Kündigung - Keine Rückzahlung der Kaution und zu viel überwiesenen Miete

  • Hallo zusammen,


    ich habe am 28.02.2022 mein WG-Zimmer fristgerecht zum 01.06.2022 gekündigt. Während der Wohnungsübergabe am 28.05. hatte sich der Vermieter geweigert die Kaution zurückzuzahlen, da seiner Meinung nach der Boden zu stark verkratzt war und die Fenster zu dreckig waren. Vorab wurde das Zimmer gründlich gereinigt und gestrichen. Nach langer Diskussion und meinem Gegenangebot von 50% Kaution Minderung durch die Kratzer konnte dennoch keine Einigung erzielt werden. Der Vermieter hatte mir die Auskunft gegeben mir nichts von der Kaution zurück zu zahlen und mir noch eine große Rechnung stellen würde, da er das Zimmer so nicht weitervermieten könne. Zur Schlüsselübergabe am 28.05 weigerte ich mich das Übergabeprotokoll zu unterschreiben, da dort die vermeidlichen Schäden seitens Mieter übertrieben dargestellt wurden. Zudem hatte ich leider den Dauerauftrag nicht gelöscht, weshalb zwei Monatsmieten versehentlich weiterhin überwiesen worden sind. Nach Aufforderung für die Rückzahlung der Kaution und der zu viel gezahlten Miete, bekam ich lediglich die Rückmeldung: Es besteht durch die Schäden keine Möglichkeit für Rückzahlungen.


    Es besteht kein potential für eine gemeinsame Einigung.
    Leider hatte ich bis dato noch keine Rechtsschutzversicherung oder Co. abgeschlossen. Wir sprechen hierbei lediglich um "kleinere" Beträge (~1500€), weshalb mir das Erstgespräch mit einem Anwalt nicht weitergeholten hatte. Hier habe ich lediglich den Rat bekommen eine Einigung mit dem Vermieter zu erzielen, da die Anwaltskosten in keinem Vergleich mit der zu erwartenden Rückzahlen stehen...


    Wie kann ich hier weiter vorgehen? Hat jemand einen Tipp / Rat für mich?

    Vielen Dank schon mal! :)

    LG
    Maxke

  • Da sich der Vermieter quer stellt bleibt ja nur noch der Klageweg. Ein Mahnverfahren macht kein Sinn, da der Vermieter dem sehr leicht widersprechen kann, das ist nichts erfolgsversprechend.


    Hier könnte man tatsächlich über ein Urkundenprozess nachdenken, das hat den Vorteil, dass der Vermieter sich dagegen nur eingeschränkt wehren kann, aber es ergeht dann nur ein Vorbehaltsurteil, aber dann müsste der Vermieter erstmal das Verfahren weiterbetreiben.


    Ob die Ansprüche bestehen oder der Vermieter das Geld zu Recht einbehalten durfte ist eine andere Frage. Jedenfalls sollte man nicht alleine vor Gericht ziehen, ich habe noch nie erlebt, dass das gut geht.


    Je nach der finanziellen Lage kann Prozesskostenhilfe beantragt werden.

    Meine Antworten sind keine Rechtsberatung und die Richtigkeit sind nicht garantiert!