Nebenosten zu hoch - falsche Berechnung

  • Hallo Zusammen!


    Ich habe Probleme mit meinem Vermieter, bzw. mit der Nebenkostenabrechnung.


    Mein Vermieter und ich bewohnen zu zweit eine Doppelhaushälfte. Diese hat er durch eine Wand in zwei Wohnungen unterteilt. Dadurch, dass die Doppelhaushälfte Ursprünglich nur für eine Partei ausgelegt war, haben wir keine Separaten Zähler für Gas, Wasser und Abwasser (einen eigenen Stromzähler habe ich aber). Im Mietvertrag ist vereinbart, dass der Verteilungsschlüssel "pro Kopf" ist.

    Somit muss ich 50% der Gas, Wasser und Abwasserkosten tragen.


    Nun habe ich meine Nebenkostenabrechnung für Mai 2020-April 2021 bekommen. Dort sind die vereinbarten 50% berechnet und darüber hinaus berechnet er mir zusätzlich 20% von 50% der Nebenkosten (also zahle ich eigentlich 60% und er 40%) da ich seit Mitte Januar im homeoffice arbeite und er zwei Monate im Ausland verbracht hat.


    Mein Bauchgefühl sagt mir nun, dass das nicht rechtens ist.


    Kann mir da vielleicht jemand helfen?


    Danke und beste Grüße

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  • Dass keine Verbrauchserfassung erfolgt, ist in diesem Fall rechtlich in Ordnung, da es sich um ein Haus mit nicht mehr als 2 Wohneinheiten handelt, von der der Vermieter eine bewohnt. Damit kann man im Mietvertrag einen anderen Abrechnungsschlüssel vereinbaren, was hier erfolgt ist.


    Tendentiell halte ich die Abweichung vom vereinbarten Schlüssel für nicht korrekt, auch wenn man ggf. über "Personenmonate" argumentieren könnte und damit 1/6 der Kosten anders verteilen würde. Die Abrechnung nach Personen bei Dingen wie Wohngebäudeversicherung oder Grundsteuer ist ziemlich unpassend, da diese Kosten völlig unabhängig von der Zahl der Nutzer sind, aber so wurde es eben vereinbart. Ich weiß nicht, wie das ein Richter hier interpretieren würde. Abrechnung nach Personen führt aufgrund von längeren Abwesenheiten oder Besuchen regelmäßig zu Streit.


    Die entscheidende Frage ist hier jedoch eher, ob du das dennoch hinnimmst, weil die Kosten insgesamt für dich akzeptabel sind oder ob du Stress mit dem Vermieter in Kauf nimmst, der in diesem Fall durch die Wohnsituation nicht nur besonders unangenehm ist, sondern auch zur Kündigung des Mietverhältnisses führen kann. In einem Zweifamilienhaus mit dem Vermieter sind die Rechte als Mieter deutlich schwieriger umzusetzen, weil der Vermieter jederzeit (vorausgesetzt, es gibt keinen Kündigungsausschluss) ohne Angabe von Gründen mit verlängerter Frist kündigen kann. Die Abrechnungen aus dem letzten Jahr zeigen, wie stark sich Homeoffice auf die Nebenkosten niederschlägt, sowohl bei der Heizung als auch beim Wasser, beim Strom sowieso, von daher kann ich den Vermieter aus dieser Perspektive gut verstehen, vor allem wenn er 2 Monate nicht da war. Rechtlich korrekt ist es so vermutlich aber nicht.