    Habe ich mit meiner Beurteilung der Sachlage recht oder sehe ich Etwas falsch?


    Sollte man in einem solchen Fall dem Vermieter mitteilen, dass man ihn auf Grund des Schreibens nicht reinlassen wird oder reicht es, wenn er vergeblich klingelt? Wie gesagt. Das Verhältnis ist bereits tot. Wenn der Mieter den Vermieter anruft, wird das Telefon aufgelegt. Wenn der Mieter vor der Haustür des Vermieters auftaucht und klingelt, wird geschrien: "Wenn Ihnen was nicht gefällt, dann kündigen sie doch" und dann wird die Haustür mit solcher Wucht vor der Nase des Mieters zugeknallt, dass diese wieder aufgeht. Das begann damit, als der Mieter Mängel meldete, wie einen Marder auf dem Dachstuhl, Schimmelbefall, sowie stark nachlassenden Warmwasserdruck.


    Danke für Eure Antworten.


    Grüße

    Peter

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  • Dem Vermieter wurde ca. 3 Tage vorher vom Mieter erneut eine Aufforderung zugestellt, unter Fristsetzung, die offenen Mängel zu beseitigen.

    Naja, das könnte dann ein Grund sein. Es sollen die Mängel begutachtet werden, auch wenn das nicht explizit im Schreiben benannt wurde.


    Ich würden den Termin nicht abnehmen, aber mieterseitig einen Zeugen hinzuholen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.