Wohnfläche massiv falsch berechnet - Keine Berechnungsgrundlage im Vertrag

  • Guten Tag liebes Forum, :)


    Wir wohnen zu zweit seit einem Jahr in einer 90m² Dachgeschoss-Wohnung. Irgendwie kam mir die berechnete Fläche schon immer zu viel vor, aber aus Mangel an Alternativen, haben wir damals die Wohnung genommen (und eigentlich gefällt sie uns auch).

    Jedenfalls bin ich letztens endlich mal dazu gekommen, die Wohnung nachzumessen. Die Fläche stimmt grundlegend mit dem überein, was im Vertrag steht. Allerdings wurden bei den 90m² keinerlei Dachschrägen abgezogen. Da wir eine Galerie im Spitzboden haben, ist allein hier der Abzug gewaltig. Das ist auch durchaus berechtigt, da wir den Raum tatsächlich nicht wirklich nutzen können (Also ich nutze ihn als Büro, aber es passen keine normalen Möbel, Schränke etc. rein).


    In unserem Mietvertrag steht keine Berechnungsgrundlage für die Fläche drinn. Nach ständiger Rechtsprechung wird die Wohnflächenverordnung angenommen, wenn im Mietvertrag nichts anderweitig geregelt ist. Laut der WoFlV muss alles unter einer lichten Höhe von 1,00 m zu 100% und unter einer lichten Höhe von 2,00 m zu 50% abgezogen werden.


    Wenn ich dies mache, komme ich auf folgende Abzüge:


    Dachschrägen Schlafzimmer: 2,59 m²

    Dachschrägen Wohnzimmer: 6,02 m²

    Dachschrägen Galerie: 14,948 m²

    Summe: 23,558 m²


    Insgesamt sind also ca. 25% Wohnfläche zu viel berechnet wurden. Unser Balkon wurde übrigens zu 50% berechnet. Das ist laut WoFlV ja auch eher unüblich (außer er hat eine besonders schöne Lage etc.). Die Fläche unter der Treppe und den Treppendurchstoß habe ich auch netterweise zur Wohnfläche gerechnet. Darüber würde ich aber hinwegsehen.


    Wie würdet ihr am besten vorgehen? Eine befreundete Juristin gab mir grds. recht. Soll ich mit meinem Vermieter reden oder vorher in den Mieterschutzbund? Kann ich auch erst in den Mieterschutzbund, wenn ich schon den Vermieter informiert habe? Ich habe leider auch die Angst, dass uns der Vermieter dann wegen "Eigenbedarf" kündigt oder sich anderweitig komisch verhält. Der Wohnungsmarkt ist derzeit hier sehr angespannt und wir sind froh, etwas zu haben. Andererseits habe ich keine Lust jeden Monat 230 € Miete zu viel zu zahlen.

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  • Ich würde hier den Gang zu einem Fachanwalt empfehlen, der dann ggfs. alle Eventualitäten ausschließen kann.


    Die Berechnungsgrundlage des Vermieter ist auch irrelevant. Es gilt immer die Wohnflächenverordnung.


    Fakt ist, dass eine Abweichung von mehr als 10% eine Mietminderung rechtfertigt. Hier kann Euch aber ein Fachanwalt genau beraten.

    Ich habe leider auch die Angst, dass uns der Vermieter dann wegen "Eigenbedarf" kündigt

    Ein vorgeschobener Eigenbedarf kann für den Vermieter recht teuer werden.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.