Wohnung soll einmal weiß gestrichen werden - Kündigung und Umzug

  • Hallo liebe Community,


    Ich bin momentan etwas am verzweifeln, da der ganze Umzugsstress mich wirklich fertig macht. Heute kam dann der Höhepunkt als eine Dame der Verwaltung (wo unsere Mietwohnungen drunter fällt) uns eröffnete, wir müssen die komplette Wohnung einmal streichen - jedes Zimmer - und dass eben bis Ende des Monats, da wir da ja ausziehen wollten...


    Es gab im Vorhinein kleine Unstimmigkeiten; wir hatten per Mail mitte Mai die Kündigung für Ende August angekündigt, welche auch so zur Kenntnis genommen wurde, mit dem Verweis diese bitte noch schriftlich nachzureichen. Das erfolgte auch, über einem Monat gab es keine Rückmeldung ob sie eingetroffen ist, als wir dann Telefonterror betrieben haben wurde uns nur nüchtern mitgeteilt dass sie nicht eingetroffen ist und somit Kündigungsdatum ende September ist. Langes hin und her haben wir erreicht, dass die Kündigung nun doch für Ende August zählt, da niemand in der Verwaltung auf E-Mails und Anrufe reagiert hat. Wir hatten beim Kündigungsschreiben per Mail angefragt schon Ende Juli raus zu gehen, falls wir einen geeigneten Nachmieter finden und das war gegen eine Abfindung von 150€ für diese in Ordnung. Da lange keine Antwort kam, haben wir das Datum selber dann verworfen.


    Von jetzt auf gleich soll dann doch alles sehr schnell gehen, denn obwohl unser Auszugsdatum offiziell noch der 31. August ist, haben sie für Mitte August bereits einen Nachmieter. Für uns an und für sich in Ordnung, da wir somit einen Monat weniger Miete zahlen müssen, da wir Ende Juli nun raus sollen und zwei Wochen "ruhe" in der Wohnung herrschen soll.


    Jetzt zwei Wochen vor Auszug sagt die Dame der Verwaltung dass wir jeden Raum (3 Zimmer Wohnung mit riesen wohn- und Essbereeich, einer Wendeltreppe in die Galerie und Holzdecken) wir ja alles nochmal streichen müssen, da dass ja normal sei bei Auszug.


    An den Wänden haben wir außer Fotos mit Nägeln und insgesamt 4 Bohrlöcher nichts verändert, keine Farbe oder ähnliches. Wir haben sie weiß und tapeziert übernommen und hinterlassen sie nun auch so wieder.


    Jetzt geht es auch darum dass ich alleine die Wohnung innerhalb von zwei Wochen, neben Vollzeitarbeit, nicht streichen kann und auch nicht die finanzielle Ressource dazu habe. Geschweige denn dass ich mich in der Pflicht sehe, alle Wände streichen zu müssen??


    Ich habe die Klauseln unseres Mietvertrages, die relevant sind, plus Übergabeprotokoll angehängt und würde gerne eure Meinung hören, wer da im Recht ist; die Vermieter im Sinne dass wir alles streichen müssen oder wir, die nötige Wände streichen würden, die (zb Küche + Tapete) etwas abbekommen haben?


    Auf dem Übergabeprotokoll steht dass die Wohnung im folgenden Zustand übergeben wurde; (einzelne Zimmer aufgelistet) weiß, tapeziert.


    Wortwörtlich aus dem Mietvertrag; [...] 3) im allgemeinen werden schönheitsreparaturen (u. A. Streichen von Wänden) in folgenden Zeitabständen erforderlich sein; a) Bäder und Duschen, sowie Kuchen alle 5 Jahre (etc. Aufsteigend über 8 bis 10 Jahre).

    Die oben genannten Fristen beginnen mit dem Anfang des Mietverhältnisses bzw. ab dem Zeitpunkt der letzten Renovierung während der Mietzeit.


    Und den letzten Satz lese ich so; Zeitrahmen beginnt ab Beginn von Mietverhältnis. Wir lebten seit 3 Jahren in dieser Wohnung.


    Wie seht ihr das?


    Danke!

  • Ein Vermieter kann nicht in jedem Fall verlangen, dass man streichen muss, sondern es muss vom tatsächlichen Zustand der Wände abhängig gemacht werden, also ob diese einen abgewohnten renovierungsbedürftigen Eindruck machen. Die Frage lässt sich daher nicht allgemein beantworten.


    Eventuell kommt bei der Betrachtung heraus, dass nur bestimmte Zimmer renovierungsbedürftig sind. Dann muss man aber meistens das ganze Zimmer streichen, da man sonst wahrscheinlich Farbunterschiede sehen wird.

  • ich glaube da haben wir ein wenig das Problem; die Wohnung ist bis auf Bad und die zwei Zimmer relativ offen und gehen ineinander über; sprich großer Wohn- und Essbereich mit Küche geht in den Flur über die Wendeltreppe in die Galerie...

  • Das müsstet ihr dann selbst anschauen. Also einfach mal einen Bereich streichen, welcher renovierungsbedürftig ist. Farbunterschiede sollte man nach dem Trocknen der Farbe nicht sehen können, denn das wäre dann nicht fachgerecht und der Vermieter kann es beanstanden.


    Bitte keine Vollzitate beim Antworten hier im Forum.

  • Hallo,


    Ich habe nochmal eine Frage; und zwar steht in unserem Mietvertrag bei der Klausel der Schönheitsreparaturen, dass unter den Schönheitsreparaturen die chemische Reinigung der Teppichböden fällt.

    Jetzt haben wir im Internet nachgesehen, was genau verlangt werden darf und diese Definition ist mit dem Punkt "Grundreinigung der Teppichböden" relativ offen.


    Daher wollte ich fragen, was man denn jetzt genau unter dem Punkt "Grundreinigung der Teppichböden" verstehen kann und ob die Klausel damit ungültig ist, da "chemische Reinigung" eine starre Vorgabe ist und (evt?) über das normale Maß der Teppichbodengrundreinigung hinausgeht?


    Ich danke euch!


    Beitrag verschoben und Thema bitte weiterführen

  • Eine Grundreinigung des Teppichbodens hat mit den Schönheitsrenovierungen nichts zu tun. Jedoch ist es zulässig, eine Endreinigung zu vereinbaren, die über "besenrein" hinaus geht, sofern diese so gestaltet ist, dass man als Mieter nicht benachteiligt wird. Deshalb kann es sehr gut sein, dass diese Vereinbarung wirksam sein könnte.

  • Jedoch ist es zulässig, eine Endreinigung zu vereinbaren, die über "besenrein" hinaus geht

    Im Mietvertrag steht "chemische Reinigung des Teppichbodens" unter Schönheitsreparatur (neben anderen, wie zb Streichen der Wände), welche spätestens bei Auszug durchzuführen sind.


    Wir hatten kurz Kontakt mit einem Anwalt, spezialisiert auf Mietrecht, der der Meinung ist, dass dies über die Grundreinigung hinaus geht und zudem eine starre Vorraussetzung ist, wie zb Wände müssen weiß gestrichen werden (was ja nicht erlaubt ist). Daher rühmt die Frage, wie die Einschätzung von anderen zu dem Thema ist und würde mich sehr über weitere Meinungen freuen.

  • Ich befürchte, "Meinungen" dazu werden dir nicht viel weiter helfen. Denn es kommt auf die genaue Vereinbarung im Vertrag an, welche im Zweifel vielleicht auch noch nach §133 BGB ausgelegt werden muss, wenn sie unklar ist. Und dies zu beurteilen kann und darf nur ein Anwalt, der den Vertrag vor sich sieht. Daher solltest du wohl der Auskunft des Anwalts vertrauen oder noch eine weitere Einschätzung eines anderen Anwalts einholen.