Schimmel - Heizen und Lüften

  • Hallo liebe Experten,

    mal angenommen, in der Wohnung des Mieters X fängt es in diesem Winter mit der Bildung eines schwarzen Schimmels, obwohl der genug lüftet ( 3 - 5 Mal pro Tag je ca. 5 Minuten per Stoßlüften im Winter. Im Frühling, Herbst und insbesondere im Sommer natürlich mehr), heizt, dazu noch ständig die Luftfeuchtigkeit mithilfe von Hygrometern kontrolliert, und einen Luftentfeuchter nutzt. Sobald die Luftfeuchtigkeit aus den nicht vom Mieter vertretbaren Gründen (wenn es draußen einfach zu nass ist) über 58% geht, schaltet er den Luftentfeuchter ein.

    In dieser Wohnung gibt es eine Besonderheit: die Heizkörper sind weit entfernt von Fenstern, und zwar neben der jeweiligen Zimmereingangstür. Die Schimmelbildung findet eben an der Wand statt, wo auch das Fenster ist, also weit entfernt vom Heizkörper.

    Das ist noch nicht viel Schimmel. Allerdings ist dieser schwarz und mag sich schnell vermehren. Der ist sehr gefährlich für die Gesundheit und mit Hausmitteln nicht auf Dauer zu beseitigen. Daher bittet der Mieter X den Vermieter, einen Fachmann mit der Lösung dieses Problems mit einer Durchsicht der ganzen Wohnung zu beauftragen, einfach für den Fall, dass der Mieter X doch nicht in der Lage war, alle Stellen mit Schimmelbildung zu entdecken.

    Darauf antwortet ihm der Vermieter Y, dass der Grund hierfür "mit hoher Wahrscheinlichkeit" am Heizverhalten des Mieters X liegt und dass der Mieter X z.B. im Jahr 2020 weniger als ein Drittel des Durchschnitts aller von betreuten in der Straße und dass dies nicht ausreichend ist und man also in jedem Fall mehr heizen sollte und dass dann nicht mehr zu Schimmelbildung kommen würde und dass man dann die Energiekosten für den Luftentfeuchter und die Hydrometer einsparen könnte. Außerdem meint der Vermieter, dass handelsübliche Schimmelentferner xxxxxx alle Schimmelsporen vollständig vernichten und diese nicht gesundheitsschädlich sind. Selbstverständlich kann dieser jedoch durch unterschiedliche Grüße erneut an der gleichen Stelle wieder auftreten.

    So, meine Fragen sind:

    - Muss man wirklich dreimal so viel heizen, um auf den Durchschnitt zu kommen, selbst wenn man dadurch viel schwitzen und dadurch eher die Luftfeuchtigkeit erhöhen würde?
    - Spielt es überhaupt eine Rolle, wie man in 2020 geheizt hat Insbesondere wenn man in 2021 doch mehr geheizt hat? Der Schimmel kam doch erst Anfang 2022.
    - Spielt es keine Rolle, dass die Lage des Heizkörpers so ungünstig ist (meiner Meinung nach)?
    - Hat der Vermieter Y zumindest recht, dass die Schimmelentferner wie XXXXXXX ungefährlich sind?
    - Hat der Vermieter Y recht, dass wenn der Mieter X mehr heizt dann es nicht mehr zur Schimmelbildung kommt?
    - Ist es wirklich ok, dass wie der Vermieter sagt an der gleichen Stelle Schimmel wieder auftreten kann?

    Letztendlich die Hauptfrage:

    - Ist es einfach einer der typischen Fälle, wenn der Vermieter einfach verweigert, was über eine Schimmelbildung zu tun und bl0ß den Mieter beschuldigt?

    Selbstverständlich erwarte ich nicht, dass alle meine Fragen beantwortet werden. Das sind eher die Punkte, die mich sprachlos machen.

    Danke schon mal


    Der Temperaturverlauf liegt zwischen 18 und 21 Grad.


    Bitte keine Schimmel-Produkt Nennung

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  • Muss man wirklich dreimal so viel heizen, um auf den Durchschnitt zu kommen, selbst wenn man dadurch viel schwitzen und dadurch eher die Luftfeuchtigkeit erhöhen würde?

    Wenn die Temperaturen im Bereich von ca. 18-19°C liegen, ist das in der Regel ausreichend. Schwitzen muss da niemand.


    Spielt es keine Rolle, dass die Lage des Heizkörpers so ungünstig ist (meiner Meinung nach)?


    Das ist aus der Ferne schlecht einzuschätzen, aber tendenziell halte ich es für unglücklich, wenn die Außenwand mit Fenster nicht in unmittelbarer Nähe zur Wand liegt.

    Hier ist dann eine recht große Heizenergie notwendig, um die Wand auf Temperatur zu bekommen.


    Hat der Vermieter Y zumindest recht, dass die Schimmelentferner wie XXXXXXXX ungefährlich sind?

    Diese Schimmelentferner arbeiten auf Chlorbasis. Wenn der Raum nach der Behandlung gut durchlüftet wird, ist dieser Schimmelentferner nicht gefährlich.


    Hat der Vermieter Y recht, dass wenn der Mieter X mehr heizt dann es nicht mehr zur Schimmelbildung kommt?

    Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Wenn der Schimmel bauliche Ursachen hat, kannst Du heizen, wie Du willst, wirst aber Schimmel haben.


    Ist es wirklich ok, dass wie der Vermieter sagt an der gleichen Stelle Schimmel wieder auftreten kann?

    Der Schimmel setzt sich dort an, wo er den perfekten (feuchten) Nährböden hat. Das kann auch an einer Stelle passieren, wo schon mal Schimmel war.

    Letztendlich würde ich aber auf Raufasertapeten verzichten, d.h. die Wände nur spachteln und mit einer Silikatfarbe (+Fungizid-Zusatz) streichen. Das hilft, den Schimmel fernzuhalten.

    Aber das hilft eben auch nur, wenn der Schimmel keine baulichen Ursachen hat.

    Ist es einfach einer der typischen Fälle, wenn der Vermieter einfach verweigert, was über eine Schimmelbildung zu tun und bl0ß den Mieter beschuldigt?

    Ein Mieterverschulden muss Dir konkret nachgewiesen werden. Da der Vermieter die Instandhaltungspflicht hat, kann er das aus der Ferne nicht einfach abweisen, sondern muss tätig werden.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Wenn die Temperaturen im Bereich von ca. 18-19°C liegen, ist das in der Regel ausreichend.

    Fakt ist aber auch, dass man sich bei ungedämmten Altbauwänden bereits bei 0 Grad Außentemperatur bei 18 Grad Innentemperatur und 60 % Luftfeuchtigkeit praktisch immer nur kurz über dem Taupunkt bewegt. In Ecken dürfte er regelmäßig unterschritten werden, genau wie bei Minustemperaturen außen. Da fällt dann ordentlich Tauwasser innen an.


    Um das zu verhindern, hilft auf Mieterseite nur die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren oder die Temperatur zu erhöhen.


    Aber wie du richtig festgestellt hast, kann man auf die Entfernung die Ursache nicht erkennen. Es könnte auch ein Feuchtigkeitseintrag von außen stattfinden (Baumangel), dann kann der Mieter absolut nichts dazu und Heizen und Lüften wie er will.

  • Darauf antwortet ihm der Vermieter Y, dass der Grund hierfür "mit hoher Wahrscheinlichkeit" am Heizverhalten des Mieters X liegt und dass der Mieter X z.B. im Jahr 2020 weniger als ein Drittel des Durchschnitts aller von betreuten in der Straße und dass dies nicht ausreichend ist und man also in jedem Fall mehr heizen sollte

    Sorry, wenn das so ist, das der Heizverbrauch tatsächlich nur eine drittel von dem Beträgt was ansonsten in dem Haus üblich wäre, und ansonsten kein Baumangel vorliegt ( was hier natürlich keine Beurteilen kann) dann liegt die Vermutung das schlicht zu wenig geheizt wurde einfach nahe.



    Daher bittet der Mieter X den Vermieter, einen Fachmann mit der Lösung dieses Problems mit einer Durchsicht der ganzen Wohnung zu beauftragen,

    Auch ein Fachmann z.Bsp. ein Baugutachter wird im Kern nichts anderes sagen, als das es an feuchten und kühlen Wänden gerne schimmelt.

    Eigentlich ist daher immer die Frage wie man die Wände/ Luft Trocken und warm bekommt, vereinfacht ausgedrückt. Die erste und einfachste Lösung besteht dann in den meisten Fällen nun erst einmal darin den Heizungsverbrauch wenigstens auf das sonstige Niveau im Haus anzuheben, wenn es in den anderen Wohnungen nicht schimmelt.

    Zumindest mal dann, wenn keine offensichtlicher Baumangel erkennbar ist.


    - Ist es einfach einer der typischen Fälle, wenn der Vermieter einfach verweigert, was über eine Schimmelbildung zu tun und bl0ß den Mieter beschuldigt?

    Wenn dein Heizungsverbrauch tatsächlich nicht mal 1/3 von dem sonstigen Verbrauch im Haus beträgt, dürfte es sich nicht nur um eine aus der Luft gegriffene Beschuldigung, sondern um eine logische Schlußfolgerung handeln?

  • Fakt ist aber auch, dass man sich bei ungedämmten Altbauwänden bereits bei 0 Grad Außentemperatur bei 18 Grad Innentemperatur und 60 % Luftfeuchtigkeit praktisch immer nur kurz über dem Taupunkt bewegt.

    Dahingehend kommt es auch auf das Gebäude an. Altbau ist nicht gleich Altbau. Gerade bei den älteren Gebäuden um 1900 ist die Außenwandstärke meist so hoch, dass das ausreichend ist.

    Wir sind uns da aber einig, dass man das aus der Ferne nicht beurteilen kann.

    Auch ein Fachmann z.Bsp. ein Baugutachter wird im Kern nichts anderes sagen, als das es an feuchten und kühlen Wänden gerne schimmelt.

    Und hier stellt sich die Frage, ob es tatsächlich um kühle/feuchte Wände geht, oder ob nicht doch eine Wärmebrücke vorhanden ist.

    So etwas lässt sich über einen Infrarotmesser in kurzer Zeit und ohne Aufwand ermitteln.


    Hinzu kommt die Tatsache, dass der Heizkörper offensichtlich nicht an der Außenwand und unterhalb der Fenster montiert wurde, wie es eigentlich üblich ist.

    In dem Fall ist es schwer, die Außenwand auf Temperatur zu bekommen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Und hier stellt sich die Frage, ob es tatsächlich um kühle/feuchte Wände geht, oder ob nicht doch eine Wärmebrücke vorhanden ist.

    So etwas lässt sich über einen Infrarotmesser in kurzer Zeit und ohne Aufwand ermitteln.


    Hinzu kommt die Tatsache, dass der Heizkörper offensichtlich nicht an der Außenwand und unterhalb der Fenster montiert wurde, wie es eigentlich üblich ist.

    In dem Fall ist es schwer, die Außenwand auf Temperatur zu bekommen.

    Alles korrekt. Nur ich als Vermieter würde nachvollziehbare weise schon erst mal darum bitten, das sich der betroffene Mieter wenigstens dem durchschnittlichen Heizungsverbrauch im Haus annähert, bevor man größere Maßnahmen einleitet.

    Auch den anderen Mietern im Haus gegenüber ist das eigentlich nicht fair, da die ja die Wohnung, je nach Lage im Gebäude, mehr oder weniger mit heizen müssen.


    Ich meine ich verbrauche 2/3 weniger Heizung als meiner Nachbarn und wundere mich dann das die Wohnung schimmelt......!?

  • Es ist nicht allein mit der Aufforderung getan, mehr heizen zu sollen. Auch wenn das Argument des Vermieters nachvollziehbar ist, macht er es sich damit zu einfach. Es könnte zum Beispiel auch ein Leck in einer Wasserleitung sein. Ein Experte kann das mit Messungen der Feuchtigkeit in der Wand feststellen.

  • Es könnte zum Beispiel auch ein Leck in einer Wasserleitung sein. Ein Experte kann das mit Messungen der Feuchtigkeit in der Wand feststellen.

    Klar, nur um festzustellen das ein Wand nass ist braucht man meiner Meinung nicht unbedingt einen "Experten". Und das die Stelle offenbar die kälteste ist, dürfte wohl auch logisch sein, sonst würde es dort ja nicht schimmeln?


    Zusammenfassend und aus der Ferne kann man wohl sagen, der Mieter heizt offenkundig extrem wenig, und es schimmelt an der offenbar kältesten Stelle der Aussenwand.

    Ich wüsste zunächst auch nicht wofür man bei der Sachlage irgend jemanden bezahlen sollte, der einem das offensichtliche noch ein mal erklärt?


    Als Vermieter sollte man sich natürlich mal blicken lassen und abklären wie überhaupt die Raumsituation ist. Steht vieleicht etwas direkt vor der Wand, so das dort gar keine Warme Luft hin kommen kann, mal untersuchen wie die Aussenfassade aussieht und ob die Wände nass sind usw., aber dort sofort mit einem Gutachter einzurücken halte ich für übertrieben.

    Es steht dem Mieter ja auch frei das selber zu beauftragen, wenn er dann eine besseres Gefühl hat.


    Wenn die bauliche Situation in Ordnung ist und vernünftiges Heizen auch nichts bringt und man Hilfe benötigt wäre dann natürlich ein Experte durchaus eine gute Möglichkeit.

    Einen Schritt nach dem anderen wäre aber mein Credo.

  • Solche Messgeräte sind auch im Baumarkt erhältlich. Von daher könnte man das auch selber feststellen. Aber ohne Messgerät geht es nicht, um qualifiziert eine Vermutung äußern zu können, woher die Feuchtigkeit genau kommt, das geht nicht nach subjektivem Empfinden. Doch als Laie hat man doch nicht die Erfahrung die Messung richtig durchzuführen und die Werte auch richtig zu deuten. Und es muss wahrlich kein Gutachter sein, ein Gutachten wäre wirklich wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Doch es gibt viele Firmen, die solche Messungen machen und dann eine gute Einschätzung geben können.


    Wenn der Vermieter nicht bereit ist, das zu beauftragen, kann man als Mieter ja auch das Angebot machen, dass man die Firma selbst beauftragt, und wenn der Experte feststellt, dass es eine bauliche Sache ist, übernimmt der Vermieter die Kosten, andernfalls nicht. Das ist meistens ein guter Kompromiss.


    Ich habe nach den Schilderungen hier meine Zweifel, dass es nur allein am Mieter liegt (vielleicht natürlich auch mit ein Faktor). Denn wenn es nur am Heizverhalten liegt, dann kommt der Schimmel nicht so schnell wieder nach, und dann ist es auch nicht so schnell schwarzer Schimmel. Das ist untypisch. Deshalb kann es doch möglich sein, dass sich irgend wo Nässe ausbreitet, wo es nicht sein soll, und das gilt es zu klären.

  • dann kommt der Schimmel nicht so schnell wieder nach,

    Wo hast du denn gelesen das der Schimmel schnell wieder nach gekommen ist? Aus den Aussagen oben kann ich das so nicht entnehmen?

    Eigentlich habe ich das so verstanden das da noch wenig Schimmel ist und lediglich die Vermutung seitens des Mieters besteht das dieser sich schnell vermehrt und schwer zu beseitigen ist?


    - Spielt es überhaupt eine Rolle, wie man in 2020 geheizt hat Insbesondere wenn man in 2021 doch mehr geheizt hat? Der Schimmel kam doch erst Anfang 2022.

    Das ist noch nicht viel Schimmel. Allerdings ist dieser schwarz und mag sich schnell vermehren. Der ist sehr gefährlich für die Gesundheit und mit Hausmitteln nicht auf Dauer zu beseitigen.


    Ich würde daraus lesen das das Problem maximal seit 11 Tagen besteht? Oder habe ich da was nicht verstanden oder überlesen?

    Meine erste Frage wäre daher wohl auch erst mal wo und wie denn eigentlich die Wäsche getrocknete wird o.ä.? Oder ob sich im wohnverhalten oder der Personenanzahl im Haushalt was geändert hat, z.Bsp.

    Ich meine das ist doch irgendwie naheliegend, und da muß man sich als Mieter doch auch nicht angegriffen fühlen?

  • Nur ich als Vermieter würde nachvollziehbare weise schon erst mal darum bitten, das sich der betroffene Mieter wenigstens dem durchschnittlichen Heizungsverbrauch im Haus annähert, bevor man größere Maßnahmen einleitet.

    Nein, das kann der Vermieter nicht verlangen, da jeder Mietbereich individuell betrachtet werden muss. So wird eine Wohnung im EG oder an einer Giebelwand immer einen höheren Verbrauch haben, als eine Wohnung, die in der Mitte liegt.

    Weiterhin haben es Ältere erfahrungsgemäß gern wärmer, als jüngere.

    Wenn ich 12 Stunden am Tag auf Arbeit bin, dürfte mein Bedarf auch geringer sein, als bei einem Arbeitslosen.


    Der Verbrauch meines Nachbars ist beispielsweise fast 5x so groß, wie meiner.


    Natürlich wird ein Vermieter immer die Verbräuche prüfen, aber solange diese nicht bei Null liegen, kann man hier keine falschen und voreiligen Schlüsse ziehen.


    Und Fakt ist, dass der Vermieter verpflichtet ist, tätig zu werden. Die Schuldfrage ist erst einmal nachrangig.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Und Fakt ist, dass der Vermieter verpflichtet ist, tätig zu werden.

    ?? Habe ich was anderes behauptet?



    Die Schuldfrage ist erst einmal nachrangig.

    Das ist aber eine ziemlich theoretische Herangehensweise.



    Nein, das kann der Vermieter nicht verlangen, da jeder Mietbereich individuell betrachtet werden muss.

    Deshalb habe ich auch das Verb "bitten" verwendet? Aus Prinzip und um recht zu behalten weiter eher wenig zu heizen ist, meiner Meinung, nicht besonders schlau.


    Weiterhin haben es Ältere erfahrungsgemäß gern wärmer, als jüngere.

    Die Entstehung von Schimmel ist aber nicht vom alter des Mieters abhängig, sondern vor allem vom Nutzungs- und Heizverhalten?

    Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen das wirklich versteckte Baumängel in seid Jahrzehnten durch div. Mieter genutzten Mietwohnungen die zu Schimmel führen mir tatsächlich eher selten unter gekommen sind. In den allermeisten Fällen liegt es schlicht an der Nutzung der Wohnung.


    Mag ja sein das es in diesem Fall anders ist, aber wir reden hier offenbar über Schimmel max. 11 Tag alt ist!?

    Insofern sollte sich der Vermieter da erst mal einen Überblick über die Sachlage verschaffen und dann entsprechend handeln. Den sofortigen Ruf nach diversen Experten kann ich da jedenfalls nicht unbedingt nachvollziehen.

  • Das ist aber eine ziemlich theoretische Herangehensweise.

    Nicht wirklich. Letztendlich wird der Schaden geprüft und beseitigt und hiernach ggf. der Mieter in Regress gezogen. Das ist nicht theoretisch, sondern auch die praktische Vorgehensweise.

    Die Instandhaltungspflicht obliegt immer dem Vermieter.


    Die Entstehung von Schimmel ist aber nicht vom alter des Mieters abhängig, sondern vor allem vom Nutzungs- und Heizverhalten?

    Hier ging es nicht um Schimmel, sondern um die Aussage, dass der Mieter sein Heizverhalten ändern muss, wenn er 2/3 weniger verbraucht hat, als Nachbarn.

    Diese Aussage ist - ohne Kenntnis - der konkreten Situation einfach unglücklich, da eben nicht ausgeschlossen ist, dass sein Heiz- und Lüftungsverhalten vollkommen ausreichend ist, sein Wärmeempfinden aber anders ist, als das des Nachbarn. In meiner Wohnung sind immer zwischen 18-19°C, weil mir das ausreicht. Vielen anderen wäre das zu kalt.

    Deshalb habe ich auch das Verb "bitten" verwendet? Aus Prinzip und um recht zu behalten weiter eher wenig zu heizen ist, meiner Meinung, nicht besonders schlau.

    Dann lehne ich das als Mieter "dankend" ab.

    Letztendlich rollt sich bei mir alles hoch, wenn aus der Ferne vom Vermieter behauptet wird "Du heizt zu wenig".

    Ich darf mich beruflich viel mit solchen Fällen rumschlagen. Wenn ich gegenüber meinen Mietern so pauschal äußern würde, könnte ich mich bald arbeitslos melden.


    Um das zum Abschluss zu bringen und in der Hoffnung, dass man mich nicht erwürgt ;-) ist das Verhalten des Vermieters nicht in Ordnung. Es wird ein Mangel gemeldet und diesem muss er nachgehen. bzw. Abhilfe schaffen. Anweisungen aus der Ferne, wonach mehr gelüftet werden muss, sind da nicht haltbar.


    Btw: Von einem Gutachter war meines Wissens auch nicht die Rede, sondern von einem Experten. Der Experte kann auch ein Maler mit dem entsprechenden Messgerät sein. Theoretisch kann das der Vermieter mit minimalem technischen Verständnis auch darlegen.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Hier ging es nicht um Schimmel, sondern um die Aussage, dass der Mieter sein Heizverhalten ändern muss, wenn er 2/3 weniger verbraucht hat, als Nachbarn.

    Auch von "muß" war nicht die Rede, sondern von einer erst mal naheliegenden Annahme?


    In meiner Wohnung sind immer zwischen 18-19°C, weil mir das ausreicht. Vielen anderen wäre das zu kalt.


    Nur weil dir das Ausreicht bedeutet das aber nun mal nicht das Schimmel, selbst ohne Baumangel, keine Chance hat, nicht wahr?

    Und selbst wenn sich alles in juristisch korrekten Rahmen bewegt, hat Schimmel mit unter eine leichte Leseschwäche wenn um das Studieren von Gesetzestextet geht:). Ich wünschte wirklich es wäre anders.


    Dann lehne ich das als Mieter "dankend" ab.

    Das bleibt einem ja auch unbenommen? Wie gesagt, aus Prinzip eher wenig zu heizen ist natürlich auch eine Methode.......

    Das ich das nicht für schlau halte hatte ich ja oben bereits erwähnt.


    Letztendlich rollt sich bei mir alles hoch, wenn aus der Ferne vom Vermieter behauptet wird "Du heizt zu wenig".

    Wiso aus der Ferne? Der Verglich von Heizkosten von Nachbarn, der in diesem Fall ja wohl zum Ergebnis hatte, das die Heizkosten in der Tat erstaunlich niedrig ist doch durchaus ein wichtiges erstes Indiz?

    Auch der Vergleich mit den Vormietern ist mit unter erhellend.

    Das kann man doch nicht einfach ignorieren? Ich verstehe auch nicht warum man sich als Mieter deshalb sofort angegriffen fühlen muß?

    Zumal es in der Geschichte der Mietwohnungen meines Wissen noch niemals einen Mieter gegeben hat der zu wenig geheizt oder nicht gelüftet hat...........:);) Was stört einen also daran?


    Es wird ein Mangel gemeldet und diesem muss er nachgehen. bzw. Abhilfe schaffen.

    Das ist doch sowieso klar, dachte ich? Wie oft soll ich das denn noch schreiben? Ich wunder mich nur darüber das der ersten Mängelmeldung die wohl noch kaum eine Woche alt sein dürfte sofort nach irgendwelchen Experten verlangt wird?

    Wie wäre es damit den Vermieter zunächst mal aufzufordern sich das anzuschauen, wenn das von Vermieterseite nicht von selber passiert?


    Nicht wirklich. Letztendlich wird der Schaden geprüft und beseitigt und hiernach ggf. der Mieter in Regress gezogen. Das ist nicht theoretisch, sondern auch die praktische Vorgehensweise.

    Ich würde es dennoch für zunächst praktikabler halten einem Mieter der wenig heizt, und nun Schimmel in der Wohnung hat, auf diesem Umstand hinzuweisen.

    Das ist doch genau das was ich von einem Vermieter/Verwalter der sich kümmert erwarten würde? Was soll er denn auf die schnelle sonst tun? Das verheimlichen?

    Das das nicht die einzige Aktion Seitens des Vermieters sein sollte, haben wir ja inzwischen geklärt, denke ich?

    Weiter Aktionen wären, meiner Meinung zunächst eine relativ kurzfristig Besichtigung und Bewertung des Schadens, und dann eine den Umständen entsprechende Beseitigung des Mangels/der Beschädigung.

    Der Ruf nach einem Experten käme bei mir jedenfalls frühestens wenn der Schimmel erneut auftritt.

    Ich meine wir reden hier über einen Mangel der wohl kaum eine Woche alt ist?

  • Schädliche Schimmelarten sind sehr selten - die allermeisten sind gesundheitlich unbedenklich (sehen nur unschön aus)!

    Bevor man also gleich Panik schiebt, könnte man eine Probe in einem Gesundheitslabor untersuchen lassen. Das kostet wenige hundert Euro und gibt einem Sicherheit (falls negativ - dann einfach ab und zu mit Schimmelspray entfernen) bzw. (falls positiv) ein gutes Argument warum der Vermieter schnell etwas unternehmen muss (und in diesem Fall bekämt Ihr vermutlich auch die Kosten zurück).

  • (falls positiv) ein gutes Argument warum der Vermieter schnell etwas unternehmen muss

    Nein, gewiss nicht. Denn die Information, wie gesundheitsschädlich der Schimmel ist, sagt nichts, aber auch gar nichts über die Ursache aus. Der Vermieter muss aber nur die Kosten tragen, wenn ein baulicher Mangel vorliegt. Doch das weiß man nach der Untersuchung nicht. Man ist so schlau wie vorher, aber hat viel Geld für nichts ausgegeben.


    beppi, falls du es nch nicht bemerkt hast, dieses Forum beschäftlicht sich mit den Fragen in mietrechtlicher Hinsicht, und dafür interessieren sich die Fragesteller auch. Natürlich gehören praktische Tipps auch mal dazu, ganz klar. Aber beschränke dich bitte auf solche Tipps, die was bringen anstatt nur Geld zu kosten. So wertvoll und willkommen deine Meinung auch ist, das hier jetzt war nicht hilfreich.

  • Hallo!


    Schädliche Schimmelarten sind sehr selten - die allermeisten sind gesundheitlich

    unbedenklich (sehen nur unschön aus)!


    Kleine Lehrstunde in Sachen Schimmel:



    Soviel dazu und jetzt zur Schimmelentfernung. Es lässt sich mit chemischen

    Produkten nur oberflächlich vorhandener Schimmel entfernen, der noch

    nicht unter die Oberfläche gedrungen ist.


    Sobald eine größere Fläche betroffen ist, oder der Schimmel bereits in

    der Tiefe des Materials zu finden ist, ist eine professionelle Sanierung

    unumgänglich.


    dann einfach ab und zu mit Schimmelspray entfernen)


    Ganz sicher nicht einfach mal, allgemeiner Hinweis Schimmelentferner:



    Zum Thema Heizen und Lüften allgemein, denn das Thema hat

    Sprengkraft zwischen Vermieter und Mieter.



    Allgemein kommt beim Hinweis nicht richtig zu Heizen und zu Lüften

    reflexartig vom Mieter Empörung. Erfahrung aus der Realität, aber

    bei weiteren Informationen zum Thema legt sich das meistens.


    Gruß



  • Hallo zusammen,


    vielen lieben Dank für eure hilfreichen Antworten!


    Ich habe mir Mühe gegeben und einige Messungen vorgenommen, und zwar die Feuchtigkeit und die Wärmebrückeermittlung. Bei der Interpretation bräuchte ich auf jeden Fall eure Hilfe. Für die Feuchtigkeitsmessung habe ich TROTEC BM31 genutzt, das die Feuchtigkeit nicht in %, sondern in einheitslosen Digit Werten angezeigt. In der Schimmelecke ist die Feuchtigkeit nur an einer Stelle sehr hoch, und zwar gerade in der Ecke. Am höchsten ist die Feuchtigkeit in der Ecke desselben Zimmers (Schlafzimmer) derselben Außenwand, aber da wo es keinen Schimmel gibt (kommt noch aber eventuell vielleicht?).


    Zuvor einige Anmerkungen und Fragen, auch wenn ich das eventuell bereits erwähnt bzw. gefragt habe:


    - ist es denn nicht völlig inakzeptabel, dass die Vermieterin einfach nur etwas vermutet und darauf ihre Entscheidung basiert? Zum Thema "Heizen nur ein Drittel des Durchschnitts". Erstens: sie hat ja den Heizverbrauch der Gesamtwohnung verglichen. Schimmel gibt's ja aber nicht in der gesamten Wohnung. Hauptsächlich im Schlafzimmer (schwarzer Schimmel). Ok, noch ein bisschen grüner Schimmel in der Küche und das genau so wie auch im Schlafzimmer in der Ecke am weitesten entfernt vom Heizkörper. Zweitens: es geht hauptsächlich ums Schlafzimmer und da heizen wir selbstverständlich mehr als in den sonstigen Zimmern. Drittens: ich habe mir den Wert im Heizkostenverteiler für 2021 angeschaut und der ist fast 80% höher als im Jahr 2020. Wie kann es dann sein, dass wie mehr heizen sollen, wenn der Schimmel entwickelte sich, nachdem wir so viel mehr geheizt hatten? Wie gesagt, ich kann auch nicht nachvollziehen, wie denn das Jahr 2020 überhaupt berücksichtigt werden kann. Ok, wenn man es berücksichtigt und auch dass wir damals keinen Schimmel hatten, dann heißt es doch, dass wir nach dieser Logik eher weniger heizen sollten. Viertens: wofür wird geheizt? Für eine angenehme Raumtemperatur oder etwas anderes? Bei uns ist die Temperatur immer zwischen 18 und 21 Grad und ich glaube das ist auch offiziell die gesunde Temperatur also sollte es heißen, dass wir ausreichend heizen, oder liege ich da falsch? Ist es denn nicht so, dass es was Schimmel angeht erst bei Temperaturen unter 14 Grad kritisch wird?


    - Gibt es überhaupt eine Regelung, wie viel man heizen soll? Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man das überhaupt bewerkstelligen könnte? Es ist ja nicht dasselbe wie mit dem Lüften, wo einem gesagt wird wie oft und für wie lange...


    - Selbst wenn der Schimmel meine Schuld wäre, soll denn nicht die genau Ursache ermittelt werden, damit ich mein Verhalten da, wo es nötig ist, und so, wie es nötig ist, anpasse? Und auch selbst wenn es ums Heizen ginge... Ich kann ja nicht wissen, wie viel die anderen in diesem Jahr heizen würden... Es geht dann auch um Geldverschwendung (Heizkosten), geschweige denn Umweltunfreundlichkeit...


    - Es hat sich bei uns nichts geändert. Die Wäsche wird nicht im Schlafzimmer getrocknet.


    - Ist es denn nicht so, dass jeder Winter unterschiedlich ist und auch jeder Mieter unterschiedlich ist?


    - Selbst, wenn das etwas mit der Heizung zu tun hätte, heißt es automatisch, dass das die Einzige Ursache wäre? Kann es wirklich nicht sein, dass etwas mehrere Ursachen hat???


    Ich hoffe dem Namen des jeweiligen Fotos kann man die Lage einigermaßen entnehmen. Wenn nicht, wäre ich für Nachfragen sehr dankbar.


    Vielen lieben Dank! Ich weiß eure Unterstützung echt zu schätzen!


    Temperatur im Schlafzimmer (mit Schimmel):


    Temperatur in der Küche (der Heizkörper ist aus):

  • Ich habe auch dieses Feuchtigkeitsmessgerät. Wenn es korrekt verwendet wurde, sprechen diese Zahlen sehr für Kondensat. Ecken kann das Gerät nicht korrekt messen, deshalb stimmen diese 70 nicht, sondern sind zu hoch. Alle anderen Zahlen sind im trockenen bis gering feuchten Bereich, sodass ich eindringende Feuchtigkeit eigentlich ausschließen würde. Da liegen erfahrungsgemäß die Zahlen viel höher.

    Die Oberflächentemperaturen sagen das gleiche. Alles unter 12 Grad ist nahe oder unter dem Taupunkt, da ist mit Schimmelbildung zu rechnen. 11 Grad Wand Temperatur ist einfach viel zu wenig.


    Letztlich bleibt nur die Frage, wer daran schuld ist. Ecken sind kontruktiv einfach ein Problem, da sie maximale Außenfläche bei minimalem Luftvolumen innen haben. Aber ein Haus ohne Ecken geht nun mal auch nicht. Ich fürchte, das kann nur ein Gutachter vor Ort beurteilen, ob mit der aktuellen Positionierung und auch Größe der Heizkörper eine Aufheizung der Wände bei angemessenen Raumtermperaturen auf das nötige Minimum möglich ist oder nicht.

  • 70 Digits im unteren Wandbereich in der Ecke sind nicht ungewöhnlich, da das Kondensat natürlich auch etwas nach unten läuft, bzw. die Temperatur dort unten niedriger ist und sich mehr Kondensat bildet.

    Die Werte bis 50 Digits sind ansonsten im Rahmen.


    Auffällig sind die Werte der Oberflächentemperatur, die mit teilweise nur 11°C doch zu niedrig sind. Insbesondere in den Nachtstunden kann es passieren, dass sich das Verhältnis aus Raumfeuchte (Atemluft) und Temperatur nochmal negativ ändert. Hier ist dann recht schnell der Taupunkt erreicht.


    Von Außen eindringendes Wasser kann auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Dann wären das nämlich nicht nur 70 Digits, sondern großflächig zwischen 90-100.

    Mit 70 Digits bist Du im sogenannten Ausgleichsbereich, die eher für ein Kondensat aus der Raumluft spricht.

    Ist es denn nicht so, dass es was Schimmel angeht erst bei Temperaturen unter 14 Grad kritisch wird?

    Ausschlaggebend ist nicht die Raumtemperatur, sondern eben die Oberflächentemperatur an der Wand. Da kann es sein, dass eine Raumtemperatur von 18°C zu wenig ist, wenn die Außenwände schlecht gedämmt sind.


    Letztendlich ist auch das Heizverhalten entscheidend. Wird beispielsweise über mehrere Stunden komplett die Heizung abgeschalten, ist das eher schlecht, weil die Außenwand abkühlt und nach dem Zuschalten der Heizung teilweise Stunden braucht, um warm zu werden.


    Ich würde es hier tatsächlich erst einmal mit einem anderen Heizungsverhalten versuchen. Dank des Messgerätes lässt sich das auch ganz leicht kontrollieren. Schau einfach, dass Du dauerhafte (!) Oberflächentemperaturen im Bereich von vielleicht 14°C erreichst.


    Ändert sich am Schimmel nichts, würde ich den Vermieter kontaktieren.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.