Heizpflicht in Neubau

  • Hallo zusammen,


    Ich möchte eine Neubauwohnung anmieten, bin da im Vertrag aber über einen Punkt gestolpert.


    In der Wohnung ist noch eine gewisse Baurestfeuchte vorhanden. Daher bin ich für die nächsten 3 Jahre verpflichtet, bei Außentemperaturen bis 20 Grad die Heizung in allen Räumen auf mindestens mittlerer Stufe eingeschaltet zu lassen. Bei Schäden durch Nichtbeachtung mache ich mich haftbar.


    Ist solch eine Klausel in Verträgen für Neubauwohnungen normal? Das würde ja bedeuten, dass die Heizung prinzipiell etwa 9 Monate im Jahr dauerhaft eingeschaltet sein muss. Allerdings verfügen die meisten

    Heizungsanlagen doch über einen Sommer- und Wintermodus. An kalten Sommertagen hätte ich somit gar nicht die Möglichkeit zu heizen. Außerdem werde ich doch in einem möglichen Schadensfall gar nicht beweisen können, dass ich mich an diese Vorgabe gehalten.


    Wie verhalte ich mich hier am besten? Lieber die Finger davon lassen? Oder einfach eine Standardklausel für Neubauten?


    Danke und viele Grüße

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  • Daher bin ich für die nächsten 3 Jahre verpflichtet, bei Außentemperaturen bis 20 Grad die Heizung in allen Räumen auf mindestens mittlerer Stufe eingeschaltet zu lassen.

    Solche Vereinbarungen sind nicht ungewöhnlich, insbesondere bei Neubauten.

    Ohne diesen Passus könnte man dich nicht haftbar machen, wenn Du nicht lüftest und heizt.

    Ich bezweifle aber, dass es die mittlere Stufe sein muss, bzw. das so wirksam ist. Die Gerichte sprechen hier auch nur von einem regelmäßigen Heizen und Lüften.

    Wenn das durchschnittlich zwischen 20-21°C sind, passt das.

    An kalten Sommertagen hätte ich somit gar nicht die Möglichkeit zu heizen

    Die meisten Heizungsanlagen sind mit einem Außenfühler ausgestattet. Wenn es einen kalten Sommertag gibt, springt auch die Heizung an.


    Wie verhalte ich mich hier am besten? Lieber die Finger davon lassen?

    Es kommt nicht zuletzt auf dein persönliches Wärmeempfinden an und wie konsequent Du das heizen und vor allem Lüften einhalten kannst.

    Ich kenne Menschen, die in einer Wohnung vielleicht nur einmal am Tag lüften und die Räume nie mehr als 18°C Raumtemperatur haben. Diese Menschen werden in so einem Neubau sicher Probleme bekommen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Allerdings verfügen die meisten Heizungsanlagen doch über einen Sommer- und Wintermodus. An kalten Sommertagen hätte ich somit gar nicht die Möglichkeit zu heizen.

    Dies muss man aber umschalten. In unserem EFH machen wir das, wir können tatsächlich an kalten Sommertagen normalerweise nicht heizen, aber der Weg in den Keller wäre ja auch nicht weit, wenn die Kältephase länger andauert. In MFH wird oft gar nicht umgestellt und man kann bei entsprechender Außentemperatur auch im Sommer heizen, wie Leipziger82 schon erwähnt hat.


    Dir sollte bei Anmietung bewusst sein, dass die Baufeuchte auch zunächst höhere Heizkosten verursachen kann, also hier nicht erschrecken. Das pendelt sich dann in den ersten 3 Jahren aber ein. Auch die Feuchtigkeit im Raum solltest du im Auge haben und korrekt lüften, vor allem, wenn ihr keine Lüftungsanlage habt. Dies betrifft dann auch die Einrichtung, große Möbel nah an die Wand ist keine gute Idee, wenn der Putz dahinter noch nicht durchgetrocknet ist. Ansonsten haben Neubauten natürlich auch ihre Vorteile, deshalb will ich die Wohnung gar nicht schlecht reden.


    Ich habe dieses Gerät schon öfter erwähnt, ich liege Datenlogger, weil man daraus viele schöne Daten ziehen kann ;). Du könntest einen solchen kaufen, der zeichnet Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur auf und speichert sie und so könntest du nachweisen, welche Raumtemperaturen immer erreicht wurde. "Mittlere" Stufe wird man rechtlich vermutlich nicht durchsetzen können, es kommt auf die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit an.